"Das kleine Trabi-Buch" von Tobias Stregel

Unser heutiger Schatz aus der Bibliothek ist (bald) ein Neuankömmling in unserem Museumsshop: "Das kleine Trabi-Buch" von Tobias Stregel ist schon auf dem Weg zu uns und wird in wenigen Tagen neu in den Regalen unseres Shops für Sie bereitstehen. Vorab geben wir Ihnen hier einen kleinen Einblick in unseren Neuzugang.
von Admin (10.02.2015)

Unser heutiger Schatz aus der Bibliothek ist (bald) ein Neuankömmling in unserem Museumsshop: "Das kleine Trabi-Buch" von Tobias Stregel ist schon auf dem Weg zu uns und wird in wenigen Tagen neu in den Regalen unseres Shops für Sie bereitstehen. Vorab geben wir Ihnen hier einen kleinen Einblick in unseren Neuzugang.

"Das kleine Trabi-Buch" ist ganz neu in diesem Jahr erschienen und seines Zeichens ein äußerst unterhaltsames Autokompendium im Taschenformat, gespickt mit unzähligen Werbeslogans und zahlreichen Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen. Im Kapitel der "Auto-Biographie" zeichnet Stregel zunächst die Geschichte der rasenden Rennpappe nach, beginnend im Jahre 1953 mit dem Auftrag der SED an die Automobilwerke Zwickau mit der Entwicklung eines Kleinwagens und der Montage des ersten Exemplars 1957. Er erklärt, dass der Name "Trabant" aus der allgemeinen Euphorie über den Start des ersten künstlichen Erdtrabanten am 04. Oktober 1957 rührte und gleichzeitig doppeltes Credo war: der Sachsensputnik sollte den Westen weit hinter sich lassen und seinem Besitzer ein treuer Gefährte sein. Stregel informiert prägnant aber unterhaltsam über den gesamten Werdegang des Trabis und lässt dabei auch "kleine und kleinste Veränderungen am Fahrzeug" nicht aus. So erhielt der Trabi z.B. 1965 eine Kupplungsautomatik, 1967 zwei vordere Duplexbremsen, 1969 drei PS mehr Motorkraft usw. Er erwähnt auch den letzten Trabant, der am 30. April 1991 vom Fließband direkt ins Zwickauer Automobilmuseum August Horch rollte und die "last Edition" im Oktober 1995, dessen allerletzes Exemplar sich "ein singender Hamburger namens Udo Lindenberg" sicherte.

Doch wer denkt, dass ihn in diesem Buch "nur" (außerordentlich gut recherchierte) Zahlen und Daten erwarten, der irrt gewaltig. In den folgenden Kapiteln nun wird sowohl die Vielseitigkeit des "Trabis im Alltag" auf äußerst amüsante Art unter die Lupe genommen und im "Blick unter die Motorhaube" die bekanntesten Trabitraumata behandelt, die "meistens knapp nach Ablauf der halbjährigen Herstellergarantie" begannen: "Als allererstes riß üblicherweise der Keilriemen. [...] Gern zerbrach auch der innere Türgriff, so dass der Fahrer durch die Fahrertür ein- und durch die Beifahrertür aussteigen musste. Manchmal gab das Zündschloss den Schlüssel nicht mehr her, ein andermal fiel plötzlich die Stoßstange ab." (vgl. S. 55) Aber natürlich wusste der gewiefte Trabifahrer, wie er seinen geliebten Duroplastbomber wieder flott bekam und so legt Stregel im Kapitel über die "Tricks und Kniffe des Trabifahrers" dar, welche Eigenschaften jeder Trabanteigner in punkto Ersatzteilbeschaffung haben sollte: "Gefordert war das kombinierte Können der Olsenbande: der Trabifahrer musste vorrausschauend sein wie Egon, findig wie Benny und unersättlich wie Kjeld." (vgl. S. 69)

In der "Stunde der Ratgeber" befasst sich Stregel mit den "Koryphäen der Theoretischen Trabantik" (S. 79). Dabei dokumentiert und kommentiert er die vielen verschiedenen Handbücher und Trabi-Selbsthilfefibeln, die oft den Weg aus der Panne bereiteten. "Allerdings waren die ostdeutschen Trabibuch-Verfasser ehrgeizige Wortschöpfer, die ihre Fingerzeige gern in mehrfach verschraubtem Deutsch formulierten. So musste man schon kräftig nachdenken, um zu begreifen, dass mit "erhöhter Betätigungskraft zum Erreichen des oberen Drosselklappenöffnungswinkels" Vollgas-Geben gemeint war. Auch erschreckten Fachvokabeln wie "Leerlaufgemischregulierschraube" oder "Luftsteuerventilbetätigungshebel" den Hobbybastler nachhaltig." (vgl. S. 82).

Der witzige Stil des Buches sichert Dauer-Schmunzeln für alle Leser und auch das ein oder andere Laut-Auflachen ist garantiert - und das nicht erst im Kapitel über die "Trabiwitze" (dort allerdings allerspätestens).


Hier die Kapitel noch einmal im Einzelnen:

  • Im Trabant durch die Zeit - Einführung
  • Von P50 bis 1.1 - Eine Auto-Biographie
  • Kühlschrank, Kies und Ziegelsteine - Der Trabi im Alltag
  • Kolonnenbildner mit Radau - Ein Blick unter die Motorhaube
  • Selbst ist der Mann! - Tricks und Kniffe des Trabifahrers
  • Wenn die Kupplung rupft - Die Stunde der Ratgeber
  • Das Zipfelmützenauto - Ein Kofferraum voller Trabiwitze
  • Go Trabi Go - Vom Schrottplatz zum Denkmal

"Das kleine Trabi-Buch" ist druckfrisch im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, Münster, erschienen. Es hat die ISBN 978-3-942153-25-6 und ist für nur 8,50 € erhältlich.
Das Buch ist eine überarbeitete und erweiterte Fassung vom "kleinen Trabi-Fanbuch", das 1999 im Wilhelm Heyne Verlag München erschien und vielleicht dem ein oder anderen noch in Erinnerung ist.

"Was wollten die Konstrukteure des Trabants mit ihrer Schöpfung beweisen?
Humor."

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