Diskussion

Deutsche Gesellschaftsgeschichte: Wie kann man Nationalsozialismus und DDR vergleichen?

Viel kann diskutiert werden über die Frage, ob sich zwei Diktaturen vergleichen lassen. Ich persönlich finde bei dieser Frage den Unterschied zwischen "Vergleich" und "Gleichsetzung" sehr wichtig. Das eine lässt Unterschiede und Differenzierungen zu, das andere versucht etwas "gleich zu machen".
von Melanie Alperstaedt (25.11.2010)

Viel kann diskutiert werden über die Frage, ob sich zwei Diktaturen vergleichen lassen. Ich persönlich finde bei dieser Frage den Unterschied zwischen "Vergleich" und "Gleichsetzung" sehr wichtig. Das eine lässt Unterschiede und Differenzierungen zu, das andere versucht etwas "gleich zu machen".

Ich persönlich kenne den Vergleich von Diktaturen schon von Hannah Arendt, die in ihrem Buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft die Strukturen und Wesensmerkmale der nationalsozialistischen und der stalinistischen Diktatur betrachtet. Sie versteht letztendlich beide als "Variationen des gleichen Modells" (EuU 1986 -TB-, S.640)

Daher schrecke ich nicht zusammen, wenn es darum geht, Ähnlichkeiten und Unterschiede von Diktaturen festzuhalten. Es geht dabei ja nicht automatisch um ein "Die DDR war ja gar nicht so schlimm, weil es gab schlimmere Diktaturen" oder "Die DDR war genauso schlimm wie der Nationalsozialismus", sondern zunächst um das Erkennen von Strukturen. Und wie soll man Diktaturen erkennen und einordnen, ohne zu wissen, welche Merkmale sie aufweisen?

Ich plädiere daher nicht zur Verharmlosung der einen oder der anderen Diktatur, sondern zu einer offenen Diskussion über Unrecht jediglicher Art. Daher möchte ich Ihnen auch die Beiträge verschiedener renomierter Historiker zu diesem heiklen und nach Differenzierung verlangendem Thema empfehlen. Sie widmen sich alle der Frage, inwiefern und in welcher Form sich der Nationalsozialismus und die DDR-Diktatur vergleichen lassen.

Zusammengetragen wurden diese Beiträge hinsichtlich eines Kapitels aus dem Buch Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949-1990 von Hans-Ulrich Waehler. Das Buch selbst habe ich nicht gelesen, aber ich habe eine Schwäche für Denkanstöße, was den Grund meines heutigen Eintrags darstellt.

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