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Azubine on tour: Auslandspraktikum in Cork/Irland Part 1

Unsere Auszubildende Valerie Holbein befindet sich momentan in Irland, um ein Praktikum zu absolvieren. Sie hatte uns versprochen, von ihrem Aufenthalt zu berichten und wir freuen uns sehr, nun die ersten ausführlichen Zeilen erhalten zu haben! Aber lesen Sie selbst...
von Admin (19.05.2014)

Unsere Auszubildende Valerie Holbein befindet sich momentan in Irland, um ein Praktikum zu absolvieren. Sie hatte uns versprochen, von ihrem Aufenthalt zu berichten und wir freuen uns sehr, nun die ersten ausführlichen Zeilen erhalten zu haben! Aber lesen Sie selbst...

“Hello, how are you?” – das höre ich seit beinahe zwei Wochen jeden Morgen. Auf der Straße, in der Schule, auf der Arbeit … Immer fragen die Iren: "Wie geht‘s?" Und wollen darauf eigentlich gar keine ausführliche Antwort. Die Frage ist einfach ein Zeichen ihrer großen Höflichkeit und Gastfreundlichkeit.

Ihre Frage ist nun sicherlich: "Warum hat die Auszubildende des DDR Museums seit zwei Wochen fast nur mit Iren zu tun?" Um diese zu beantworten muss ich ein paar Monate zurückgehen. Im Oktober 2013 begann das Abenteuer Auslandspraktikum Irland. Nach der Zustimmung meines Chefs, dem Direktor des DDR Museums, und einer Bewerbungsphase war im November klar: Ich fahre am 3. Mai 2014 für einen Monat nach Cork in Südirland und mache dort ein Praktikum. Da dachte ich noch: "Ach ja, das ist ja noch eine Weile hin. Noch so viele Monate..." Doch dann, ganz plötzlich, war April und ich mitten in den Vorbereitungen für das Praktikum. Man muss ja so einiges bedenken, wenn man einen Monat im Ausland ist. Angefangen von der richtigen Koffergröße, über einen Irland-Reiseführer bis hin zu einem Steckdosenadapter, den man für Großbritannien braucht. Und dennoch stand ich am Abreisetag am Flughafen Schönefeld und war mir sicher, irgendetwas vergessen zu haben!

Angekommen in Dublin wurden erst einmal die Uhren eine Stunde zurück gestellt und los ging‘s zum Bus. 3,5 Stunden Fahrt durch die irische Landschaft nach Cork. Wer schon einmal in Irland war, weiß wovon ich rede, wenn ich von den unzähligen verschiedenen Grüntönen spreche, die man in Irland sieht. Ich weiß nicht, ob die Iren tatsächlich für jeden Grünton eine eigene Bezeichnung haben. Wenn ja, dann wäre das eine unglaubliche sprachliche Leistung!

Cork ist die zweitgrößte irische Stadt und dennoch so klein, dass man sie in ein, zwei Tagen komplett erkundet hat. Somit weiß man schnell, wo die besten Pubs, die schönsten Ecken und die günstigsten Läden sind. Und das ist wirklich wichtig, denn in Irland ist alles bis zu 20% teurer als in Deutschland. Für Auszubildende und Praktikanten also nicht so erschwinglich. So zahlt man z.B. für ein Bier (500ml) ca. 5 € in einem der Pubs, die um ca. zwei Uhr nachts schließen. Mit einem Augenzwinkern erzählte unser Lehrer Dermot, dass Iren sehr gern und viel Bier trinken und dass ohne solch eine Sperrstunde dieses Vergnügen wohl bis in die Morgenstunden ausgedehnt werden würde. Sicherlich brachte er uns auch Englisch bei, doch erzählte er auch viel von seiner irischen Heimat. So auch vom irischen Nationalsport Hurling, den man zumindest einmal gesehen haben muss, wenn man hier ist. Man verlässt den Platz nach so einem Spiel mit der Erkenntnis: Die Iren sind hart im Nehmen!

Nach der ersten Woche Schule, in der ich auch irischen Tanz gelernt und mir die Universität Cork angesehen habe, war es am Wochenende Zeit, sich einmal die Umgebung anzusehen. Daher stand eine Bustour zu den Cliffs of Moher auf dem Programm. Wer einmal nach Irland kommt, sollte sich diese unbedingt ansehen! Der Tag war regnerisch und windig, wie es hier sehr oft ist, aber so habe ich die Natur noch nie erlebt. Der Wind war an den Klippen so stark, dass ich fast weggeflogen wäre, teilweise konnte ich mich fast nicht auf den Beinen halten und musste mich festhalten, um überhaupt voran zu kommen. So den Naturgewalten ausgesetzt zu sein, das erlebt man nicht oft in seinem Leben. But, I survived! Und am nächsten Tag war die irische See wieder besänftigt, der Wind milde gestimmt und wir konnten daher einen schönen sonnigen Tag am Strand verbringen.

In der letzten Woche war nun endlich Arbeiten angesagt. Für mich bedeutet das, Arbeiten bei dem irischen Reiseveranstalter “Shandon Travel”. Und zunächst einmal: Arbeiten mit Excel-Tabellen und irischen Unternehmen. Es geht darum, die Grundlagen für Marketing- und Werbemaßnahmen zu schaffen und eine Kartei der Unternehmen in West Cork und dem restlichen Irland zu erstellen. Meine Kollegen beneiden mich nicht, aber: It has to be done. Also muss die Praktikantin eben ran, wie überall sonst eben auch. Immerhin kenne ich nun die Vorwahlen für West Cork, weiß, was es dort für Unternehmen gibt und dass es die Namen Murphy, O Sullivan, O Brien und Mc Carthy wie Sand am Meer gibt. Und wie mein Kollege Philipp sagt: Next week it will be much more interesting!

Über die Iren und ihr Leben kann man sagen, sie sind tiefenentspannt. Sie sind immer nett, immer höflich und freundlich, sie sind hilfsbereit und einfach “chillaxed” wie sie selbst sagen würden. Man wird auf der Straße von Einheimischen gegrüßt, man wird immer gefragt wie es einem geht und man fühlt sich einfach willkommen, egal wo man hinkommt. Ob in der Schule, beim Einkaufen oder auf Arbeit.

Es gäbe noch so viel mehr zu erzählen, denn ich erlebe hier jeden Tag so viel Neues und Interessantes, dass ich damit einige Seiten füllen könnte. Von irischer Live-Musik im Pub und irischen Senioren, die dazu ausgelassen tanzen, über einen Stadtrundgang durch Cork und den Besuch des Cork Gaol Gefängnisses, bis hin zu den lustigen bunten Haustüren hier: Cork und Irland insgesamt sind sehens-, erlebens- und auf jeden Fall mehr als einen Besuch wert. Mit mehr irischen Geschichten und Erlebnissen melde ich mich gegen Ende meines Aufenthaltes hier nochmal, bis dahin: "Cheerio", wie der Ire sagt!

 

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