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Ein Spiel zum 20. Republikgeburtstag

Was macht eine Republik, die am 7. Oktober 1969 gerade eine Generation alt geworden war. Sie feiert sich selbst, auch indem sie ein Spiel als Jubiläumsausgabe anlässlich des 20. Jahrestages der DDR herausgibt. Nun, fast 45 Jahre später haben wir dieses Spiel des VEB Spielewerk Karl-Marx-Stadt eingeworben.
von Sören Marotz (18.07.2013)

Was macht eine Republik, die am 7. Oktober 1969 gerade eine Generation alt geworden war. Sie feiert sich selbst, auch indem sie ein Spiel als Jubiläumsausgabe anlässlich des 20. Jahrestages der DDR herausgibt. Nun, fast 45 Jahre später haben wir dieses Spiel des VEB Spielewerk Karl-Marx-Stadt eingeworben. Äußerlich präsentiert es sich im Bestzustand, was auch darauf schließen lässt, dass es nach dem Kauf schnell in der Ecke verschwand. Und -in der Tat- der Spielwert ist eher dürftig. Man zieht eine Art Puzzleteil, liest den rückseitigen Text allen Mitspielern vor und legt das Teil dann an die vermeintlich richtige der 70 Stellen auf ein Spielfeld, welches die Topographie der DDR abbildet. Gewonnen hat derjenige, der die meisten Puzzleteile richtig gelegt hat. Kein Wunder, dass das Spiel für den geringen „Endverbraucherpreis" (EVP) von nur 6,- Mark erhältlich war. Der gewünschte Lerneffekt bestand offensichtlich in der Verbesserung der geographischen Kenntnisse der DDR-Bürger, was auch durch eine Vielzahl an Informationen auf dem Beiblatt unterstützt wurde.

Neben dem „Errungenschaften des Sozialismus" wie dem „Haus des Lehrers" in Berlin findet sich interessanterweise auf dem Deckel des Spiels sowohl der Wartburg, wie auch die Wartburg wieder. Nicht hat nur Eingeweihte wissen, dass neben dem Mittelklasse-PKW auch eine ehemalige Wirkungsstätte Luthers gemeint ist. Beim Blick auf das Spielbrett wird es dann noch interessanter. Hier fällt die Form des ebenfalls 1969 eröffneten Fernsehturms auf, der so nicht gebaut wurde. Es ist wohl einer der Vorentwürfe dargestellt.

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