Sammlung

Die Kindernähmaschine PIKO „elektra“

Einmal das machen, was die Mutti auch macht. In der DDR ging der Traum nach kindlicher handwerklicher Selbstständigkeit in Erfüllung. von Jörn Kleinhardt (31.03.2016)

Einmal das machen, was die Mutti auch macht. In der DDR ging der Traum nach kindlicher handwerklicher Selbstständigkeit in Erfüllung. Neben anderen Kleinformaten der großen Originale wie zum Beispiel Herden, Kühlschränken, Waschmaschinen und Staubsaugern, bestach die Kindernähmaschine „elektra“ aus dem VEB „Piko“ durch einfache Handhabe und langanhaltenden Spaß für 45 Mark.

Voll funktionsfähig und in nichts nachstehend von Modellen für Erwachsene, kam mit der Nähmaschine eine Reihe Schnittmuster für Puppenkleidung aus dem Verlag für die Frau. Angegeben für die Puppen Ramona und Anke waren folgende Kleidungsstücke: Hosenanzug, Faltenrock, Kleid, Mantel, Hose, Bluse und Bolero.

Stoff und Zubehör bekam die kleine Handarbeiterin von der Mutti.

Die Frauen der DDR nähten aus Mangel an variierender Kleidung und aus Tradition viele ihrer Kleidungsstücke selbst. Schnittmuster und andere Anleitungen entnahm man den Zeitschriften „PRAMO“ (PRAktische MOde) oder der „Modische Maschen“.

In Kurzwarenläden und der Stoffabteilung im Warenhaus bekam man alles weitere Notwendige. Das Angebot bestand aus großen Mengen aber wenig Auswahl der Stoffe. Man behalf sich ab und zu mit der Zweckentfremdung von Bettwäsche oder Ähnlichem.

Die kleine elektrische Kinder-Nähmaschine konnte man neben der manuellen Bedienung via Kurbel bedienen, zusätzlich konnte man einen Fußschalter erwerben um wie beim großen Vorbild, die Fußbedienung zu ermöglichen. Zur Ausstattung gehörte ebenfalls ein Arbeitslicht. Sie ist 31 cm breit, 17,5 cm hoch und 18 cm breit und vorrangig aus rotem, weißem und grauem Plastik und ein paar Metallteile gefertigt. Dazu liegt eine ausführliche Anleitung und ein Startpaket mit Nadeln und Faden der Nähmaschine bei.

Neben Freude am Spiel für das Kind wirbt die Beschreibung der Maschine auch mit Freude am Lernen. Pädagogisches Spielzeug mit weitreichendem Nutzen aus dem Gelernten. Näh mit mir – Kinderliteratur

Der Volkseigene Betrieb (VEB) „Piko“ stellt seit 1964 elektromechanisches Spielzeug und Modelleisenbahnen her. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die Betriebe von der Treuhandanstalt abgewickelt bzw. privatisiert. Der VEB Piko Sonneberg ist seit dem 1.Mai 1992 unter dem Namen „PIKO Spielwaren GmbH“ privatisiert und modernisiert worden. Sie stellen noch heute Modelleisenbahnen her.

Zur Produktpallette von „Piko“ gehörten u.a.: Wagen, Küchenmaschinen, batteriebetriebene Autos, Sportboote und Hubschrauber.

 

Ein Gastbeitrag von Juliane Knote


 

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