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„Pouva Magica“ und Rollfilme für Groß und Klein

Rollfilme und Dias waren in der Zeit der Analogfotografie gängige Medien für den Heimgebrauch, lange bevor Videokassetten oder gar digitale Medien wie CDs oder DVDs auf den Markt kamen. Dementsprechend gab es verschiedene Hersteller von Rollfilmen und Diaserien. von Jörn Kleinhardt (19.05.2016)

Karl Pouva gründete 1939 im sächsischen Freital die Firma „Karl Pouva AG“ und produzierte fortan einfache Diaprojektoren und Kameras. Im Jahr 1953 wurde durch die Karl Pouva AG ein wahrer Klassiker der Heimunterhaltung auf den Markt gebracht, der Diaprojektor „Pouva Magica“. Das Gehäuse des Projektors besteht nahezu vollständig aus dem Kunststoff Bakelit, lediglich einige Verbindungsteile sind aus Metall gefertigt. Als Leuchtmittel konnte eine einfache Glühbirne mit einer Leistung zwischen 40 und 100 Watt verwendet werden. Die Einfachheit der Konstruktion schlug sich auch im Verkaufspreis nieder, das Gerät war mit 22,10 Mark sehr günstig und fand dadurch über die Jahre Einzug in tausenden Haushalten. Der „Jugendbildwerfer“ so die korrekte Gerätebezeichnung sollte, wie man vom Namen ableiten kann, vor allem junge Leute ansprechen. Das einfache aber robuste Wiedergabegerät wurde nahezu unverändert bis Ende der 1980er Jahre in Freital produziert und begeisterte Generationen von Familien über mehrere Jahrzehnte.

Rollfilme und Dias waren in der Zeit der Analogfotografie gängige Medien für den Heimgebrauch, lange bevor Videokassetten oder gar digitale Medien wie CDs oder DVDs auf den Markt kamen. Dementsprechend gab es verschiedene Hersteller von Rollfilmen und Diaserien um den Bedarf an „Filminhalten“ zu decken. Durch die diversen Hersteller wurde eine große Bandbreite an Themen abgedeckt, es gab klassische Märchen und Kinderserien für die kleinen Zuschauer als auch Serien von Sehenswürdigkeiten im In- und Ausland für die Großen. Sogar Lehrmaterial oder propagandistisches Material wurde auf Rollfilm produziert. Daraus lässt sich ableiten, dass Rollfilmprojektoren neben dem Heimgebrauch auch an Schulen, Betrieben oder Universitäten verwendet wurden.

In unserem Sammlungsbestand haben wir eine Vielzahl von Rollfilmen mit verschiedensten Inhalten. Angefangen von den klassischen „Color Bildbänden“ der DEFA, über Sonderserien der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft bis hin zu Rollfilmen mit Lehrinhalten herausgegeben vom Stab der Zivilverteidigung. Eine Auswahl von Filmen wird zusammen mit diesem Blog auf unserer Facebookseite präsentiert.

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