Anne Hahn präsentierte im DDR Museum Ihr neues Buch „Gegenüber von China“

Das Team des DDR Museums freue sich gestern sehr, die Autorin Anne Hahn zu Gast zu haben. Sie stellte Ihren Roman „Gegenüber von China“ vor und es wurde schnell klar, dass es um das Land „China“ eigentlich nicht geht!
von Melanie Alperstaedt (18.06.2015)

Das Team des DDR Museums freue sich gestern sehr, die Autorin Anne Hahn zu Gast zu haben. Sie stellte Ihren Roman „Gegenüber von China“ vor und es wurde schnell klar, dass es um das Land „China“ eigentlich nicht geht!

Anne Hahn wurde 1966 in Magdeburg geboren und studierte Kunstgeschichte an der Humboldt Universität Berlin. 1989 wurde Sie bei einem Fluchtversuch an der aserbaidschanisch-iranischen Grenze verhaftet und war sechs Monate in politischer Gefangenschaft in der DDR. Das Cover des Buches ziert dann auch das Foto, welches die Grenzsoldaten von ihr kurz nach ihrer Verhaftung machten.

Doch geht es in dem Buch um die Autorin? Ja und Nein!  „Gegenüber von China“ ist ein Roman und eine überarbeitete Neuauflage Ihres Debütromans „Dreizehn Sommer“, der bereits 2005 erschienen ist. Laut der Autorin sind die drei Hauptfiguren geprägt durch Aspekte Ihrer eigenen Erfahrungen, es handelt sich sozusagen um einen autobiografisch geprägten Debütroman.  Und manch gelesene Passage, wie z.B. die Beschreibung des gescheiterten Fluchtversuchs, lassen den autobiografischen Bezug erahnen. Sie gingen dem Publikum unter die Haut!

Die Geschichte des Buches dreht sich um drei Frauen in der DDR Mitte der Achtziger: Nina, Mo und Katrin, alle mehr oder weniger angepasst. Manch eine verfolgt eine erfolgreiche Karriere, Nina findet Ihre Heimat nicht in den sozialistischen Idealen, sondern in der Punkszene von Magdeburg. Sie rebelliert, verliert Ihren Studienplatz, wird verfolgt und Angst wird Ihr ständiger Begleiter. Sie wagt einen Fluchtversuch, wird gefasst und verbringt die letzten Monate der DDR in einem Stasi-Knast.

Einen interessanten Unterschied zu anderen Romanen mit einer vielleicht ähnlichen Geschichte beschreibt der Klappentext:

„Hier werden keine Heldinnen gezeichnet, keine Wendegewinner oder –verlierer, sondern die innere Zerrissenheit einer jungen Frau. Nach Jahren der Auseinandersetzung mit der Obrigkeit findet sich Nina in der Freiheit des Westens wieder und macht zunächst nur zaghaft von den neuen Möglichkeiten Gebrauch.“

Viele Situationen aus dem Buch hat Frau Hahn selbst erlebt, die zahlreichen Fragen des Publikums drehten sich daher auch hauptsächlich um die autobiografischen Parallelen. Obwohl einige Fragen doch recht persönlich waren, ließ die Autorin die Anwesenden teilhaben an Ihrer Vergangenheit, dem Umgang damit und der individuellen Verarbeitung  der Ereignisse.

Wir danken Frau Hahn für den spannend-persönlichen Abend!

Wer mehr über das Leben der Autorin wissen möchte: Anne Hahn engagiert sich auch als Zeitzeugin

 

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