Der Lyriker und regimekritische ehemalige DDR-Bürger Reiner Kunze wurde vor einigen Tagen 80 Jahre alt

Und wie so häufig ist dies ein guter Anlass die Frage zu beantworten: Wer ist Reiner Kunze?
von Melanie Alperstaedt (20.08.2013)

Und wie so häufig ist dies ein guter Anlass die Frage zu beantworten: Wer ist Reiner Kunze?

Geboren wurde Kunze am 16. August 1933 in Oelsnitz im Erzgebirge als Sohn eines Bergarbeiters. Er studierte Journalistik und Philosophie in Leipzig, blieb an seiner Universität und arbeitete daher einige Jahre als wissenschaftlicher Assistent an der Journalistischen Fakultät der Karl-Marx-Universität. Er begann ab 1953 seine Gedichte zu veröffentlichen und arbeitete nach der Kündigung seiner Stelle an der Universität als Hilfsschlosser im Schwermaschinenbau. 1968 trat er aus Protest gegen die Invasion der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei aus der SED aus und ab da begannen die "Zersetzungsmaßnahmen" der Staatssicherheit. Aufgrund seiner kritischen Gedichte wurde es für ihn immer schwieriger, seine Werke zu veröffentlichen. Dieser Prozess  gipfelte in der Veröffentlichung seines Prosabandes "Die wunderbaren Jahre" in der Bundesrepublik Deutschland. Er kritisierte die DDR sehr deutlich, woraufhin er aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen wurde. Aufgrund einer drohenden mehrjährigen Haftstrafe in der DDR stellte er am 7. April 1977 für sich und seine Frau einen Ausreiseantrag und verließ wenige Tage später die DDR in Richtung Bundesrepublik. Dort publizierte er weiter und erhielt nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes als einer der ersten Betroffenen einen Einblick in seine 12 Stasi-Akten, die insgesamt über 3500 Seiten stark waren.

Wie er heute lebt schildert er selbst in einem Artikel auf Focus Online. Einen Überblick über seine zahlreichen Auszeichnungen und Werke erhalten Sie auf Wikipedia, die WELT veröffentlichte eine Hommage zum 80. Geburtstag des Dichters und natürlich hat Herr Kunze auch seine eigene Internetseite, auf der man alle wichtigen Informationen findet und sogar in einigen seiner Werke lesen kann.

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