Die 30. Lange Nacht der Museen im DDR Museum

Am kommenden Samstag findet die 30. Lange Nacht der Museen in Berlin statt und da Friedrich der Große genau heute 300 Jahre alt geworden wäre (als würde das je jemand schaffen), steht die Lange Nacht im Zeichen dieses Jubiläums. Rund 70 Berliner Museen machen mit und beziehen sich mit ihren Angeboten auf den „Alten Fritz".
von Melanie Alperstaedt (24.01.2012)

Am kommenden Samstag findet die 30. Lange Nacht der Museen in Berlin statt und da Friedrich der Große genau heute 300 Jahre alt geworden wäre (als würde das je jemand schaffen), steht die Lange Nacht im Zeichen dieses Jubiläums. Rund 70 Berliner Museen machen mit und beziehen sich mit ihren Angeboten auf den „Alten Fritz".


Wie jedes Jahr gab es auch eine Pressekonferenz, die ich mir auch heute nicht habe entgehen lassen. Sie fand in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin statt, die von Friedrich dem Großen 1763 gekauft wurde. Er gab ihr den Namen „Königliche Porzellan-Manufaktur" und das königsblaue Zepter als individuelles Zeichen. Passender wäre eine Pressekonferenz wohl nur im Schloss Charlottenburg gewesen.
Wenn Sie Porzellan mögen, kann ich Ihnen einen Besuch der Ausstellung wirkllich wärmstens ans Herz legen! Die Ausstellungsstücke sind einmalig schön und auch die original Flöte von Friedrich dem Großen wird für ein Jahr in der neu gestalteten Ausstellung gezeigt. Vielleicht kennen Sie ja das Gemälde von Menzel, auf dem der König in Sanssouci Flöte spielt?


Treffpunkt wird wieder das Kulturforum am Potsdamer Platz sein, wo die Lange Nacht der Museen um 18 Uhr mit Fanfarenklängen beginnt. Dort wird es auch zum ersten Mal eine Art Lounge geben, in der man sich bis 4 Uhr die Zeit vertreiben kann. Es gab wohl gerade von jüngerem Publikum die Nachfrage, die Lange Nacht noch länger zu gestalten. Daher wird, sozusagen als Experiment, die Gemäldegalerie Führungen zwischen zwei und vier Uhr anbieten. Bei entsprechender Nachfrage werden dann zukünftig auch in anderen ausgewählten Museen Führungen nach zwei Uhr angeboten. Wenn Sie also für eine Verlängerung sind, sollten Sie der Gemäldegalerie zwischen zwei und vier Uhr einen Besuch abstatten.


Auf der Pressekonferenz wurde auch ausführlich von dem Projekt „Lumière - Die Poesie des Königs" gesprochen, welches ich jedoch im Internet nicht finden konnte. Es handelt sich hierbei um eine Wort-Licht-Installation, bei der Zitate aus Gedichten von Friedrich dem Großen vom Reiterdenkmal aus auf die umliegenden Gebäude projiziert werden. Heute geht es bei Einbruch der Dunkelheit los und wird bis zur Langen Nacht andauern. Dabei sind die Sprüche rhythmisch inszeniert, so dass es z.B. auch immer einen „Mitternachtsspruch" geben wird. Die Initiatoren hatten die Idee, Friedrich selbst zur Wort kommen zu lassen. Denn er war nicht nur Herrscher, sondern auch Dichter und Komponist. Dabei war er so realistisch, dass ihm bewusst war, dass der wahre Wert, ob nun positiv oder negativ, erst Jahre nach seinem Tod ehrlich thematisiert werden würde. Die Verse wurden hinsichtlich ihres inhaltlichen Bezugs zur Aufklärung ausgesucht und auch Sie kennen sicherlich in diesem Sinne den Satz „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden". Wenn Sie also Unter den Linden langspazieren sollten, werfen Sie unbedingt einen Blick auf das Reiterdenkmal und auf die umliegenden Gebäude!


So, und nun fragen Sie sich vermutlich, was wir uns für Sie ausgedacht haben. Um 20 und um 22 Uhr wird unser wissenschaftlicher Leiter Dr. Stefan Wolle den Vortrag „König Friedrich und die roten Preußen. Preußische Traditionen in der DDR." halten. Hier sollten Sie schon einige Minuten früher kommen, da die Vorträge von Herrn Wolle immer recht gefragt sind.


In unserem DDR-Restaurant Domklause wird es den ganzen Abend lang authentische DDR-Kartoffelgerichte geben. Ein Blick auf die Karte verrät mir: Es erwarten Sie Kartoffel-Cordon-Bleu, pikanter Kartoffelkuchen oder Kartoffel-Lauch-Auflauf. Dazu klassische Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat oder eine Riesen-Ofenkartoffel. Wer Lust auf etwas Süßes hat bekommt an diesem Abend bei uns einen Kartoffelcrepes mit Nudossi. Da in jedem Jahr sehr beliebt, bieten wir auch wieder klassische DDR-Cocktails, wie z.B. die Grüne Wiese oder den Moulin Rouge, an.


Es gelten an diesem Abend nur die Tickets für die Lange Nacht der Museen, die Sie bei uns an der Kasse für 15€, ermäßigt für 10€ bekommen. Kinder bis 12 Jahre sind frei und Sie dürfen mit den Tickets den Bus-Shuttle und die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Sie bekommen die Karten im Vorverkauf auch bei allen teilnehmenden Museen, bei der BVG, der S-Bahn, im Kundenzentrum der Berliner Zeitung, in den BERLIN Infostores, an allen Theaterkassen (zzgl. VVG) und online unter www.museumsportal-berlin.de. Wer die Tickets kaufen möchte, hat also unterschiedliche und jede Menge Möglichkeiten.

Zum Abschluss noch einige interessante Fakten:

  • Laut repräsentativer Forsa-Umfrage von 2011 ist die Lange Nacht für 93 der Berliner zumindest dem Namen nach ein Begriff.
  • Dieses Jahr wird der 1.000.000 Besucher erwartet, der eine Reise für zwei Personen nach Bukarest zur dortigen Langen Nacht der Museen gewinnen wird.
  • Mit Buckeleis und 10 Grad Celsius unter Null hält die 19. Lange Nacht im Januar 2006 den Kälterekord, im Sommer 2008 war es am heißesten.
  • Es wurden ungefähr 4,5 Millionen Museumsbesuche bei 1 Million verkauften Tickets seit 1997 gezählt. Somit erkundet jeder Besucher ca. 5 Museen in einer Nacht.
  • Das Berliner Original hat weltweit Nachahmer: Museumsnächte gibt es in ca. 100 deutschen Städten, aber z.B. auch in Buenos Aires, Antwerpen, Plovdiv, Dublin, Luxemburg, Amsterdam, Wien, Reykjavik oder Göteborg.
  • Ca. 1000 Mitarbeiter sind in den Museen im Einsatz!

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