Die Kunst der DDR in einem Buch: „Abschied von Ikarus. Bildwelten in der DDR – neu gesehen.“

Das heute vorgestellte Buch ist begleitend zur gleichnamigen Ausstellung im Neuen Museum Weimar, welche vom 19. Oktober 2012 bis zum 3. Februar 2013 zu sehen war, herausgegeben worden. Allerdings ist es meiner Meinung nach wesentlich mehr, als „nur“ ein begleitender Ausstellungskatalog! Zwar bin ich keine Kunsthistorikerin, aber die umfangreichen Texte und die vielen Abbildungen von Kunstwerken machen es in meinen Augen zu einem Grundlagenwerk für alle, die sich besonders für zu DDR-Zeiten entstandende Kunst interessieren. Die Vollständigkeit kann ich natürlich nicht beurteilen, aber 400 Seiten und 32 Essays von mehr als 20 Personen rekonstruieren die Entwicklung der Kunst in sechs interessanten Kapiteln. All die Artikel basieren auf der neuesten Forschung zum Thema und verstehen sich selbst als ein Beitrag zur Debatte über die Bedeutung der Kunst aus der DDR.
von Melanie Alperstaedt (28.01.2014)

Das heute vorgestellte Buch ist begleitend zur gleichnamigen Ausstellung im Neuen Museum Weimar, welche vom 19. Oktober 2012 bis zum 3. Februar 2013 zu sehen war, herausgegeben worden. Allerdings ist es meiner Meinung nach wesentlich mehr, als „nur“ ein begleitender Ausstellungskatalog! Zwar bin ich keine Kunsthistorikerin, aber die umfangreichen Texte und die vielen Abbildungen von Kunstwerken machen es in meinen Augen zu einem Grundlagenwerk für alle, die sich besonders für zu DDR-Zeiten entstandende Kunst interessieren. Die Vollständigkeit kann ich natürlich nicht beurteilen, aber 400 Seiten und 32 Essays von mehr als 20 Personen rekonstruieren die Entwicklung der Kunst in sechs interessanten Kapiteln. All die Artikel basieren auf der neuesten Forschung zum Thema und verstehen sich selbst als ein Beitrag zur Debatte über die Bedeutung der Kunst aus der DDR.

Der Klappentext des Buches beschreibt es treffender, als ich es formulieren könnte: „Abschied von Ikarus“ zeigt Werke der bildenden Künste aus der DDR nicht als bloße Illustration der historischen Verhältnisse. Vielmehr werden im Medium der Kunstwerke geschichtliche Zusammenhänge auf vertiefende Weise begreifbar, und dies gerade ihrer künstlerischen Eigenheit, Qualität und Aussagekraft wegen.

Der Aufbau des Ausstellungskatalogs

Neben einem Grußwort der damaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anette Schavan, gibt es zwei Vorworte. Eines vom Präsidenten gemeinsam mit dem Generaldirektor der Klassik Stiftung Weimar und eines der Herausgeber des Kataloges. Sämtlichen Leihgebern wird gedankt und dann folgt schon der erste interessante Artikel. Einer der Herausgeber, Karl-Siegbert Rehberg schreibt über die vergangenen Debatten und Ausstellungen zur DDR-Kunst und schreibt über die „Unmöglichkeit“ einer Ausstellung. Ein runder und stimmiger Einstieg in das doch komplexe Thema, so dass man sich mit genügend Hintergrundwissen über die heutigen „Einordnungskämpfe“ und „Deutungs-Diskussionen“ den anspruchsvollen Kapiteln widmen kann.

1. „Aufstieg und Fall des Ikarus“: Kunst und Utopie in der DDR

2. „Neu erstanden aus Ruinen“: Moderne vs. „Sozialistischer Realismus“ in er SBZ und früheren DDR

3. „Vom Ich zum Wir“: Kulturrevolution und Utopieversprechen

4. „Die technokratische Utopie“: Der Traum von einer sozialistischen Moderne

5. „Die Mühen der Ebene“: Kunst als Medium gesellschaftlicher Integration

6. „Absturz des Ikarus“: Ausbruch und Zerfall

Auch unser wissenschaftlicher Leiter Dr. Stefan Wolle hat einen Artikel beigetragen: Ab Seite 291 ist „Die Utopie der befreiten Arbeit. Arbeitsalltag und Konsum in der DDR.“ zu finden.

Ein tolles Buch für alle Kunstinteressierten!

400 Seiten, zahlreiche Abbildungen von Kunstwerken und die anspruchsvollen Essays machen den Katalog zu einem Grundlagenwerk für das eigene Bücherregal. Sollten Sie sich für Kunst im Allgemeinen und insbesondere für Kunst aus der DDR interessieren, sei Ihnen „Abschied von Ikarus. Bildwelten in der DDR-neu gesehen“ wärmstens empfohlen. Da es die Möglichkeit bietet, sich aufgrund der anspruchsvollen Essays fundiert mit Kunst aus der DDR zu beschäftigen und gleichzeitig viele Kunstwerke abgebildet sind, eignet es sich bestimmt hervorragend für Referate oder als Basis für Recherchen. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen literarischen Schatz für Kunsthistoriker, der bereits für 39,90 € erhältlich ist. Im Vergleich zu anderen Fachbüchern ist das meiner Meinung nach ein richtig fairer Preis für das, was man zu sehen und zu lesen bekommt!

P.S.: Im Hintergrund des großesn Bildes sehen Sie das Kunstwerk, welches bei uns zu sehen ist. Es handelt sich um das Wandbild "Lob des Kommunismus" im DDR-Restaurant Domklause.

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