Künstler ohne Grenzen: Der Maler A.R. Penck

Ein Kunstschaffender, der versuchte, sich den Vorstellungen und Auflagen des DDR-Regimes anzupassen und dabei auf Grenzen in mehrfacher Hinsicht stieß, ist der Maler, Grafiker und Bildhauer A. R. Penck, gebürtig Ralf Winkler.
von Michael Geithner (13.03.2014)

Ein Kunstschaffender, der versuchte, sich den Vorstellungen und Auflagen des DDR-Regimes anzupassen und dabei auf Grenzen in mehrfacher Hinsicht stieß, ist der Maler, Grafiker und Bildhauer A. R. Penck, gebürtig Ralf Winkler.

Er wurde 1939 in Dresden geboren und arbeitet neben dem Namen Penck, der auf den deutschen Geologen und Geographen Albrecht Penck zurückgeht, unter diversen Pseudonymen. Ab 1976 signierte er seine Werke zum Teil nur noch mit dem Buchstaben Y. Nach einem einjährigen Mal-und Zeichenunterricht bewarb sich Penck an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden sowie in Ostberlin, wurde jedoch mehrfach abgelehnt, was er auf seine politische Haltung zurückführte. Ab 1966 widmete er sich, nach diversen anderen Tätigkeiten zum Geldverdienen, wieder vorrangig seinem künstlerischen Schaffen und strebte 1969 auch eine Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) an.

Diese wurde ihm jedoch aufgrund vermehrter Schwierigkeiten mit dem Staatssicherheitsdienst verweigert, der auch Arbeiten Pencks beschlagnahmte. 1975 bekam Penck durch die Akademie der Künste in West-Berlin den Will-Grohmann-Preis verliehen, was weitere Kontrollen der Staatssicherheit zur Folge hatte.

Pencks Werke sind durch ihre schlichte Formensprache und die Verwendung von einfachen und leicht verständlichen Zeichen und Strichmännchen unverkennbar so wie bei diesem Werk. Seine Arbeiten erinnern teilweise an asiatische Schriftzeichen oder Graffiti und mitunter sogar an Darstellungen in Höhlenmalereien. 1976 entsteht aus der Bekanntschaft zwischen Penk und dem westdeutschen Maler Jörg Immendorff eine mehrjährige Zusammenarbeit, während derer sich die beiden Künstler für den Fall der Mauer und für politisch Andersdenkende einsetzen. Sein politisches Engagement führt zur Beschlagnahmung von Pencks Bildern, einem Einbruch in seinem Atelier bei dem Aufzeichnungen und Bilder vernichtet werden und schließlich 1980 zur Übersiedlung Pencks in den Westen.

A. R. Penck erhält mehrere Kunstpreise für seine Arbeiten wie den Rembrandt-Preis, den Kunstpreis Aachen und wurde 1988 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. A. R. Penck nimmt mehrfach erfolgreich an der Documenta in Kassel teil und lebt und arbeitet seit 2003 im irischen Dublin.

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