All überall in Berlin: Gedenken an die DDR und die Berliner Mauer

In keiner anderen Stadt im Osten Deutschlands findet man so viele Gedenkorte, -stätten oder Museen zum Thema DDR wie in Berlin. Nachdem hier im Blog bereits die meisten der „großen Häuser“ und die berühmtesten Gedenkorte vorgestellt wurden, möchte ich mich heute den kleinen, vielleicht auch unscheinbaren Gedenkorten widmen, die sich über die gesamte Stadt verteilt finden.
von Admin (10.06.2014)

In keiner anderen Stadt im Osten Deutschlands findet man so viele Gedenkorte, -stätten oder Museen zum Thema DDR wie in Berlin. Nachdem hier im Blog bereits die meisten der „großen Häuser“ und die berühmtesten Gedenkorte vorgestellt wurden, möchte ich mich heute den kleinen, vielleicht auch unscheinbaren Gedenkorten widmen, die sich über die gesamte Stadt verteilt finden.

Natürlich kann ich bei der Vielzahl an kleineren Gedenkorten, Gedenksteinen und Gedenkkreuzen in Berlin nicht alle vorstellen. Deshalb habe ich eine Auswahl getroffen von Orten in verschiedenen Stadtteilen Berlins. Weitere finden Sie in dem Buch „Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR.“ von Anne Kaminsky, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Beginnen möchte ich meine Auswahl mit dem Mahnmal Peter Fechter in Friedrichshain-Kreuzberg. Er wurde bei einem Fluchtversuch über die Mauer am 17. August 1962 von Grenzsoldaten erschossen. An der Zimmerstraße 26/27 wurde am 13. August 1999 ein Mahnmal zum Gedenken an Peter Fechters Tod und an den Bau der Berliner Mauer eingeweiht.

Ebenso in Friedrichshain-Kreuzberg zu finden ist ein Gedenkstein für die Opfer des 17. Juni 1953. Im Viktoriapark, der seit 1980 unter Denkmalschutz steht, kann man einen Gedenkstein aus Rosenquarz mit der Inschrift „17. Juni 1953“  in Höhe der Einmündung der Möckernstraße in die Kreuzbergstraße begutachten. Dieser ersetzte nach 1980 ein Holzkreuz, das bereits seit 1953 an dieser Stelle stand.

In Mitte finden sich einige DDR-Gedenkstätten, ganz bekannte und berühmte, aber auch welche, die man vielleicht gar nicht auf den ersten Blick als solche erkennt. So ging es mir zum Beispiel mit dem Denkmal für die Maueropfer auf der Straße des 17. Juni. In der Mitte der Straße, nahe dem Reichstag, befindet sich nämlich ein Denkmal, gemauert aus Hohlblocksteinen. Es ist eine symbolische Mauer, erbaut am 17. November 1961, die die Inschrift „Den Opfern der Mauer / 13. August 1961“ trägt. Ich bin diese Straße schon einige Male entlang gelaufen, aber dieses Denkmal ist mir bisher noch nie aufgefallen und so verhält es sich, denke ich, mit vielen dieser kleinen Orte des Gedenkens, sie fallen kaum auf und werden somit oft übersehen.

Ebenfalls in Mitte steht das außergewöhnliche Denkmal „Sinkende Mauer“ von Christophe Girot. Es befindet sich an der Ecke Invaliden- / Scharnhorststraße und wurde am 3. Oktober 1997 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieses Denkmal ist eine Wasserinstallation, bestehend aus einem Wasserbecken, aus dem eine sieben Meter hohe Wand herausragt. Diese Wand, ein Symbol für die Berliner Mauer, scheint dabei im Wasserbecken zu versinken.

Am 9. November 1990, ein Jahr nach dem Fall der Mauer, wurde nahe dem Reichstagsgebäude eine weitere Gedenkstätte eröffnet. Gestaltet durch den Künstler Ben Wargin entstand am Schiffbauerdamm das „Parlament der Bäume“. Hier wird den Toten von Krieg und deutscher Teilung gedacht. Die Bäume wurden zwischen 1990 und 1996 von den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer und Vertretern des Deutschen Bundestages angepflanzt. Neben künstlerisch gestalteten Mauerteilen findet sich dort auch eine Granitplatte mit den Namen der 258 Mauertoten.

In Steglitz-Zehlendorf trifft man seit dem 17. Juni 1965 ein Denkmal, das kaum noch mit dem ehemaligen Tag der deutschen Einheit in Verbindung gebracht wird, da das Denkmal nicht mit einem Text versehen wurde. Vor der Matthäuskirche kann man das Monument „Ein Mensch an der Mauer“ des Grafikers Michael Horberg begutachten. Diese Skulptur war das Ergebnis eines Wettbewerbs organisiert vom Kuratorium Unteilbares Deutschland.

Der letzte Ort, den ich hier vorstellen möchte, befindet sich in der Kiefholzstraße in Treptow-Köpenick auf Höhe der Kleingartenanlage. An dieser Stelle wird mit einem Mahnmal 15 Maueropfern gedacht, die an diesem Mauerabschnitt ums Leben gekommen sind. Besonders eindrücklich dabei ist, dass unter diesen Opfern zwei Kinder waren. Die beiden 10- und 13-jährigen Jungen wollten dort am 14. März 1966 in den Westen fliehen und wurden in der Nähe der Kleingartenkolonie „Sorgenfrei“ von Grenzsoldaten erschossen. Im November 1997 wurde ein Mahnmal, gestaltet von den Künstlern Rüdiger Roehl und Jan Skuin, an dem Abschnitt der Kiefholzstraße, an dem die Mauer verlief, errichtet. Die Metallskulptur symbolisiert ein Segment der Mauer in Originalgröße. Auf der Skulptur ist die Silhouette eines Kindes zu erkennen, die an die beiden Jungen erinnern soll.

Bilder: Bundesarchiv, B 145 Bild-F088837-0030 / Thurn, Joachim F. / CC-BY-SA; Xburger36; Jensen

 

Mehr zum Thema

Tickets ohne Warteschlange ab € 5,50   Jetzt kaufen