Veranstaltung

Das ist nie gewesen

Drei Gitarren, ein Bandoneon, eine Maultrommel, zwei Scheinwerfer... und Stephan Krawczyk! Dieses Bild bot sich gestern dem Publikum auf der Bühne des Besucherzentrums. Und mehr bedarf es auch nicht um den Raum mit Leben und Wärme zu füllen!
von Janine Henschel (11.11.2016)

Drei Gitarren, ein Bandoneon, eine Maultrommel, zwei Scheinwerfer... und Stephan Krawczyk! Dieses Bild bot sich gestern dem Publikum auf der Bühne des Besucherzentrums. Und mehr bedarf es auch nicht um den Raum mit Leben und Wärme zu füllen!

Stephan Krawczyk wurde 1955 in Thüringen geboren und studierte direkt nach den Abitur Konzertgitarre. Daraufhin wurde er für seine „hervorragende künstlerische Leistungen“ geehrt und erhielt ein Jahr später den Hauptpreis beim DDR-Chansonwettbewerb.

Doch seine regimekritischen Texte sorgen schon bald für ein Berufsverbot für den freiberuflichen Liedermacher. Ihm und seiner damaligen Frau Freya Klier spielten nun ausschließlich in Kirchen und wurden zu einen der einflussreichsten Dissidenten der DDR.

Am gestrigen Abend erzählte Krawczyk außerdem von den dreijährigen Bespitzelungen und dem Mordversuch mit Nervengas, der an ihm und Freya Klier verübt wurde. Schließlich wurde er 1988 verhaftet und im Stasi-Gefängnis-Hohenschönhausen unterbracht bis er kurze Zeit später von der Staatssicherheit aus der damaligen Diktatur ausgewiesen wurde. Er selbst sagte, dass er „all das nur durch die Kraft der Liebe überstanden“ hätte.

Ab 1990 widmete sich Stephan Krawczyk nun auch dem Schreiben und veröffentlichte seither zahlreiche Gedichte, Prosatexte und Romane wie zum Bespiele „Schöne wunde Welt“, „Das irdische Kind“ und „Der Narr“. Letzteres wird sogar als Lektüre für den Geschichtsunterricht empfohlen. Krawczyk besucht auch heute zahlreiche Schulen und appelliert stets an das „Lesen von Büchern und [...] die Verwendung der Sprache“. Diese Smartphonegesellschaft ist nichts für ihn! Das machte der Liedermacher und Schriftsteller gestern sehr deutlich und traf damit genau den Nerv der Zeit.

Ich bin sehr sicher, dass es den Gästen unserer gestrigen Veranstaltung ähnlich ging wie mir: Stephan Krawczyk hätten wir noch ewig lauschen können – ob mit oder ohne Instrumenten! Vielen Dank für den gemütlichen Abend!

Wollen Sie ein Konzert Krawczyks besuchen oder mehr über seine Bücher erfahren. Weitere Informationen finden Sie direkt auf seiner Homepage.

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