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Das Stasi-Museum Berlin

Als „Schild und Schwert" der Partei führte die Stasi beinahe 40 Jahre lang den Kampf gegen die „Feinde des Sozialismus" und der SED und überwachte dabei die Bürger der DDR in bisher unbekanntem Ausmaß. All diejenigen, die sich dem Regime nicht fügen und nicht anpassen wollten, wurden Opfer dieses Kampfes.
von Admin (12.09.2013)

Als „Schild und Schwert" der Partei führte die Stasi beinahe 40 Jahre lang den Kampf gegen die „Feinde des Sozialismus" und der SED und überwachte dabei die Bürger der DDR in bisher unbekanntem Ausmaß. All diejenigen, die sich dem Regime nicht fügen und nicht anpassen wollten, wurden Opfer dieses Kampfes.

Bis ins Jahr 1989 verfügte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) über 91.000 hauptamtliche und bis zu 200.000 inoffizielle Mitarbeiter und konnte so das Netz der Überwachung immer weiter ausbauen. Zuletzt war dieses Netz sogar so dicht, dass auf 62 Einwohner der DDR ein MfS-Mitarbeiter kam.

Durch die Friedliche Revolution im Herbst 1989 wurde dieser flächendeckenden Überwachung der Bürger Einhalt geboten und durch das mutige Eingreifen zahlreicher Bürger im Winter 1989 wurde der Versuch der Stasi, die Überreste ihres menschenverachtenden Tuns zu vernichten, gestoppt. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass heute 111 Kilometer Akten, 1,7 Millionen Fotos und 28.000 Tondokumente über die umfassende Überwachung der DDR-Bürger durch die Stasi Aufschluss geben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Der Darstellung und Zugänglichmachung dieser Überreste der SED-Diktatur widmet sich das Stasi-Museum Berlin in enger Zusammenarbeit mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Diese ist zuständig für die Aufarbeitung und Bereitstellung der Unterlagen. Außerdem trägt die Behörde auch mit eigenen Ausstellungen dazu bei, über die Arbeit der Stasi zu informieren.

Im Stasi-Museum Berlin ist im Moment eine dieser temporären Ausstellungen des BStU mit dem Titel „Feind ist, wer anders denkt" zu sehen. Sie zeigt mit welchen Mitteln das MfS Andersdenkende verfolgte und unterdrückte und welche Folgen diese Repressalien für die Menschen hatten. Es wird sowohl die Täter- als auch die Opferseite beleuchtet.
Auf dem ca. 22 Hektar großen Gelände in Berlin-Lichtenberg, über das sich das MfS erstreckte, zeigt das Stasi-Museum im Haus 1, dem ehemaligen Hauptquartier der DDR-Staatssicherheit, auch die wichtigsten Räumlichkeiten der Stasi. Zu sehen sind unter anderem das Ministerbüro („Mielke-Suite") und die Arbeitsräume der engsten Mitarbeiter des Ministers. Alle Räume konnten bis heute weitestgehend im Originalzustand erhalten werden. Neben diesen „Originalschauplätzen" werden in weiteren Ausstellungsräumen auch die operative Arbeit des MfS, die unterschiedlichen Aspekte des politischen Systems der DDR, der Widerstand sowie die Opposition in der DDR behandelt.
Eröffnet wurde die Forschungs- und Gedenkstätte am 7. November 1990 von der „Antistalinistischen Aktion Berlin Normannenstraße" (ASTAK e.V.), die auch die Trägerschaft des Museums übernommen hat. Nachdem das Gebäude umfangreich saniert wurde, ist das Haus 1 im Januar 2012 mit temporären Ausstellungsangeboten der BStU und der ASTAK e.V. wiedereröffnet worden. Ende 2014 folgt die neue Dauerausstellung „Staatssicherheit in der DDR", welche gemeinsam vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Aufarbeitungsinitiative ASTAK e.V. erarbeitet wurde.

Besichtigt werden kann das Stasi-Museum von Montag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 12.00 bis 18.00 Uhr. Für angemeldete Besuchergruppen ab 10 Personen bietet das Museum Führungen an. Zudem besteht die Möglichkeit, Vorträge, Gespräche mit Zeitzeugen oder ein- oder mehrtägige Seminare zu verschiedenen Themen zu buchen.


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