„Heilige Hetzjagd. Eine Ideologiegeschichte des Antikommunismus“: Eine Buchvorstellung endete in einer sehr lebendigen Diskussion

Gestern stellte Herr Professor Dr. Wippermann sein neues Buch „Heilige Hetzjagd. Eine Ideologiegeschichte des Antikommunismus." vor. Ebenfalls anwesend waren Herr Dr. Jochen Staadt, Historiker und Publizist, sowie der wissenschaftliche Leiter des DDR Museums, Herr Dr. Stefan Wolle.
von Melanie Alperstaedt (22.02.2012)

Gestern stellte Herr Professor Dr. Wippermann sein neues Buch „Heilige Hetzjagd. Eine Ideologiegeschichte des Antikommunismus." vor. Ebenfalls anwesend waren Herr Dr. Jochen Staadt, Historiker und Publizist, sowie der wissenschaftliche Leiter des DDR Museums, Herr Dr. Stefan Wolle.

Zunächst stellte Herr Wippermann sein Buch und die darin enthaltenen Grundthesen vor. Die Publikation ist als eine globale Ideologiegeschichte des Antikommunismus konzipiert. Wippermann vertritt dabei die These, dass der Kommunismus ein vielleicht anzustrebendes Ideal, der Antikommunismus eine mit Sicherheit abzulegende Ideologie sei. Dabei versteht Wippermann die bisherigen als kommunistisch bezeichneten Staaten und Regime nicht als tatsächlich kommunistisch, da diese das Ideal des Kommunismus, eine friedliche, klassenlose Gesellschaft mit Gemeinwirtschaft, nie erreicht haben. Dabei möchte Wippermann nicht Partei ergreifen für den Kommunismus, sondern die politische Wirksamkeit des Antikommunismus aufzeigen. Dieser ideologische Antikommunismus wurde seiner Meinung nach zu verschiedenen Zeiten und in Verbindung mit z.B. Antisemitismus oder Rassismus zur Bekämpfung von politischen Gegnern benutzt und sei in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 ebenfalls in diesem Sinne angewandt worden.

Sie merken, das Thema ist abstrakt. So wurde gestern auch auf vielen unterschiedlichen Ebenen diskutiert: Es ging über den Kommunismus selbst, über die Thesen von Herrn Wipperman und ob die Kritik am Kommunismus per se Antikommunistisch sei und somit ideologisch motiviert.

Es ging, ehrlich gesagt, in der Diskussion heiß her und viele Gäste aus dem Publikum haben sich beteilig. Die Veranstaltung war eh sehr gut besucht und so war kaum noch ein Platz im Zuschauerraum frei. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat, waren die Worte, die teilweise im Eifer der Diskussion gefallen sind. Als Zuschauerin musste ich mich ja nicht zwingend beteiligen und den Podiumsgästen schien diese lebhafte Diskussion auch nicht viel auszumachen. Es schien eher so, als seien alle Teilnehmer dies gewohnt, sie hielten ordentlich dagegen, machten teilweise scherzhafte Bemerkungen und konnten letztendlich beeindruckend gut damit umgehen.

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