Veranstaltung

Genzenlose Geschichten - Neue Texte und alte Lieder von Karl-Heinz Bomberg und Doris Wiesenbach

Nachdem bei den letzten Veranstaltungen in diesem Quartal viele Bücher vorgestellt wurden, sich zahlreiche DDR-Schauspielstars die Klinke in die Hand gaben und auch eine neue Sonderausstellung in den Vitrinen der Domklause eröffnete, wurde es gestern Abend endlich wieder musikalisch! Nach über anderthalb Jahren kam der Psychoanalytiker und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg wieder zu Besuch und stellte, quasi im Duett mit Schriftstellerin Doris Wiesenbach, seine neue CD "Seitdem klingt durch die Nacht ein Ton" und ihr neues Buch "Grenzenlos. Deutsch-deutsche Kurzgeschichten" vor.
von Admin (24.09.2014)

Nachdem bei den letzten Veranstaltungen in diesem Quartal viele Bücher vorgestellt wurden, sich zahlreiche DDR-Schauspielstars die Klinke in die Hand gaben und auch eine neue Sonderausstellung in den Vitrinen der Domklause eröffnete, wurde es gestern Abend endlich wieder musikalisch! Nach über anderthalb Jahren kam der Psychoanalytiker und Liedermacher Karl-Heinz Bomberg wieder zu Besuch und stellte, quasi im Duett mit Schriftstellerin Doris Wiesenbach, seine neue CD "Seitdem klingt durch die Nacht ein Ton" und ihr neues Buch "Grenzenlos. Deutsch-deutsche Kurzgeschichten" vor.

Der Liedermacher und Autor Bomberg (Jahrgang 1955, Thüringen) ist eigentlich Dr. med., absolvierte das Studium der Medizin in Leipzig, ist Facharzt für Anästhesie und für Psychotherapeutische Medizin und beschäftigt sich heute als Psychoanalytiker u.a. mit Haftfolgen. Auch aus seiner persönlichen Erfahrung heraus - 1984 wurde er wegen einiger seiner Lieder inhaftiert. Heute lebt und praktiziert Bomberg in Berlin, hat Familie, 2 Kinder.

Doris Wiesenbach hingegen ist aus dem "Westen", geboren in Frankfurt am Main, und kam erst nach 1989 in den "Osten". Seit 1996 ist sie Berlinerin. Geheiratet hat sie einen Oppositionellen aus der DDR, der und dessen Bekanntenkreis sie zu ihrem Buch inspirierte. Ihre "deutsch-deutschen Kurzgeschichten" sind frei nach wahren Begebenheiten und Interviews mit den Zeitzeugen entstanden. Es sind "Erzählungen über mutige Menschen, die sich in einem geschlossenen gesellschaftspolitischen System nach Freiheit und Individualität sehnten. [...] Die Geschichten sind mit einer Prise Ironie gewürzt, die damals viele DDR-Bürger davor bewahrt hat, an diesem Staat zu verzweifeln.", ist auf dem Einband des Buches zu lesen, zu dem Dr. Bomberg auch das Geleitwort verfasst hat.

Eine der Geschichten von Doris Wiesenbach handelt auch von Karl-Heinz Bomberg selbst und einem Erlebnis, als er in einer Kirche singen wollte, was allerdings auf Drängen der Stasi verhindert wurde. Da in dieser Kurzgeschichte auch zwei Lieder von ihm eingearbeitet und abgedruckt sind, bot sich das 'Duett' also geradezu an. Sie las die Geschichte und wenn dem literarischen Bomberg im Buch ein Lied durch den Kopf ging, griff der real vor dem Publikum sitzende Bomberg zu seiner Gitarre und stimmte es an. Die Mischung gelang, das Publikum war begeistert. Zu Beginn und Ende der Veranstaltung spielte Bomberg außerdem je zwei Lieder von seiner CD "Seitdem klingt durch die Nacht ein Ton" und begeisterte zum Abschluss auch mit einigen Versen, bedächtig vorgetragen und in wohldosierten Worten in den Raum geworfen, die Gäste. Eine weitere Kurzgeschichte, gelesen von Frau Wiesenbach, rundete die Veranstaltung ab.

Ein wirklich sehr gelungener Abend in unserem bis auf den letzten Platz besetzten Besucherzentrum! Nach minutenlangem Applaus war schließlich auch die Autogramm-Jagd auf Wiesenbach und Bomberg eröffnet, viele Gäste führten zudem noch lange Gespräche mit den Vortragenden. Auch die Möglichkeit, Buch und CD zu erwerben, wurde rege genutzt. Wir danken Karl-Heinz Bomberg und Doris Wiesenbach für diesen amüsanten Abend, der auch zum Nachdenken anregte.

 

 

Und wer die Veranstaltung verpasst hat: Auf YouTube können Sie sogar schon einige Videos der gestern von Karl-Heinz Bomberg vorgetragenen Lieder finden!

 

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