Internationalität und Jugend in Berlin, die X. Weltfestspiele 1973

Im Sommer vor 42 Jahren war Berlin, nach 1951, erneut Gastgeber der „Weltfestspiele der Jugend und Studenten“. Das internationale Jugendtreffen wurde  1947 durch den Weltbund der demokratischen Jugend ins Leben gerufen. Vom 28. Juli bis zum 5. August trafen sich 25600 offizielle Teilnehmer aus 140 Ländern  und über 8 Millionen Menschen besuchten in diesen 9 Tagen die Hauptstadt der DDR. Die Zeitung „Neues Deutschland“  titelte am Folgetag der Eröffnung dem 29. Juli „Machtvolles Bekenntnis der Weltjugend zu Solidarität, Frieden und Freundschaft“. Westliche Journalisten bezeichneten die Festtage als das „Woodstock des Ostens“. In unserer Sammlung haben wir zahlreiche Objekte zum Thema der X. Weltfestspiele von 1973. Ich möchte Ihnen 2 dieser Exponate heute näher vorstellen.
von Jörn Kleinhardt (18.12.2014)

Im Sommer vor 42 Jahren war Berlin, nach 1951, erneut Gastgeber der „Weltfestspiele der Jugend und Studenten“. Das internationale Jugendtreffen wurde  1947 durch den Weltbund der demokratischen Jugend ins Leben gerufen. Vom 28. Juli bis zum 5. August trafen sich 25600 offizielle Teilnehmer aus 140 Ländern  und über 8 Millionen Menschen besuchten in diesen 9 Tagen die Hauptstadt der DDR. Die Zeitung „Neues Deutschland“  titelte am Folgetag der Eröffnung dem 29. Juli „Machtvolles Bekenntnis der Weltjugend zu Solidarität, Frieden und Freundschaft“. Westliche Journalisten bezeichneten die Festtage als das „Woodstock des Ostens“. In unserer Sammlung haben wir zahlreiche Objekte zum Thema der X. Weltfestspiele von 1973. Ich möchte Ihnen 2 dieser Exponate heute näher vorstellen.

Zur Unterhaltung während der Festtage gab es verschiedene Demonstrationsveranstaltungen, darunter die Großkundgebung "Die Jugend der DDR grüßt die Jugend der Welt", aber auch 95 Konzertbühnen auf denen Singeklubs, Rock- und Beatgruppen auftraten. Das angebotene Spektrum war sehr vielfältig, die Bands und Interpreten kamen vorwiegend aus der DDR, es gab jedoch auch ausländische Musiker unter den Gästen. In unserer Sammlung befindet sich ein auf Leinen gedrucktes Plakat mit zentral platzierter Festivalblume flankiert vom Text "X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten" und „Berlin 1973 Hauptstadt der DDR“. Einzigartig an diesem Objekt sind die 71 Autogramme von Künstlern, die in diesem Zeitraum in Berlin aufgetreten sind. Unter den Signaturen finden sich unter anderem die "Puhdys", "Frank Schöbel" oder der "Oktoberklub".

Da die Zahl der erwarteten Besucher die Beherbergungskapazitäten der Ostberliner Hotels und Pensionen überstieg, sollten viele Besucher der Weltjugendspiele bei Privatfamilien einquartiert werden. Über Aufrufe und Aktionen versuchten die Veranstalter Berliner Bürger zum Mitmachen zu animieren. Im Neuen Deutschland stand am 8. Januar 1973 zu einer dieser Aktionen: „WEISSENSEE. In diesem nordöstlichen Stadtbezirk der Hauptstadt werden zum Festival die Jugendlichen aus Cottbus und Frankfurt (Oder) wohnen. Um für ihre Freunde Quartiere zu werben, waren FDJler aus beiden Bezirken mit viel „Musike" dabei, unter anderem mit den Spielmannszügen aus Forst und vom Gaskombinat Schwarze Pumpe. 3000 Weißenseer Bürger holten an beiden Tagen die Bereitschaftserklärungen vieler Familien ein.“

Als Anerkennung „Für vorbildliche Gastfreundschaft“ wurden ausgewählten Gastgebern im Nachhinein diese Schilder aus Gusseisen überreicht. Auf der rechten Seite befindet sich das bekannte, farbige Logo der Weltfestspiele, links der Schriftzug „Weltfestspiele der Jugend und Studenten/ Für vorbildliche Gastfreundschaft/ Hauptstadt der DDR Berlin 1973“. An den Ecken befinden sich 4 Bohrungen zur Befestigung. Unser Schild zeigt deutliche Gebrauchsspuren da es über einen Zeitraum von 2 Jahrzehnten der Verwitterung ausgesetzt war.

Haben Sie die Weltfestspiele 1973 miterlebt? Waren sie als Gast bei einer Privatfamilie einquartiert oder waren Sie gar Gastgeber? Haben Sie noch Erinnerungsstücke aus dieser Zeit? Ich würde mich über Ihre Erfahrungen und Exponate sehr freuen und bitte Sie darum mich unter joern.kleinhardt@ddr-museum.de zu kontaktieren.

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