Kooperation mit dem Nationalmuseum für zeitgenössische koreanische Geschichte in Seoul

In der vergangenen Woche war das DDR Museum im Rahmen einer internationalen Kooperation unterwegs. Wohin, warum und welche spannenden Erfahrungen gemacht wurden, erfahren Sie im heutigen Blogbeitrag!
von Maria Bartholomäus (19.10.2015)

In der vergangenen Woche war das DDR Museum im Rahmen einer internationalen Kooperation unterwegs. Wohin, warum und welche spannenden Erfahrungen gemacht wurden, erfahren Sie im heutigen Blogbeitrag!

Für kulturelle Institutionen ist es eine der Kernaufgaben, im Sinne der Erforschung und Aufarbeitung des eigenen Themengebiets mit anderen Institutionen auf verschiedenen Ebenen zusammen zu arbeiten. Dies dient u.A. dem gegenseitigen wissenschaftlichen Austausch und dem Kennenlernen unterschiedlicher Perspektiven; wofür ein hoher Grad an Professionalität und eine vergleichbare inhaltliche Ausrichtung Voraussetzungen sind.

So freuten wir uns sehr, als das Nationalmuseum für zeitgenössische koreanische Geschichte in Seoul, Südkorea an das DDR Museum heran trat und eine Zusammenarbeit für die Sonderausstellung “Implications of German Reunification for Korean Unification” vorschlug. Die Ausstellung soll dem Austausch zwischen Deutschland und Korea anlässlich der 70 Jahre bestehenden Unabhängigkeit Koreas und dem 25. Jahrestag der Vereinigung Deutschlands dienen und läuft noch bis zum 13. Dezember 2015. Thematisiert werden die Folgen des Kalten Kriegs, die Wiedervereinigung Deutschlands sowie das nach wie vor geteilte Korea und soll die Hoffnung auf eine Vereinigung Koreas ausdrücken. Nach einer ersten Prüfung der Ausstellungsentwurfs mit der Ausrichtung unseres Museums sowie unserer Sammlungsstruktur entschied sich die Leitung des DDR Museum gerne dafür, die koreanischen Kollegen mit Leihgaben, Gestaltungsvorlagen und in beratender Funktion bei diesem spannenden Ausstellungsprojekt zu unterstützen.

Der Einladung zur Ausstellungseröffnung am 12. Oktober 2015 folgten wir daher sehr gern und waren gespannt auf die Umsetzung und Präsentation unserer entliehenen Objekte. Die Schau beeindruckte unsere Kollegin vor Ort insbesondere durch die inhaltlich überzeugenden Texte zu den einzelnen Themenbereichen, der sehr anschaulich gestalteten Gegenüberstellung deutscher und koreanischer Geschichte, dem ausgewogenen Verhältnis zwischen Objekten und Medieninstallationen sowie der ansprechenden Gestaltung für die Besucher. Der Eröffnung wohnten neben einem Großteil der Mitarbeiterschaft des Nationalmuseums sowie dem Direktor Herrn Dr. Wang-Sik Kim zahlreiche Akteure aus Kultur, Wissenschaft und Politik bei. Nach kurzen Begrüßungsworten u.A. des Museumsdirektors sowie unserer Mitarbeitererin wurde die Ausstellung durch das Durchschneiden des Eröffnungsbandes feierlich eröffnet. Sofort erkundeten interessierte Besucher die insgesamt drei Ausstellungsräume im Foyerbereich des Nationalmuseums. Am selben Nachmittag folgte der Eröffnung ein festlicher Buffetempfang in den modernen Räumlichkeiten des 2012 eröffneten Museums, welches dem koreanischen Ministerium für Kultur, Tourismus und Sport untersteht.

Natürlich durfte für die Kollegin vor Ort trotz der kurzen Zeit und dem vollen Programm auch das obligatorische Sightseeing nicht fehlen. Seoul ist eine hochmoderne, saubere, turbulente Großstadt mit Bewohnern aus aller Welt. Neben der pittoresken Gebirgskulisse ist der Gegensatz zwischen moderner, westlicher Architektur und traditioneller koreanischer Kultur und Lebensweise besonders faszinierend. Auch die Geschichte des Landes, dessen Bevölkerung bis heute mit einer Teilung zu kämpfen hat, ist aus gesamtdeutscher Perspektive hochinteressant. Ein Besuch der Sammlungsabteilung des Nationalmuseums war ein weiterer Programmpunkt, der einen guten Einblick in die hochprofessionelle Arbeitsweise der Kollegen gewährte.

Wir hoffen, durch dieses Kooperationsprojekt einen Beitrag zu der facettenreichen Kulturlandschaft Südkoreas beitragen zu können sowie den interessierten Besuchern einen der zweifellos bedeutsamsten Teile der deutschen Geschichte näher zu bringen.

Vielen Dank an das gesamte Team des Nationalmuseum für zeitgenössische koreanische Geschichte für die erfolgreiche Zusammenarbeit sowie dem Koreanischen Kulturzentrum in Berlin für die Unterstützung. Wir wünschen unserem Partnermuseum eine erfolgreiche Ausstellung mit vielen interessierten Besuchern!

 

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