DDR-Geschichte

Heimatkundeunterricht an Schulen der DDR

Das Fach „Heimatkunde“ wurde an den Schulen der DDR in der Unterstufe zwischen der ersten und vierten Klasse unterrichtet. Doch der Begriff „Heimatkunde“ war keineswegs eine Erfindung der DDR. Schon im 19. Jahrhundert war der Begriff für den allgemein bildenden Unterricht für jüngere Schüler weit verbreitet. von Jörn Kleinhardt (23.09.2016)

Das Fach „Heimatkunde“ wurde an den Schulen der DDR in der Unterstufe zwischen der ersten und vierten Klasse unterrichtet. Doch der Begriff „Heimatkunde“ war keineswegs eine Erfindung der DDR. Schon im 19. Jahrhundert war der Begriff für den allgemein bildenden Unterricht für jüngere Schüler weit verbreitet. In Zeiten der Weimarer Republik und in den Zeiten des Nationalsozialismus wurde das Fach, inhaltlich nahezu unverändert weitergeführt. Nach der deutschen Teilung wurde die „Heimatkunde“ dann auch Teil des Unterrichtsstoffes sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. In der DDR bestand das Fach bis zum Jahr 1989, die Bundesrepublik führte stattdessen ab den 1960er Jahren den „Sachkundeunterricht“ ein.

Doch worum ging es bei der „Heimatkunde“? Der Name des Unterrichtsfaches lässt schon darauf schliessen, es ging um die Einführung in das gesellschaftliche Leben und um Kenntnisse der heimischen Natur. Unterteilt in diese Oberkategorien, wurden den Erst- und Zweitklässlern hauptsächlich das heimische Gesellschaftssystem sowie einige geschichtliche Grunddaten nähergebracht. Später wurde mehr Wert auf wissenschaftliche und naturwissenschaftliche Kenntnisse gelegt. So sollte der Heimatkundeunterricht in den Klassenstufen drei und vier auf die ab Klasse 5 folgenden Fächer Biologie, Geographie und Geschichte vorbereiten.

Die Heimatkundehefte der Schüler waren zumeist sehr bunt, voller Illustrationen und ausgeschnittener Bilder. In unserem Sammlungsbestand haben wir verschiedene Schulhefte aus mehreren Klassenstufen.  Im Vergleich zwischen den Heften ist zu erkennen, dass die Lehrpläne innerhalb der Bezirke der DDR identisch waren. Es ist also egal ob wir ein Heimatkundeheft der 1. Klasse aus Cottbus, Berlin oder Rostock aufschlagen, der Inhalt ist beinahe identisch. Am Anfang steht in allen Heften der Staat, die frischgebackenen Schüler lernen das Staatswappen und die Fahne in den Nationalfarben kennen. Danach geht es um die jeweilige Heimatstadt und den dazugehörigen Bezirk. Natürlich spielen die Pionierorganisation, Feier und Gedenktage wie der 1. Mai, der Internationale Frauentag oder der Tag der Befreiung ebenfalls eine Rolle. Dem Namensgeber der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ sind jeweils mehrere Seiten gewidmet. Die Nationale Volksarmee wird ebenfalls mehrfach erwähnt. Nach dem ideologischen Teil geht es um die heimische Flora und Fauna, das korrekte Verhalten im Straßenverkehr, Hygienetipps und für Kinder wichtige Dinge wie beispielsweise das korrekte Verhalten beim Baden oder Beschreibungen und Zeichnungen der eigenen Haustiere!

Habt ihr noch Erinnerungen an euren damaligen Heimatkundeunterricht? Was hat euch besonders gut gefallen und was eher nicht? Habt ihr vielleicht sogar noch ein paar alte Schulhefte aus dieser Zeit? Wir würden uns sehr freuen wenn ihr euch bei uns melden würdet!

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