Ausstellung

Die Küche - Teil 2: Kochen und Geniessen in der „Plattenküche“

In der letzten Woche wurde Ihnen die Küche unseres neuen Ausstellungsteils, von unserer Pressesprecherin Melanie Alperstaedt, im Allgemeinen vorgestellt. Diese Woche soll es daher speziell um einige Exponate des neuen Ausstellungsteils gehen. von Jörn Kleinhardt (13.09.2016)

In der letzten Woche wurde Ihnen die Küche unseres neuen Ausstellungsteils, von unserer Pressesprecherin Melanie Alperstaedt, im Allgemeinen vorgestellt. Diese Woche soll es daher speziell um einige Exponate des neuen Ausstellungsteils gehen. Was erwartet man in einem Ausstellungsraum in dem es um die Bevorratung und Zubereitung von Essen geht? Genau, es geht vor Allem um Lebensmittel! Einige der gezeigten Leckereien will ich Ihnen näher vorstellen.

Die kulinarischen Gewohnheiten der DDR-Bürger richteten sich vor Allem nach der Verfügbarkeit verschiedenster Lebensmittel im Handel. Vieles von dem, was die Bürger der Bundesrepublik auf die Teller bekamen, war im Osten Deutschlands eher selten oder oftmals nur schwer erhältlich. Als Beispiele seien hier Südfrüchte, einige Gemüsesorten oder Kaffee genannt. Grundnahrungsmittel wie beispielsweise etwa Brot oder Milch gab es jedoch immer ausreichend. Um den Essensschrank daheim mit einer angemessenen Vielfalt zu bestücken, wurden viele Lebensmittel als Konserve gekauft und zuhause eingelagert. Heutzutage verbreitete Tiefkühlgerichte waren zur damaligen Zeit eher unüblich und spielten beim Kaufverhalten der Bürger eine untergeordnete Rolle.

In unserem neuen Ausstellungsteil finden Sie viele Lebensmittel in Konservenform wieder. So gibt es beispielsweise verschiedene Dosen der DDR-Marke „OGEMA“ (Abkürzung für Obst, Gemüse, Marmelade) zu sehen. In die Konserve kam damals alles, was in der DDR landwirtschaftlich angebaut und geerntet werden konnte. Die gezeigte Auswahl reicht von Brechbohnen im Glas bis Äpfeln, Rotkohl oder Stachelbeeren aus der Dose. Exotische Ausreißer sucht man unter den heimischen Konserven vergebens. Für kulinarische Extravaganzen im Bereich der Konserven zeichneten eher die Bruderländer verantwortlich. So gibt es in unserer neuen Küche auch sowjetische Sprottenpastete oder marinierte Tomatenpaprika aus Albaniens Hauptstadt Tirana zu sehen. Neben Obst und Gemüse wurden auch allerhand andere Lebensmittel mithilfe von Vakuumdosen konserviert. Sogar Vollkornbrot schaffte es zu DDR-Zeiten in die Dose!

Natürlich gibt es neben den herkömmlichen Konserven auch normale Lebens- und Genussmittel in der Plattenbauküche zu entdecken. Wenn Sie genau suchen, finden Sie eventuell ein Paket Kaffee in den Schränken. Das kleine 250g Paket der Marke „Sinfonie“ wurde damals in den „delikat“ Läden verkauft. Auch in den Läden der „HO“ (Handelsorganisation)  gab es die braune Bohne. Allerdings war der Kaffee in der DDR exorbitant teuer, ein Kilo Kaffee der ebenfalls ausgestellten Marke „rondo“ kostete in den 1980ern stolze 70 Mark der DDR! Grund dafür war die chronische Knappheit an Devisen, die für den Erwerb des Rohstoffs Kaffee benötigt wurden. Den für die DDR sehr teuren Einkaufspreis der braunen Bohnen, legte man einfach auf den Bürger um. Da Kaffee zwar als wichtig jedoch nicht als Grundnahrungsmittel galt, gab es entsprechenden Gestaltungsspielraum bei den damaligen Preisen. Teilweise versuchte man sogar den Bohnenkaffee mit Zusatzstoffen zu strecken. In unrühmlicher Erinnerung bleibt vor Allem die sogenannte „Erichs Krönung“. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Bohnenkaffee, Gerste, Zuckerrübenschnitzel und anderen Getreidesorten. Die genaue Zusammensetzung und eine „Tastprobe“ des gestreckten Kaffees können Sie bei uns im ersten Ausstellungsteil bewundern.

Zu guter Letzt gibt es in unserer neuen Küche auch ein paar „Klassiker“ zu sehen, welche es heutzutage immer noch (oder wieder) im Handel gibt. Zum einen handelt es sich um eine Packung Knäckebrot aus der Stadt Burg. Die Packung kommt mit einem Füllgewicht von ungewöhnlichen 257 Gramm daher und kostete damals 55 Pfennig. Das große Knäckewerk in Burg befindet sich bereits seit 1931 an diesem Standort. Zu DDR-Zeiten war der Betrieb Monopolist auf dem Gebiet der Knäckeproduktion und erfreute sich großer Beliebtheit. Auch heutzutage finden Sie die Marke im Einzelhandel!

Diverse Produkte der Marke „Rotplombe“ können Sie gegenwärtig ebenso im Handel erwerben. Die DDR-Eigenmarke „Rotplombe“ wurde ursprünglich 1953 in Erfurt erfunden. Von dort eroberten Produkte wie Puddingpulver, Rote Grütze oder Tortenguss die heimischen Küchen. Mit der Wende verschwand die Marke vorerst aus den Läden, bevor sie vor knapp 10 Jahren wiederbelebt wurde. In unserer Küche finden Sie selbstverständlich auch „Rotplombe“ Leckereien!

Zusätzlich zu den vorgestellten Lebensmitteln können Sie noch weitere spannende Exponate in unserer „nagelneuen“, „alten“ Küche entdecken; nahezu die komplette Einrichtung ist original und authentisch. Haben Sie Lust bekommen sich auf eine Reise in die Vergangenheit zu begeben und in unserer Plattenbauwohnung zu stöbern? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch!


 

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