Veranstaltung

Die „Steinlandpiraten“ spielen „Gundis“ Lieder

Vor 16 Jahren hat sich das Leben einer ganzen Generation verändert, denn 1998 ist Gerhard Gundermann im Spreetal verstorben. Aus diesem Grund haben wir gestern die Band „Steinlandpiraten“ zu uns in das Besucherzentrum eingeladen. von Janine Henschel (20.06.2014)

Vor 16 Jahren hat sich das Leben einer ganzen Generation verändert, denn 1998 ist Gerhard Gundermann im Spreetal verstorben. Aus diesem Grund haben wir gestern die Band „Steinlandpiraten“ zu uns in das Besucherzentrum eingeladen. Die Musiker Patti Heidrich und Karsten Schützler spielen in der Band UNBEKANNT VERZOGEN, haben sich außerdem zu dem Duo Steinlandpiraten zusammengeschlossen und widmen sich mit voller Hingabe Gundis Liedern.

Bereits in ihrer Jugend hatte Patti Gerhard Gundermann live auf seinen Konzerten erleben können. Für sie, und für eine komplette Ostgeneration, war seine Musik ein Spiegel der inneren Zerrissenheit. Gundi war nicht nur Musiker, sondern auch Bergmann. Seine Aussage „nur Kunst oder nur Arbeit geht für mich nicht. Ich brauche verschiedene Perspektiven auf die Gesellschaft, sonst führt das zur Verblödung,“ zeigt aus welchem Blickwinkel seine Texte entstanden sind, die schließlich viele Menschen in den 80er und 90er Jahren begleitet haben.

Das Leben allgemein, die Suche nach dem richtigen Weg, Gemeinschaft und die Liebe sind die Themen, die sich durch die Musik Gundermanns ziehen und von den „Steinlandpiraten“ leidenschaftlich neu interpretiert werden. Patti und Karsten hatten sogar teilweise unveröffentlichtes Material gefunden, als sie in den Konzertmitschnitten Gundermanns gekramt haben.

Das Publikum hatte nun gestern die Möglichkeit diesen musikalischen Kreationen zu lauschen und bei guter Textsicherheit auch mitzusummen. Meine persönlichen Favoriten, bei denen sich Gänsehaut nicht vermeiden ließ, waren Torero, Sag wolltest du nicht noch sowie der Titel Reiner Wein und Verborgene Träume von UNBEKANNT VERZOGEN. Auch der Song Tamara, der anlässlich Tamara Danz` 60. Geburtstag geschrieben wurde, war sehr beeindruckend.

Ergänzt wurden die zahlreichen Songs durch die Kommentare unseres Sammlungsleiters Sören Marotz, der durch den Abend führte. Er zitierte Gundermanns Rede auf dem Kongress der Unterhaltungskunst am 1./2. März 1989 im Palast der Republik. Beeindruckend waren schon die ersten Sätze, welche die Zerrissenheit Gundermanns symbolisieren:
„Ich bin jemand, der eigentlich zwei Berufe hat. In dem einen versuche ich für den Unterhalt der Gesellschaft zu sorgen, mit zu sorgen. In dem anderen für ihre Unterhaltung. In dem ersten Beruf bin ich Bergmann. Ich arbeite seit 15 Jahren auf dem Schaufelradbagger im Tagebau Spreetal. Mein spezielles Problem ist, daß ich einige hundert Meter von diesem Tagebau wohne. Das Haus, in dem ich wohne, wird von der Kohle, die ich fördere, mit Energie und Gas versorgt. Gleichzeitig baggere ich unerbittlich auf dieses Haus zu und bin im Jahr 2003 an meinem eigenen Eingeweckten. Habe also, wenn es nach Plan geht, ab 2003 kein zu Hause mehr. Ich stehe in dem Konflikt, einerseits meine Arbeit gut machen zu wollen, andererseits so langsam wie möglich.“*

Sie merken schon, es war ein spannender und kurzweiliger Abend. Eventuell wird es nächstes Jahr eine Veranstaltung ähnlicher Art geben. Ich empfehle Ihnen auf jeden Fall vorbeizukommen – das wird ein klasse Abend!

Wenn Sie nicht mehr so lange warten möchten, dann haben Sie bereits am 5. Juli 2014 um 19.00 Uhr die Möglichkeit UNBEKANNT VERZOGEN live zu hören – allerdings auf dem Campingpark Ostseebad Rerik. Alle weiteren Termine sowie Infos zu Alben und der Band allgemein finden Sie unter www.unbekannt-verzogen.net. Oder Liken Sie doch einfach die Steinlandpiraten bzw. UNBEKANNT VERZOGEN auf Facebook…

Ich möchte mich noch einmal bei Patti und Karsten für den schönen Abend bedanken, die mit einer beeindruckenden Leidenschaft die Songs des deutschen Liedermachers „Gundi“ inszenieren.

 

Möchten Sie mehr über Gerhard Gundermann erfahren, dann finden Sie auf der Homepage der Gundermann Seilschaft e.V. weitere Informationen.

 

 

*Quelle: Zeitschrift „Utopie Kreativ“

 

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