Heute stellt Kulturstaatsminister Neumann einen von drei Entwürfen für das Freiheits- und Einheitsdenkmal im Deutschen Bundestag vor

Für welchen Entwurf wird sich der Kulturstaatsminister und das Bundesbauministerium entschieden haben? Wir erfahren es heute um 16:30 Uhr, wenn Herr Neumann im Deutschen Bundestag DEN EINEN Entwurf nennt, über den dann zunächst der Kulturausschuss abstimmen wird.
von Melanie Alperstaedt (13.04.2011)

Für welchen Entwurf wird sich der Kulturstaatsminister und das Bundesbauministerium entschieden haben? Wir erfahren es heute um 16:30 Uhr, wenn Herr Neumann im Deutschen Bundestag DEN EINEN Entwurf nennt, über den dann zunächst der Kulturausschuss abstimmen wird.

In einem Kommentar in der Zeit können Sie die Modelle der drei Entwürfe in der Vorauswahl sehen. Wie Sie sich bestimmt denken können, gibt es viele Meinungen und jede Menge Diskussionen über den Namen des Denkmals, über die Entwürfe oder auch den Standort. Auch wenn ein Kompromiss oder das Erarbeiten einer gemeinsamen Meinung erstrebenswert ist, finde ich die Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten gut. Geschichtsaufarbeitung ist ein Prozess, dem Denkanstöße nur gut tun.

Daher möchte ich Ihnen einen Artikel von Sebastian Preuss in der Berliner Zeitung empfehlen, der weder mit dem Ablauf des Wettbewerbs, noch mit den Entwürfen zufrieden ist und zum öffentlichem Widerstand rät.

Der Wettbewerb, der zur Einreichung von Entwürfen für das Denkmal ausgerufen wurde, benötigte zwei Durchgänge, da der erste davon keine akzeptablen Ergebnisse erzielte. Und auch im zweiten Durchgang konnte sich die Jury nicht endgültig entscheiden, sondern kürte drei gleichrangige Siegerentwürfe und forderte zur Überarbeitung auf. Diese erfolgte und die Entwürfe wurden der Öffentlichkeit präsentiert.

Und heute nun erfahren wir, welche Form die offizielle Erinnerung an und Würdigung der Ereignisse 1989 in der Hauptstadt finden wird, wo offizielle Staatsgäste Kränze niederlegen und Touristen hinpilgern werden.

Ich persönlich finde keinen der drei Entwürfe unwürdig oder verhindernswert. Ich bezweifle auch, dass es ein Denkmal gäbe, mit denen alle Beteiligten zufrieden wären. Wichtig ist mir vor allem, dass es offizielle Orte der Erinnerung gibt, gerne in ganz Deutschland. Diese gibt es aber ja auch bereits: Museen, Gedenkstätte oder stille Orte der ganz persönlichen Erinnerung an die Überwindung einer Diktatur.

Vielleicht haben Sie ja auch einen Ort, den Sie besonders mit den Ereignissen 1989 verbinden? Für mich ist es nicht das Brandenburger Tor oder der Kurfürstendamm, es ist der damalige Grenzübergang in Schönefeld und ebenfalls das damalige "Ende" der Groß-Ziethener-Chaussee in Rudow. Dort hörte die Straße an der Mauer einfach auf und man konnte als Westberlinerin auf einen Holzturmsteigen und über die Mauer sehen. Als Kind tat ich dies oft und nach 1989...vielleicht war es erst 1990...wurde der Holzturm ab- und die Mauer eingerissen und die Groß-Ziethener-Chaussee wurde weitergeführt...durch Klein-Ziethen hindurch und viel weiter :) Wie es heute aussieht, können Sie hier sehen. Dieser Ort ist nicht so spektakulär wie ein Denkmal, das gebe ich zu.

So, nun sind es noch gut zwei Stunden und einige Minuten, dann wissen wir mehr. Ich bin gespannt und hoffe wirklich, dass Ihnen der gewählte Entwurf zusagen wird!

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