„Das neue Leben der Stalinallee“ – eine Reportage von Zeit Online

Wer kennt sie nicht, die monumentalen Gebäude, die sich vom Alexanderplatz in Richtung Osten entlang der Straße aufbauen, den Kreisverkehr am Strausberger Platz mit dem großen Brunnen in der Mitte und die blauen Kuppeln des Frankfurter Tors, die in ihrer Form nicht unbedingt an eine deutsche Großstadt erinnern, sondern einem eher das Gefühl geben, als ob man in eine andere Zeit, in ein anderes Land versetzt wird. Die Rede ist von der Karl-Marx-Allee, ehemals Stalinallee, die mit über 2,3km Länge an die Boulevards Russlands erinnert. 90 Meter ist die Straße breit und sie wurde vom Architekten Aldo Rossi als der „letzte große europäische Boulevard, der gebaut wurde“ bezeichnet. Anfang der 50er Jahre wurden die Häuser entlang der Straße im Zuckerbäckerstil der Sowjetunion wieder aufgebaut, 1953 erlangte sie Berühmtheit, da der Volksaufstand am 17. Juni dort seinen Ausgang nahm und 1961 wurde sie von Stalinallee in Karl-Marx-Allee umbenannt und der Stil der Straße änderte sich hin zum Plattenbau. Die Idee, die Hermann Henselmann, der Architekt, der den Anfang und das Ende der Allee entwarf, verfolgte, war die Idee von „Palästen für Arbeiter“, die entlang der Straße gen Osten entstehen sollten.
von Admin (06.12.2013)

Wer kennt sie nicht, die monumentalen Gebäude, die sich vom Alexanderplatz in Richtung Osten entlang der Straße aufbauen, den Kreisverkehr am Strausberger Platz mit dem großen Brunnen in der Mitte und die blauen Kuppeln des Frankfurter Tors, die in ihrer Form nicht unbedingt an eine deutsche Großstadt erinnern, sondern einem eher das Gefühl geben, als ob man in eine andere Zeit, in ein anderes Land versetzt wird. Die Rede ist von der Karl-Marx-Allee, ehemals Stalinallee, die mit über 2,3km Länge an die Boulevards Russlands erinnert. 90 Meter ist die Straße breit und sie wurde vom Architekten Aldo Rossi als der „letzte große europäische Boulevard, der gebaut wurde“ bezeichnet. Anfang der 50er Jahre wurden die Häuser entlang der Straße im Zuckerbäckerstil der Sowjetunion wieder aufgebaut, 1953 erlangte sie Berühmtheit, da der Volksaufstand am 17. Juni dort seinen Ausgang nahm und 1961 wurde sie von Stalinallee in Karl-Marx-Allee umbenannt und der Stil der Straße änderte sich hin zum Plattenbau. Die Idee, die Hermann Henselmann, der Architekt, der den Anfang und das Ende der Allee entwarf, verfolgte, war die Idee von „Palästen für Arbeiter“, die entlang der Straße gen Osten entstehen sollten.

Ein „Porträt“ dieser Geschichte umwobenen Straße hat nun Zeit Online veröffentlicht. Es geht dabei um Menschen, die in dieser Straße leben oder die die Geschichte der Straße selbst miterlebt haben oder eben um Menschen, die beides von sich behaupten können. Es ist die WG von jungen Leuten, die kaum etwas über die DDR oder die Geschichte der Karl-Marx-Allee wissen, sich jedoch in der Straße auch durch die Nähe zum Clubleben Friedrichhains wohlfühlen. Oder der ehemalige Butler Honeckers, der nun in der Straße Gratiszeitungen austrägt. Als erstes lernt man Isa Henselmann kennen, die Tochter des Architekten, der die ehemalige Stalinallee prägte. Auch sie lebt wieder dort, obwohl sie die Kiezkultur vom Prenzlauer Berg vermisst. Abgerundet wird die Reportage von der Geschichte über Toms Laden, der vor allem noch dadurch überlebt, weil die alten Leute bei ihm einkaufen gehen. Seine Zukunft jedoch ist ungewiss, nicht zuletzt, weil auch hier die Mieten immer weiter steigen.

Umrahmt werden die Geschichten der Menschen in der Karl-Marx-Allee von kurzen Filmen und von Fotostrecken, die sowohl einen Tag in der Straße wie auch ihren historischen Hintergrund verbildlichen. Außerdem hat man durch eine Karte der Straße von 1966, auf der die Menschen zu den Geschichten verzeichnet sind, immer den Überblick darüber, wo man sich auf der 2,3km langen Allee gerade befindet. Für alle, die die Reportage unterwegs lesen möchten, gibt es die Möglichkeit, diese, wie auch alle anderen Reportagen auf Zeit Online als eBook herunterzuladen.

Beeindrucken sollte die Allee zu ihrer Entstehungszeit den Rest der Welt und das eigene Volk und beeindrucken tut sie auch heute noch. Wer die Straße schon einmal vom Alexanderplatz aus bis zum Frankfurter Tor entlang gelaufen ist, weiß was ich damit meine. Es ist die Monumentalität, die Art der Architektur und der spezielle Flair der einzelnen Gebäude, der dieser Straße eine ganz besondere Atmosphäre verleihen. Es ist deshalb sehr interessant, dass sich die Zeit Online ausführlich mit der Allee beschäftigt, hinter die Kulissen blickt und vor allem auch die Veränderungen der Straße im Laufe der Zeit beleuchtet.

Wer über diese Reportage hinaus mehr über die Karl-Marx-Allee und die Gebäude dort erfahren möchte, dem sei auch unsere „Karl-Marx-Allee-Führung“ empfohlen, dabei können Sie dann alle Fragen, die sich vielleicht durch die Reportage ergeben, an unsere Führungsreferenten richten.

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