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Buchpremiere: Jenseits des Nudossi-Horizontes

Am gestrigen Abend stellte der promovierte Historiker und Autor Erik Lindner sein Buch „Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator“ im Besucherzentrum des DDR Museum vor. Seit 1992 schreibt Lindner für Tages- und Wochenzeitungen und innerhalb der letzten 8 Jahre sind außerdem von ihm einige Bücher zu Unternehmensgeschichten erschienen.
von Janine Henschel (11.03.2015)

Am gestrigen Abend stellte der promovierte Historiker und Autor Erik Lindner sein Buch „Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator“ im Besucherzentrum des DDR Museum vor. Seit 1992 schreibt Lindner für Tages- und Wochenzeitungen und innerhalb der letzten 8 Jahre sind außerdem von ihm einige Bücher zu Unternehmensgeschichten erschienen.

In seinem neuen Werk geht es nun um den Karriereweg bekannter Marken aus der DDR, deren gegenwärtige Situation und ihre zukünftige Entwicklung. So berichtet er z.B. in seinem Buch von der Erfolgsstory Rotkäppchen. Laut einer Studie ist jede dritte verkaufte Sektflasche in Deutschland von der Getränkemarke mit dem roten Käppchen! Beliebt ist das kohlensäurehaltige Getränk also damals wie heute. Allerdings wurde das Unternehmen nicht erst zu DDR-Zeiten gegründet, sondern existiert bereits seit dem 1894. Im Jahr 2003 wurde dann schließlich die Rotkäppchen-Mumm-Sektkellerei, „Deutschlands Haus aus Sekt“ gegründet und ist seitdem Deutschlands größter Sektkeller. Standort des Unternehmens: Freyburg/Unstrut, Sachsen-Anhalt. Aber nicht alle Produkte, die sich zu DDR-Zeiten großer Beliebtheit erfreuen, werden auch noch immer in den neuen Bundesländern hergestellt. Ein Beispiel ist das bekannte Spee-Waschmittel von Henkel. Es hatte ursprünglich seinen Produktionssitz in Genthin, wird aber schon lange nicht mehr im Osten hergestellt. Produktionsort ist bereits seit 2007 Düsseldorf. Viele Konsumenten gehen davon aus, dass sie beim Kauf vieler Produkte aus der DDR weiterhin den regionalen Standort und das Produkt fördern, aber das ist schon lange nicht mehr der Fall, da etliche Marken mittlerweile in den alten Bundesländern hergestellt werden.

Außerdem berichtet Lindner in seinem Buch von weiteren DDR-Marken, wie z.B. Nudossi, Hallorenkugeln und Radeberger Pilsner. Ist der Geschmack dieser Lebensmittel eigentlich noch immer der gleiche wie früher? Riecht Badusan noch genauso wie damals? Und ist der Werder-Ketchup besser als der Ketchup von Heinz?

Viele dieser Produkte sind heute noch immer online verfügbar oder können  auf der OSTPRO erworben werden. Die Verkaufsmesse von Ostprodukten gibt es seit 1991 und findet halbjährig in Berlin, jährlich in Potsdam und Erfurt statt. Zielgruppe diese Messe sind laut Organisatoren angeblich Personen mit einem Geburtsjahr vor 1965, sei es der aufgrund des Wiedererkennungswertes oder gar wegen der emotional Bindung zu diesen Produkten.

Wollen Sie mehr zu den Kuriositäten der DDR-Marken erfahren? Das Buch „Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator“ ist für nur 18,00 € erhältlich. Einen kleinen Eindruck zur Entstehung von Erik Lindners Buch finden Sie hier.

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