Ein ergreifender Abend mit dem Zeitzeugen Hans-Eberhard Zahn.

Unsere Veranstaltung am gestrigen Abend werde ich so schnell wahrscheinlich nicht vergessen. Der 1928 geborene Hans-Eberhard Zahn erzählte von seinem Leben, aber vor allem von seiner siebenjährigen Haft in verschiedenen Anstalten der DDR.
von Melanie Alperstaedt (09.06.2010)

Unsere Veranstaltung am gestrigen Abend werde ich so schnell wahrscheinlich nicht vergessen. Der 1928 geborene Hans-Eberhard Zahn erzählte von seinem Leben, aber vor allem von seiner siebenjährigen Haft in verschiedenen Anstalten der DDR.

Alles begann mit einem Koffer voll Geld und einer langen Namensliste und endete in einer Odyssee durch die Mühlen des Unrechtsstaates DDR. Anfangs inhaftiert von der Staatssicherheit, wurde er in wenigen Tagen mehrfach verhört, durch Schlafentzug gequält und psychisch unter Druck gesetzt. Ziel der Stasi war es, den von ihr als Spion eingeschätzten Herrn Zahn als Doppelagent zu gewinnen. Da dies nicht gelang, wurde er später "rechtskräftig" in der DDR verurteilt und verbrachte sieben Jahre seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen der DDR.

Entschuldigen Sie bitte die nur kurze Zusammenfassung seiner erzählten Geschichte. Was mich persönlich neben Hans-Eberhard Zahns Duchhaltevermögen und Gewitztheit jedoch übermäßig beeindruckt hat, war die besonnene Souveränität, die er die ganze Veranstaltung über ausstrahlte. Mit leichter Ironie, Witz und Gelassenheit sprach er über seine schreckliche Lebensgeschichte, die mich, hätte ich sie selbst erlebt, wahrscheinlich gebrochen und zerstört hätte. Er ließ sich jedoch nicht unterkriegen und kann dadurch heute jüngeren Generationen auf eine Art und Weise von der Staatssicherheit und der DDR berichten, die nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen ankommt.

Nachdem er seine Geschichte erzählt hatte, begann eine Fragerunde, bei der sich das Publikum fleißig beteiligte. Geduldig beantwortete Herr Zahn auch persönliche Fragen und ließ die Zuschauer an seinem Erleben, Verarbeiten und seiner Sicht der Dinge teilhaben.

Danke Herr Zahn, für einen berührenden und lehrreichen Abend!

Wer mehr Informationen möchte, findet diese auf der Seite der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, bei der Herr Zahn Beiratsmitglied ist und auch Besuchergruppen durch das Gefängnis führt.

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