Für Sie gelesen

Die Spuren der DDR in Berlin: Architektur und Design

Wer sich für die Vergangenheit interessiert, ist in Berlin goldrichtig. Neben der vielfältigen Museumslandschaft gibt es „Zeugen der Geschichte“ über die ganze Stadt verteilt. Das hier behandelte Buch weist Leser auf diese manchmal versteckten geschichtsträchtigen Orte hin.
von Melanie Alperstaedt (18.11.2016)

Wer sich für die Vergangenheit interessiert, ist in Berlin goldrichtig. Neben der vielfältigen Museumslandschaft gibt es „Zeugen der Geschichte“ über die ganze Stadt verteilt. Einzelne Gebäude bis zu ganzen Stadtteilen vermitteln Interessierten einen Eindruck von vergangenen Zeiten. Manchmal läuft man jedoch einfach an Ihnen vorbei, sie sind versteckt im Stadtbild oder man schaut beeindruckt darauf und kann sie keiner Zeitepoche zuordnen. Und wenn man dann vielleicht weiß, aus welcher Zeit das Erblickte stammt, fehlt dem Betrachter vielleicht der Kontext. Als Berliner oder Zeitzeuge mag das meist kein Problem sein, aber auch Jüngere oder Touristen interessieren sich für dieses Thema. Oft bleiben sie mit ihrem Interesse allein oder verpassen schlicht die historische Bedeutung von Orten.

Dirk Engelhardt hat nun im via reise Verlag das Buch „Berlin. Wo es die DDR noch gibt.“ veröffentlicht, in der er den Leser und Leserinnen Plätze zeigt, „die sich ihr spezielles DDR-Ambiente bewahrt haben. Darunter schöne Orte uns Orte des Schreckens, skurrile Orte und Orte, deren besonderen Charakter man vielleicht erst heute erkennt.“ Die angekündigte Mischung ist ihm wirklich gut gelungen. Er stellt eine beeindruckende Bandbreite von Orten vor. Manche davon repräsentieren noch heute die fürchterlich-schrecklichen Seiten, andere zeigen die Vergangenheit recht unbeschwert und unterhaltsam. Beide Facetten der Vergangenheit stehen in dem Buch „Seite an Seite“ und zeigen Interessierten somit die vielfältigen Aspekte und Spuren der DDR-Geschichte.

Insgesamt stellt das Buch 66 Orte vor, die in einer aktuellen Karte vom Ostteil Berlins verortet sind. Für alle Geschichtsinteressierten befindet sich am Anfang des Buches auch eine historische Karte von Ostberlin von 1988. Ich würde sagen, dass es dem Autor gelungen ist eine ausgewogene Mischung zwischen Text und Bildern gelungen ist. Dadurch findet man all die Informationen die man braucht, kann sich aber auch an den über 90 teilweise großformatigen Bildern erfreuen und bekommt einen guten visuellen Eindruck vom beschriebenen Ort.

Manche Orte kannte ich als Berlinerin bereits, andere waren mir aber auch unbekannt. Natürlich ist mir die Nummer Neun, das DDR Museum ein Begriff! Auch die Architektur am Alexanderplatz ist naheliegend, eine kleine Minol-Tankstelle kann man aber leicht übersehen und auch der gezeigte Wachturm ist versteckter, als man vermuten würde. Tipps wie die Kneipe „Metzer Eck“, das „Kino International“ oder Läden wie der „Intershop 2000“ ermöglichen bei einem Berlin-Besuch auch ungewöhnliche Erlebnisse, die einen DDR-Bezug haben. Das Buch stellt also schöne Alternativen vor, mit denen man seinen thematischen Aufenthalt in Berlin ergänzen kann.

 

Mehr zum Thema

Tickets ohne Warteschlange ab € 5,50   Jetzt kaufen