Aus dem Museum

Das Kinderzimmer (Teil 4): Ausblick in die Vergangenheit

Das Kinderzimmer in der rekonstruierten WBS70 Plattenbauwohnung im DDR Museum ist voll mit Technik, wenngleich diese vor allem hinter den Kulissen zu finden ist.
von Michael Geithner (22.11.2016)

Das Kinderzimmer in der rekonstruierten WBS70 Plattenbauwohnung im DDR Museum ist voll mit Technik, wenngleich diese vor allem hinter den Kulissen zu finden ist.

Gerhard Schöne schrieb in seinem Lied “Schmusen muss sein”, das 1982 auf dem Album “Lieder aus dem Kinderland” veröffentlicht wurde:

Sebastian ist traurig. Er ist oft allein und schläft ab und zu vor dem Fernseher ein. Er hat 'nen Recorder, ein Radio, 'ne Uhr. Ein funkelndes Fahrrad steht draußen im Flur.

Auch im Kinder- und Jugendzimmer im DDR Museum stehen einige originale Objekte, wie sie ein Kind oder Jugendlicher dieser Zeit in seinem Zimmer hatte. Nur der Fernseher als originales Objekt fehlt in unserem Falle. Schaut man allerdings buchstäblich hinter die Fassade dann findet man dennoch ein gewaltiges Exemplar:

 

Das Digitale Fenster

Auf einem 84 Zoll großen Bildschirm, für den das Wort Fernseher gelinde gesagt untertrieben wäre, läuft eine in 4K aufgelöste Simulation einer Plattenbaulandschaft. Dieser virtuelle Ausblick aus dem Fenster zeigt dem geneigten Betrachter eine am Vorbild von Dresdner und Berliner Neubauvierteln rekonstruierte Welt, die mal bei Tag und mal bei Nacht zu sehen ist, hin und wieder regnet und stürmt es, Trabis fahren vorbei und bald wird es auch einige Passanten zu sehen geben.

Diese Welt schließt nahtlos an die bereits im Trabi Simulator gezeigte Welt, die ebenfalls von der Firma ravir Film aus Dresden entwickelt wurde. Ein solches digitales Fenster ist auch in den Räumen Schlafzimmer und Wohnzimmer zu finden. Alle drei Fenster werden durch ein wahres Monster von Rechner mit entsprechender Grafikkarte bespielt, die alle drei miteinander synchronisiert live die 3D-Welt rendern. Wem das alles etwas sagt, der darf jetzt ruhig ein leises “wow” an @ddrmuseum twittern.

 

Alte Installationen in neuem Gewand

Bei der Erweiterung der Ausstellungsfläche ging es nicht nur darum tolle neue Installationen zu präsentieren, sondern vor allem auch in den bestehenden Ausstellungsteilen Platz zu schaffen.

Beim sogenannten Jugendspiel gilt es typische Entscheidungen aus dem Leben eines in der DDR lebenden Jugendlichen zu fällen...Konfirmation oder Jugendweihe, Armee oder Bausoldaten? Bei einer anderen Anwendung kann man alte DDR-Kinderbücher durchblättern. Diese zwei Anwendungen zogen also um, wurden grafisch von Constantin Bänfer und Jonas Kartenbeck aufgefrischt und mit robusten Touchscreens von ELO (mit capacitive Touch) bestückt.

 

Im Song “Kinderland” vom gleichnamigen Album schrieb Gerhard Schöne:

Jedes Kind kann alles machen:
Trommeln, pfeifen, quieken, krachen, jolen.

Und so soll es auch im DDR Museum sein. Hier darf auf eine etwas andere Art Geschichte (kennen) gelernt werden, wenn es auch glücklicherweise nicht immer quiekend und krachend in der Ausstellung zugeht. Überzeugt euch selbst!

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