Der animierte Kurzfilm "Der Geruch des Westens": Künstlerische und emotionale Schilderung einer Flucht aus der DDR

Mit der Zeit habe ich schon die unterschiedlichsten Möglichkeiten gesehen, Geschichte darzustellen: Filme, Comics, Theaterstücke, Sachbücher, Romane, selbstverständlich Museen, Dokumentationen im Fernsehen, Hörspiele, Zeitzeugengespräche...es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Dank dieser unterschiedlichen Möglichkeiten, die man an unterschiedliche Interessen und unterschiedliches Vorwissen anpassen kann, dürfte wohl für jeden an Geschichte interessierten Menschen etwas mit dabei sein.
von Melanie Alperstaedt (26.07.2012)

Mit der Zeit habe ich schon die unterschiedlichsten Möglichkeiten gesehen, Geschichte darzustellen: Filme, Comics, Theaterstücke, Sachbücher, Romane, selbstverständlich Museen, Dokumentationen im Fernsehen, Hörspiele, Zeitzeugengespräche...es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Dank dieser unterschiedlichen Möglichkeiten, die man an unterschiedliche Interessen und unterschiedliches Vorwissen anpassen kann, dürfte wohl für jeden an Geschichte interessierten Menschen etwas mit dabei sein.

Nun habe ich einen auf der Internetseite der Zeit vorgestellten Kurzfilm gesehen, der mich beeindruckt hat. Es ist ein Animationsfilm, den der Mediengestalter Mark Huff als Abschlussarbeit für sein Studium an der FH Hannover angefertigt hat. Die Geschichte beruht auf der gelungenen Flucht seines Vaters, der seine Erlebnisse schriftlich festgehalten hatte.

Aus Bildern, Musik, der Story und einer hervorragenden Erzählerstimme entsteht ein Film, der schon in den ersten Sekunden berührt und mich als Zuschauerin 5:33 Minuten nicht mehr losgelassen hat. Die Optik des Films ist geprägt durch Zeitungen (fast alles besteht daraus) und eintönige Farben. Es ist wirklich schwer, diese besondere Idee des Regisseurs zu beschreiben, aber ich habe solch eine Gestaltung vorab noch nie gesehen, außer vielleicht bei selbstgebastelten Pappmascheé-Figuren.

Neben diesen Besonderheiten gefällt mir, dass man den Animationsfilm auch ohne viel Vorwissen gut versteht und er sensibel und trotzdem unterhaltsam die dramtische Geschichte einer Flucht erzählt. Er hält die Balance und vermittelt die bedrückende, beängstigende Situation der Flucht, ohne voyeuristisch zu sein.

Nachdem ich den Film so gelobt habe, hier nun der Link. Zusätzlich gibt es auf der Seite der Zeit auch ein Interview mit dem Regisseur Mark Huff.

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