Kalter Krieg und heiße Rhythmen - Erinnerungen an die Roaring Sixties in Ost und West

von Admin (13.12.2013)

Zum Abschluss unsererdiesjährigen Veranstaltungsreihe im Besucherzentrum wurde es musikalisch. Es ging um die 50er und 60er Jahre und die Musik, die diese Zeit in Ost und West widerspiegelte. Sozusagen um den Soundtrack dieser Zeit. Das Ziel sollte sein, an die Musik des Kalten Krieges zu erinnern und darzustellen welche Unterschiede es in Ost und West gab, welche Themen angesprochen wurden und welche Einflüsse es auf die Musik gab.

Um diese Zielsetzung umzusetzen holte sich unser wissenschaftlicher Leiter Dr. Stefan Wolle den Musiker Pit Mischke an seine Seite. Es kam so zum Dialog zwischen Ost und West, zu einem „Ost-West-Duo“, wie es Stefan Wolle formulierte.

In diesem Dialog wurden die historischen Ausführungen von Stefan Wolle durch die Lieder, die Pit Mischke interpretierte, umrahmt und unterstützt. Zu beinahe jedem Stück gab es Anekdoten zu erzählen und immer wieder wurde deutlich, wie politisch Musik sein kann und dies auch immer wieder ist. Sei es der Song „Würstchen mit Salat“ von Bully Buhlan, der verdeutlicht wie einfach die Wünsche der Menschen in der Nachkriegszeit waren oder „Ami go home“ von Ernst Busch, der sich sehr kritisch mit den amerikanischen Besatzern auseinandersetzt.

In den Sechziger darf natürlich auch der Rock `n´ Roll nicht fehlen, der in der DDR zwar verboten, jedoch dennoch gespielt wurde. Und dies gar nicht so sehr in den großen Städten, sondern vor allem in den Dorfkneipen in Sachsen und Thüringen. Trotz der Ablehnung dieser Musik durch die Staatsführung war sie bei den Jugendlichen beliebt und auch die Beatlemania machte vor der DDR keinen Halt. Die Reaktion der Älteren auf diese Musik war im Osten und im Westen ähnlich, bei ihnen war diese Musik nämlich gleichermaßen verpönt.

Die Besucher der Veranstaltung fühlten sich teilweise an ihre Jugend zurück erinnert und konnten sogar einige Lieder mitsingen. So war es vor allem beim Lied vom kleinen Trompeter, da dieses in der DDR allseits bekannt war. Im Westen gab es kein vergleichbares Lied, kein Lied war so flächendeckend bekannt bei den Westdeutschen wie „Der kleine Trompeter“ bei den Ostdeutschen.

Die Musikepoche endete 1969 mit einem Gerücht, das die Jugend der DDR in Scharen nach Berlin zog. Die Rolling Stones sollten auf dem Springer Hochhaus ein Konzert nach Osten hin geben. Dieses Gerücht, welches eigentlich nur der Spaß eines Radiomoderators gewesen war, verbreitete sich schnell unter den Ostdeutschen und sie fuhren nach Berlin um die Stones zu sehen. Was sie dort aber wirklich erwartete waren die Volkspolizei und die Staatssicherheit, die sehr gewalttätig gegen die Rock `n´ Roll Fans vorgingen.

Zu unserer nächsten Veranstaltung im Besucherzentrum heißen wir Sie am 14. Januar willkommen. Worum es dann gehen wird können Sie hier nachlesen.

 

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