Auf die Kerbe kommt es an: Der Trabant-Autoschlüssel

Gerade kam er als Leihgabe vom Deutschen Hygiene-Museum zurück: unser Trabant-Autoschlüssel. Dort war er ein Ausstellungsstück der Sonderausstellung „Reichtum - Mehr als genug“, die vom 6. Juli bis 10. November 2013 in Dresden gezeigt wurde. von Sören Marotz (21.11.2013)

Gerade kam er als Leihgabe vom Deutschen Hygiene-Museum zurück: unser Trabant-Autoschlüssel. Dort war er ein Ausstellungsstück der Sonderausstellung „Reichtum - Mehr als genug“, die vom 6. Juli bis 10. November 2013 in Dresden gezeigt wurde.

Herr Willer, unser Experte wenn es um alle Fragen in Bezug auf DDR-Fahrzeuge geht, sagt zum Trabant-Autoschlüssel: "Mit den Schlüssel war das so: Wenn ein Schloss kaputt war oder es keinen Schlüssel mehr gab (z.B. weil man ihn verloren hatte), musste man das komplette Schloss, also entweder einen Türgriff, ein Kofferklappenschloss oder ein Zündschloss nebst neuen Schlüssel kaufen, bzw. versuchen zu kaufen. Es gab meines Wissens nach in Ost-Berlin einen einzigen Schlüsseldienst, aber der brauchte natürlich auch einen originalen Schlüssel. In der Praxis sah das so aus, daß mancher ein wenig „schusselige“ Trabi-Fahrer an seinem Bund bis zu 4 Schlüssel hatte, halt für jedes Schloss einen. Von daher gab es zuweilen auch selbst gefeilte Einkerbungen am Schlüssel, um diese auseinanderhalten zu können.“

Wir haben in unserer Ausstellung natürlich nicht nur den Schlüssel, sondern auch einen richtigen Trabi „P601“. Das mit einer Karosserie aus Duroplast (Kunststoff aus Phenolharz und Baumwolle) beplankte meistgebaute Modell „Trabant P 601“ wurde zwischen 1964 und 1990 gebaut und hatte einen Zweizylinder-Zweitakt Otto-Motor. Die Zahl 26 zieht sich durch die Geschichte des Wagens: Er hatte 26 PS, einen 26 Liter Tank und nach 26 Jahren wurde die Produktion eingestellt. Warten musste man allerdings durchschnittlich „nur“ halb so lange: 13 Jahre, von Sonderkontingenten für privilegierte mal abgesehen.

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