Karl-Heinz Kraemer und Lothar Heinke veröffentlichen eine Hommage an den Fernsehturm Berlin, erschienen im Berlin Story Verlag 2009.

von Elke Sieber (30.07.2015)

Der Journalist Lothar Heinke war bereits zu DDR-Zeiten Lokalredakteur der Zeitung „Der Morgen“ und berichtete vom Baubeginn dieses monumentalen Funkturmes. Und auch der Fotograf Karl-Heinz Kraemer kennt den Fernsehturm von seiner ersten Stunde, so kletterte er während der Bauphase auf die Antenne und fotografierte die Konstruktion der Turmkugel von oben.

Mit hochwertigen Aufnahmen bebildert, führt uns ihr gemeinsames Buch „Fernsehturm Berlin“ durch die Geschichte des nächstgelegenen Alexanderplatzes, der Bauphase des damals zweithöchsten Gebäudes der Welt (der Moskauer Fernsehturm war höher) bis hin zur Nutzung des Turms bis heute.

Es werden im Buch Fragen beantwortet, die sich jedem Berlinbesucher am Alexanderplatz aufdrängen. Warum ist dieser Platz so ungemütlich und riesig? Wie kam die riesige Kuppel nach oben? Wo ist Berlins Gründungsviertel hin? Oder warum sprechen alle über die Sonnenreflektion der Kuppel? Und weiß jemand, warum der Turm heute mit 368 Metern drei Meter höher ist als damals in der DDR?

Darüber hinaus erfährt man auch einige spannende Fakten und Anekdoten, ja sogar Scherze über den Fernsehturm. Oder wussten sie, was man macht, wenn der Turm umkippt? Natürlich durch die Röhre in den Westen laufen! Auch dass der Fernsehturm ein Schwarzbau war, da die beglaubigten Dokumente erst nachträglich vorlagen, ist eine wissenswerte Skurrilität.

Eine besondere Anekdote wird jedoch leider nicht genauer betrachtet. Die Autoren sprechen zwar das sonnenreflektierte Kreuz auf der Kuppel an, über die Tragik dieses kirchlichen Zeichens über der sozialistischen DDR-Hauptstadt und die breiten Diskussionen bis hinauf ins Politbüro über den Umgang mit diesem Fauxpas auf dem Prestigegebäude der DDR erfahren wir jedoch nicht mehr.

Interessant sind ferner aber die technischen Informationen. So arbeiten sechs Techniker in der 25. Etage und höher daran, dass wir störungsfrei Radio und Fernsehen empfangen können und zwar heute 17 UKW- und 28 Fernsehprogramme!

Sehens- und lesenswert ist dieses Buch auf jeden Fall für alle an Berlin und seinen Gebäuden Interessierten, die vor allem auch die fotografischen Einblicke schätzen, die man sonst so nicht zu Gesicht bekommt. Vorkenntnisse sind für den Leser hier nicht nötig, gibt doch gerade dieses Buch einen ersten Überblick über das technische Meisterstück der jüngeren Berliner Geschichte. Wer jedoch ein umfassendes historisches Nachschlagewerk sucht, ist hier sicherlich falsch beraten.

Dieses Buch finden Sie im Berlin Story Shop für nur 9,80 € unter der ISBN: 9783929829990. /es

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