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Das kabelferngesteuerte Panzermodell des "T62"

Die Spielzeugproduktion in der DDR hatte nicht nur den Zweck die Kinder zu beschäftigen, sondern auch sie in der frühkindlichen Entwicklung daran zu gewöhnen, dass sie selbst mal in den militärischen Dienst eintreten müssen. von Jörn Kleinhardt (28.04.2016)

Die Spielzeugproduktion in der DDR hatte nicht nur den Zweck die Kinder zu beschäftigen, sondern auch sie in der frühkindlichen Entwicklung daran zu gewöhnen, dass sie selbst mal in den militärischen Dienst eintreten müssen. Die allgemeine Wehrpflicht setzte bei zumeist allen Männern ab dem 18. Lebensalter bis zum 26. ein und dauerte 18 Monate.

Bestens geeignet für die Vorbereitung waren die Militärspielwaren, wie eben der Panzer T-62. Ursprünglich wurde der T-62 Ende der 1950er Jahre in der Sowjetunion entwickelt und später in viele Länder des Ostblocks geliefert. In der Nationalen Volksarmee fand er allerdings nie Verwendung.

Es gab aber natürlich nicht nur Panzer im Sortiment. Der VEB PIKO Mechanik Betrieb Eisfeld produzierte noch andere ferngesteuerte Fahrzeuge wie zum Beispiel der Jeep Puch G6, das Tauchboot Delphin, ein Audi 100 oder der Panzer T-54.

Angetrieben wurde der T-62 über einen Elektromotor, dieser befand sich auf einem blechgestanzten Gehäuse und die Fahrbereitschaft nach rechts und links wurde mittels verschiebbarer Antriebswelle gesteuert. In die Kabelfernbedienung legte man eine 4,5 V Blockbatterie und schon konnte gespielt werden.

Gemäß dem sowjetischen Vorbild war das Spielzeug ebenso in Tarnfarben-Grün mit zwei sowjetischen Sternen jeweils an den Seiten verziert. Nah am Original ist der Turm gestaltet, der sich um 360° drehen lässt. Am Heck befinden sich eine Antenne, ein Weitsichtgerät und zwei Benzinfässer. Die Turmluke lässt sich öffnen und mit einer kleinen Figur bestücken.

In dem beiliegenden Heft ist vermerkt welche Energiequelle genutzt werden soll, eine allgemeine Gebrauchsanleitung mit Werkstattverzeichnis rundet das Informationsangebot ab.

Aus heutiger Sicht ist die Nutzung von Militärspielzeug durchaus kritisch zu sehen. Allerdings sind Militärspielsachen im Kontext der jeweiligen Zeit zu betrachten und waren im Laufe des 20. Jahrhunderts durchaus verbreitet im gesamten Europa. Auch heutzutage gibt es noch eine Vielzahl von Spielzeugen mit militärischem Kontext.

 

Ein Gastbeitrag von Juliane Knote


 

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