"Hoffentlich hält sich die Bräune"

Am gestrigen Abend ging es bei der Veranstaltung im Besucherzentrum etwas lockerer zu. Zu Gast waren der Texter und Comedian Georg Keim sowie die Schauspielerin und Sprecherin Gisa Bergmann. Beide sind seit 14 Jahre beste Freunde und ein harmonisches, lustiges Duo.
von Janine Henschel (12.12.2014)

Am gestrigen Abend ging es bei der Veranstaltung im Besucherzentrum etwas lockerer zu. Zu Gast waren der Texter und Comedian Georg Keim sowie die Schauspielerin und Sprecherin Gisa Bergmann. Beide sind seit 14 Jahre beste Freunde und ein harmonisches, lustiges Duo.

Doch was hat es mit dem Titel „Hoffentlich hält sich die Bräune“ auf sich? Dieser Satz ist Motiv einer von knapp 3.000 Postkarten, die Keim ersteigert hat. Er war schon immer Bulgarienfan und irgendwann entwickelte sich die Idee, Postkarten mit Urlaubsgrüßen von DDR-Touristen zu sammeln. Keim geht es dabei weniger um die Motive - die unterscheiden sich kaum von anderen Postkarten. Entscheidend sind die Texte auf der Rückseite! Sie sind unterhaltsam und knapp  - ja, beinahe banal, aber auch skurril und witzig. Einige Mitteilungen lassen sehr viel Platz für Fantasie und Spekulationen. Wie genau soll Michael die Postkarte von seinem „Trempergirl“ interpretieren, die schreibt: „Rumänien gut überstanden (Details zu Hause). Mit Rallyefahrern mitgefahren und 2 Italienern. Alle brav – keine Angst!“? Aber es gibt auch Mittelungen, bei denen deutlich wird, dass die Urlaubsträume anscheinend nicht wahr geworden sind.

Hans schreibt beispielsweise auf seiner Postkarte „wie im Paradies, nur das Paradies fehlt“ oder Siggi, der über „3 Tage Bahnfahrt!“ stöhnt. Gabi und Volker sind der Meinung, dass „das Essen seltsam, aber genießbar“ ist. Teilweise werden auf den Postkarten nicht nur Urlaubsgrüße versendet, sondern schon Treffen in weiter Zukunft mit genauer Terminangabe vereinbart. Aber wie soll es auch anders sein? Postkarten waren eine wichtige Form der Kommunikation, denn Telefone hatten nur die Wenigsten.

Durch die Bühnenerfahrung Gisa Bergmanns und Georg Keims wirkten die Aussagen sehr authentisch und gaben den Gästen die Möglichkeit sich in die Rolle der Urlauber zu versetzten. Die Atmosphäre und die gemütliche Runde sorgten beinahe für ein Gefühl als säße man bei Oma und Opa im Wohnzimmer und lässt sich Geschichten von früher erzählen!

Die Sammlung umfasst momentan knapp 3.00 Karten mit Urlaubsgrüßen aus Ungarn, Rumänien, Polen, der CSSR und der Sowjetunion und wird natürlich permanent erweitert.

Das nächste Mal sind Gisa Bergmann und Georg Keim live in Berlin im Scheinbar-Varieté am 15. Februar 2015 um 20 Uhr zu sehen.

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