Tipp

Honeckers Gartenlaube – Besuch in der ehemaligen Waldsiedlung in Wandlitz

Am Sonntag versuchten wir bei herrlichem Sonnenschein nachzuvollziehen, wie die hohen SED-Funktionäre in der ehemaligen Waldsiedlung in Wandlitz gelebt haben. Die Waldsiedlung wurde zwischen 1958 und 1960 errichtet und war seitdem der Wohnsitz der wichtigsten SED-Politbüromitglieder.
von Melanie Alperstaedt (13.07.2009)

Am Sonntag versuchten wir bei herrlichem Sonnenschein nachzuvollziehen, wie die hohen SED-Funktionäre in der ehemaligen Waldsiedlung in Wandlitz gelebt haben.
Die Waldsiedlung wurde zwischen 1958 und 1960 errichtet und war seitdem der Wohnsitz der wichtigsten SED-Politbüromitglieder. Die umfangreiche Wohnanlage befand sich in einem Wald, unweit des Liepnitzsees, nordöstlich von Berlin. Obwohl das Territorium eigentlich zu Bernau gehört, hat sich auf Grund der geographischen Nähe zu der Stadt Wandlitz, der Name Wandlitz, als Synonym für das Leben der Oberen, eingebürgert. Neben den 23 Einfamilienhäusern, unter anderem für Familien Ulbricht, Mielke, Stoph, Honecker und Krenz gab es auf dem Gelände des so genannten Funktionärsclub mit Schwimmbad, Kino und Restaurant und das so genannte Ladenkombinat, in dem neben hochwertigen Ost-Produkten auch Waren aus dem »nichtsozialistischen Ausland« erhältlich waren, die eigens für die Bewohner beschafft wurden.

Im November 1989 besuchen Journalisten erstmals die von der Öffentlichkeit abgeschirmte Siedlung. Einen Monat später, wurde die Siedlung dem DDR-Gesundheitsministerium unterstellt. Die Politbüro-Mitglieder mussten ihre Häuser räumen. Zwischen Januar und Februar 1990 strömen 50.000 Besucher in die Waldsiedlung um sich ein Bild von der Lebensweise der Partei- und Staatsführung zu machen, das offenbarte, wie weit der Lebensstil der Genossen über dem des normalen Durchschnittsbürgers im Arbeiter- und Bauernstaat lag.
Für eine breite Resonanz sorgte zudem die Berichterstattung der Serie Elf99 über die Siedlung, die unter der Bevölkerung für große Empörung sorgte.

Seit 1990 befindet sich auf dem Gelände die Brandenburg-Klinik. Die Wohnhäuser und sonstigen Einrichtungen der ehemaligen Wohnsiedlung werden von Krankenhaus genutzt.
Obwohl heute nur noch wenig auf das vergleichsweise luxuriöse Leben der Bewohner hindeutet, war es dennoch sehr interessant sich die Gebäude und die Umgebung anzuschauen.
Für einen Besuch in Wandlitz unbedingt zu empfehlen, ist die Broschüre »Wer wohnte Wo?« von Paul Bergner, in der zahlreiche Fotos und eine vom Autor gezeichnete Karte den Besuch zu einem spannenden Ausflug machen.



Mehr zum Thema

Tickets ohne Warteschlange ab € 5,50   Jetzt kaufen