Die Geschichte der DDR

Wilhelm Bleek: Die Geschichte der DDR, in: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/deutsche-teilung-deutsche-einheit/43650/ddr-geschichte, 23.3.2009, abgerufen am 28.01.16.
von Elke Sieber (28.01.2016)

Wilhelm Bleek: Die Geschichte der DDR, in: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/deutsche-teilung-deutsche-einheit/43650/ddr-geschichte, 23.3.2009, abgerufen am 28.01.16.

Wilhelm Bleek ist ein deutscher Politikwissenschaftler, der zur DDR, der Staatsgründung und Deutschlandpolitik der SED habilitierte. Außerdem ist er der Autor des bekannten Standardwerks „Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland“.

Bleek widmet sich in seinem Aufsatz der Geschichte der DDR von ihren Anfängen bis zur Wiedervereinigung. Dabei geht er chronologisch vor und befasst sich insbesondere mit der Politikgeschichte der DDR. Seine Zäsuren setzt er entsprechend seiner politikhistorischen Perspektive:

Vorgeschichte und Gründung (1945-1949)

In diesem Abschnitt befasst er sich mit der sowjetischen Besatzungspolitik, die den Weg für eine sozialistische Umgestaltung ebnete, zum Beispiel die großangelegte Entnazifizierung oder die Bodenreform. Außerdem war selbstverständlich die Entstehung der Massenpartei SED durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD ein bedeutender Grundpfeiler für die Entwicklung eines sozialistischen ostdeutschen Staates. Insbesondere geht Bleek auch auf die Tatsache ein, dass zu dieser Zeit jede Maßnahme der Sowjetischen Militäradministration und auch der SED in einem gesamtdeutschen Kontext stand.

Aufbau des Sozialismus (1950-1961)

In diesem ersten Abschnitt der Regierungszeit Ulbrichts wurde die DDR in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht nach sowjetischem Vorbild umgestaltet. Alles wurde zentral durch die Partei gelenkt: Beispielsweise durch geplante Wirtschaft, Volkskammerwahlen über Einheitslisten oder eine Neugliederung des Staatsgebietes. Nach Stalins Tod 1953 geriet diese „rigorose Transformationspolitik“ in eine Krise, die zu einem „Neuen Kurs“ führte, der mehr Rücksicht auf die Bevölkerung und ihre Bedürfnisse beinhalten sollte. Erhöhte Arbeitsnormen allerdings nahm man nicht zurück, sodass diese zuerst die Berliner Bauarbeiter, später große Teile der Bevölkerung auf die Straße trieben. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 trat für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, freie Wahlen und eine Ablösung der DDR-Regierung ein und konnte nur durch sowjetische Truppen niedergeschlagen werden.

In den Folgejahren entwickelten sich die beiden deutschen Staaten immer weiter auseinander und wurden in die unterschiedlichen Militärblöcke integriert. Die DDR erhielt die „volle Souveränität“ von der Sowjetunion. Doch Ende der 50er Jahre führten wirtschaftliche und politische Probleme zu einer enormen Flüchtlingswelle, die die DDR destabilisierte. Die Antwort darauf war der Mauerbau durch die SED-Regierung am 13. August 1961.

Das System Ulbricht (1962-1971)

Die DDR stabilisierte sich tatsächlich durch die Schließung der Grenzen zu West-Berlin. Jedoch musste ein wechselseitiges Engagement mit der arbeitenden Bevölkerung getroffen werden. Das  „Neue Ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ sollte durch marktwirtschaftliche Elemente und einer damit gesteigerten Produktivität Abhilfe schaffen. Außerdem schrieb die SED ihre alleinige Führung und die Allgemeingültigkeit der kommunistischen Ideologie 1968 in der neuen Verfassung fest. Ulbricht wollte die DDR zum Vorbild für die anderen Ostblockstaaten machen, was ihm einige Konflikte mit der KPdSU einbrachte. Am 3.5.1971 wurde er dazu gedrängt aus seinem Amt als Generalsekretär der SED zurückzutreten.

Honeckers Kurskorrekturen (1971-1980)

Sein Nachfolger Erich Honecker stellte den Vorrang von Politik und Ideologie wieder her, sowie den Einfluss der Sowjetunion auf den ostdeutschen Staat. 1974 wurde die Verfassung erneut geändert und die Abwendung von einer gesamtdeutschen Nation besiegelt.

Unter Honecker erreichte die DDR außerdem die völkerrechtliche Anerkennung und eine Wirtschaftspolitik, die stärker am Konsum der Bevölkerung ausgerichtet war. Die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik wurde zum zentralen, stabilisierenden Element der Herrschaft. Die Bedürfnisse der Bevölkerung waren jedoch durch die wirtschaftliche Leistung der DDR nicht zu befriedigen.

Krisen und Untergang der SED-Herrschaft (1981-1989)

Die DDR versuchte durch technischen Fortschritt und Exportanstrengungen nötige Devisen auf dem Weltmarkt zu erhalten, um moderne Investitionsgüter für die Industrie und Konsumwaren einkaufen zu können. Die wirtschaftliche Rezession und die hohen Ansprüche an die eigene Wirtschaft führten jedoch zu Löchern im Staatshaushalt, die nur noch durch westdeutsche Kredite ausgeglichen werden konnten.

Hinzu kam die neue Politik Gorbatschows seit 1985, die von der SED-Führung nicht mitgetragen wurde, die DDR-Bürger jedoch als Druckmittel für erwartete Reformen nutzten. Immer deutlicher wurde die Diskrepanz der Versprechungen und der tatsächlichen Lebenssituation im Sozialismus für die Bevölkerung, der rigorose Kurs der SED provozierte die Bürger verstärkt in Opposition zum Staat zu gehen. Nachdem der Ostblock begann zu bröckeln, flüchteten viele DDR-Bürger über die bundesdeutschen Botschaften in Prag, Warschau und Budapest. Die Opposition im Land wuchs zudem an. Die Kirche spielte hierbei eine besondere Rolle, letztlich traten die Menschen aber auf die Straße hinaus und zeigten in Großdemonstrationen ihren Unmut. Dies führte im Oktober 1989 zum Rücktritt der führenden Parteifunktionäre und der Ankündigung einer Wende durch Honeckers Nachfolger Krenz.

Demokratische Wende und staatliches Ende der DDR (18.10.1989-3.10.1990)

Die Bevölkerung misstraute allerdings den Anstrengungen der Regierung zu einer Wende, selbst die Einladung der Opposition an einen Runden Tisch konnte das Ende der DDR nicht aufhalten. Nach dem Mauerfall siedelten viele legal nach Westdeutschland über. Auch die abgehaltene Volkskammerwahl brachte eine deutliches Votum für eine Wiedervereinigung. Die letzte Regierung der DDR unter Lothar de Maiziere kümmerte sich so nur noch um die „Abwicklung“ der DDR. Am 3.10.1990 wurde die Deutsche Einheit Wirklichkeit.

Wer sich für einen kurzen historischen Abriss der DDR interessiert, wird in dem Aufsatz von Bleek fündig. Natürlich sind bei einem Umfang von etwa vier Seiten keine umfassenden Informationen möglich, jedoch gelingt es Bleek einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entscheidungen zu geben und sie in einen Gesamtzusammenhang einzubetten.

Bild: BArch, Bild 183-Z1007-001.

 


 

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