Kinderbücher über die DDR: Zwei gelungene Beispiele

Ab und zu kaufen wir Bücher für unsere Bibliothek und dort ist mir vor kurzem eine Ecke aufgefallen, die ich meist übersehen habe. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen: Diese Ecke befindet sich rechts unten, weit entfernt von der Literatur, die man während seiner alltäglichen Arbeit gerne griffbereit hat. Als mein Blick in dem Bereich "Kinderbücher" schon mal gelandet war, war das Interesse auch nicht mehr fern. Kurz in die Knie gegangen fand ich zwei Bücher für Kinder, die mir wirklich gut gefallen haben.
von Melanie Alperstaedt (19.07.2010)

Ab und zu kaufen wir Bücher für unsere Bibliothek und dort ist mir vor kurzem eine Ecke aufgefallen, die ich meist übersehen habe. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen: Diese Ecke befindet sich rechts unten, weit entfernt von der Literatur, die man während seiner alltäglichen Arbeit gerne griffbereit hat. Als mein Blick in dem Bereich "Kinderbücher" schon mal gelandet war, war das Interesse auch nicht mehr fern. Kurz in die Knie gegangen fand ich zwei Bücher für Kinder, die mir wirklich gut gefallen haben.

Das erste Buch ist für Kinder im Alter von 6 oder 7 Jahren und nennt sich "Das Wende-Bilderbuch". Es ist geschrieben von Susanne Vogt und Harriet Grundmann, die Illustrationen sind von Lars Baus. Erschienen ist das Buch 2009 im Coppenrath Verlag und für 12,95,- € gehört es Ihnen.

Erzählt wird von den Kindern Janosch (aus West-Berlin) und Anni (aus Ost-Berlin). Sie lernen sich nach dem Krieg kennen und werden durch den Mauerbau getrennt. Sie wachsen in verschiedenen Gesellschaften auf und treffen sich nach der friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer wieder. Beide Geschichten werden getrennt und dabei doch in Bezug zueinander erzählt. Dies spiegelt sich auch in der Gestaltung des Buches wieder! Die Geschichte von Janosch wird auf der einen Seite des Buches erzählt, dreht man das Buch um, befindet sich auf der Rückseite das Cover von Annis Geschichte. Je nachdem, kann man mit der einen Geschichte anfangen, dass Buch umdrehen und nachschauen, wie es dem anderen Kind auf der anderen Seite Berlins ergeht. Wirklich toll gemacht! Die Texte sind einfach und verständlich und transportieren Geschichte kindgerecht.

Das andere Buch ist von Claire Lenkova und nennt sich "Grenzgebiete. Eine Kindheit zwischen Ost und West". Es ist 2009 im Gerstenberg Verlag erschienen und kostet 14,90,- €. Es ist eher wie ein Comic mit kurzen Geschichten aufgebaut, die für Kinder im Alter von 10 - 11 Jahren gedacht sind.

Die große Schwester Jana erzählt darin ihrem kleinen Bruder von der DDR, von dem Leben der Großmutter und dem Aufwachsen der eigenen Mutter in der DDR. Hier ist also ein Bezug auf die eigene Familie der rote Faden der Darstellung. Neben den kurzen Comics gibt es auf sehr vielen Seiten einen kindgerechten, eher neutralen geschichtlichen Text, der Fakten vermittelt und Hintergründe erklärt.

Beide Kinderbücher vermitteln die DDR sachlich, ohne die negativen Aspekte auszuklammern. Als Anknüpfungspunkt dient der Alltag von Kindern und Erwachsenen in der DDR, wobei beide Bücher nicht so sehr in die Tiefe gehen. In diesem Fall ist das aber meiner Meinung nach gut, weil die Bücher ja neugierig auf Geschichte machen und nicht abschrecken sollen. Als Erwachsene hat man da ja meist einen anderen Anspruch, der Kinder jedoch leicht überfordern kann. Ich würde Ihnen auf jeden Fall empfehlen, beide Bücher gemeinsam mit Ihren Kindern zu lesen, da das Thema "DDR" bestimmt Fragen aufwirft.                                                                                        

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