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Émily Winter – Volontärin Social Media & Content

Wir freuen uns, Émily Winter aus unserem Social-Media-Team vorzustellen. Émily ist seit August Volontärin im DDR Museum und hat uns 10 Fragen beantwortet. von Émily Winter (15.09.2026)

Émily zog 2018 für ihr Bachelorstudium der Kulturwissenschaft nach Berlin und absolvierte im Anschluss ihren Master im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Während ihres Studiums beschäftigte sie sich vertieft mit Medien und Erinnerungskultur. Ihr Fokus lag dabei auf der Frage, wie sich gesellschaftliches und individuelles Erinnern durch den Medienwandel verändert. Praktische Erfahrungen in diesem Bereich sammelte sie unter anderem als Werkstudentin bei den Arolsen Archives. In ihrer Masterarbeit setzte sie sich zuletzt mit dem Einsatz von KI im Zusammenhang mit Zeitzeug*innenschaft auseinander.

Darüber hinaus beschäftigte sie sich in künstlerischen Forschungsprojekten mit unterschiedlichen Formen der medialen Vermittlung und Gestaltung. Dabei interessiert sie besonders, wie sich komplexe historische und politische Themen in zeitgemäße Medienformate übersetzen lassen, ohne ihre Vielschichtigkeit und Ambivalenz zu verlieren. Seit August 2026 ist Émily als Volontärin im Bereich Social Media & Content am DDR Museum tätig.

Mitarbeiterin des DDR Museum sitzt lächelnd an einer Hörstation in der rekonstruierten DDR-Wohnung und hält einen Kopfhörer in der Hand.

Was sind deine Aufgaben als Volontärin im Bereich Social Media & Content?

Da ich mich aktuell noch in der Einarbeitungsphase befinde, lerne ich nach und nach weitere Tätigkeitsbereiche kennen. Bisher kümmere ich mich vor allem um das Monitoring und Community-Management. Dabei geht es darum, Kommentare, Bewertungen und Reaktionen von Nutzer auf verschiedenen Plattformen zu beobachten, zu moderieren und darauf zu reagieren.
Zu meiner kreativen Arbeit gehören außerdem die Planung und Erstellung von Inhalten für unsere Social-Media-Kanäle. Dafür mache ich Foto- und Videoaufnahmen in der Ausstellung und in der Objektsammlung im Depot in Marzahn, recherchiere und sammle Material aus der Objektdatenbank und begleite verschiedene Veranstaltungen, die außerhalb des regulären Museumsbetriebs stattfinden.
Durch diese unterschiedlichen Aufgaben bekomme ich auch Einblicke in weitere Kooperationsprojekte und Themen, die für die Außenkommunikation und die Arbeit des Museums relevant sind. Dabei arbeite ich eng mit der Presseabteilung zusammen und bin gleichzeitig im täglichen Austausch mit den verschiedenen anderen Abteilungen des Museums.
Ich finde gerade diese Mischung aus kreativer Arbeit, Kommunikation und dem Einblick in die unterschiedlichen Bereiche des Museums besonders spannend.

Was gefällt dir besonders an deinem Job?

Mir gefällt besonders die Vielseitigkeit, der kreative Spielraum und die tägliche Herausforderung, mich immer wieder mit neuen und unvorhergesehenen Situationen auseinanderzusetzen. Die Online-Welt und insbesondere Social Media erfordern einen ganz anderen Blick auf Kommunikation und Interaktion als persönliche Begegnungen. Auch wenn beispielsweise das Community-Management manchmal ziemlich herausfordernd sein kann, finde ich es spannend zu beobachten, wie Menschen auf digitalen Plattformen interagieren. 
Mich interessiert besonders auch die Frage, wie man historische Ereignisse, aber auch ganz alltägliche Geschichten aus der DDR, in kurzen und unterhaltsamen Videoformaten vermitteln kann. Dabei muss ich ganz unterschiedliche Zielgruppen im Blick behalten. Darunter auch viele Menschen, die die DDR selbst erlebt haben. Gerade als junge Person, die diese Zeit nicht selbst miterlebt hat, ist das manchmal eine besondere Herausforderung. Gleichzeitig kann ich dadurch sehr viel lernen und bekomme immer wieder neue Perspektiven auf die Geschichte. Und am Ende macht meine Arbeit vor allem auch wegen meiner Kolleg*innen viel Spaß. 

Hast du einen persönlichen Bezug zur DDR?

Da ich in Darmstadt aufgewachsen bin und einen französischen Familienhintergrund habe, hatte ich persönlich nur wenige Berührungspunkte mit der DDR. In meiner Kindheit habe ich allerdings viele Sommerurlaube auf der Insel Rügen verbracht. Als ich später nach Berlin gezogen bin, hat es mich in den Ostteil der Stadt verschlagen. Mittlerweile lebe ich seit über sieben Jahren in Friedrichshain und laufe fast täglich an der Karl-Marx-Allee mit ihren monumentalen Bauten im Zuckerbäckerstil entlang. Auch an der Samariterkirche komme ich immer wieder vorbei, die als wichtiger Treffpunkt der Friedensbewegung in der DDR für ihre damaligen Blues-Messen bekannt war. Heute ist der Vorplatz, besonders im Sommer, ein lebendiger Treffpunkt, an dem sich Menschen abends zum Reden und Zusammensein treffen. Ich finde es spannend, mehr über die Geschichte solcher Orte zu erfahren und zu beobachten, wie sie durch ihre heutige Nutzung in neue Bedeutungskontexte eingebettet werden.
Während meines Masterstudiums an der Universität Potsdam habe ich mich immer wieder mit DDR-Geschichte und Alltagskultur beschäftigt. In einem mehrtägigen Seminar haben wir uns beispielsweise mit DEFA-Filmen zum Thema »Frauen in der DDR» auseinandergesetzt und über die filmische Repräsentation gesprochen. Bei der Konzeption und Umsetzung eines Audiowalks über das Golmer Luch in Potsdam habe ich außerdem viel über Müllentsorgung und Deponierung zu DDR-Zeiten gelernt.
Und zuletzt entstand im universitären Rahmen noch mein persönliches Herzensprojekt: ein fiktional-dokumentarischer Kurzfilm über die Künstlerin Nina Hagen. Dadurch habe ich gemerkt, wie viele unterschiedliche Zugänge es zur DDR-Geschichte gibt – von großen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis hin zu ganz persönlichen Geschichten und Alltagskultur.

Welche Installation/ welcher Ort in der Ausstellung gefällt dir am besten?

Ich gehe gerne durch die Rekonstruktion der WBS 70 und setze mich dort an die Hörstation im Wohnzimmer. Es entspannt mich, mich dort einfach kurz berieseln zu lassen und in die damalige Musikwelt einzutauchen. Mir macht es Spaß, die jeweiligen Interpret*innen und die Entstehungsgeschichten einzelner Tracks und Alben weiter zu recherchieren und herauszufinden, wie sie damals in der DDR aufgenommen wurden.
Durch mein Studium interessiert mich natürlich auch der Ausstellungsbereich zu Presse und Zeitschriften in der DDR. Bei meinem ersten Ausstellungsbesuch ist mir außerdem besonders die »Straße der Besten» im Gedächtnis geblieben. Ich fand es spannend zu sehen, welche Berufe in der DDR als besonders angesehen galten und wie sich gesellschaftliche Anerkennung und Einkommen je nach Beruf, Ausbildung und Einsatzbereich unterschieden.

Wenn du etwas aus der Sammlung des DDR Museum mit nach Hause nehmen könntest, was wäre das?

Die Amiga-Schallplatte von Janis Joplin aus dem Jahr 1981. Ich bin großer Joplin-Fan und wusste vorher gar nicht, dass ihre Musik auch bei Jugendlichen in der DDR so beliebt war. Überhaupt finde ich es spannend, welche westlichen Musiker*innen in der DDR gehört wurden und welche Bedeutung ihre Musik für junge Menschen hatte. Ein ähnliches Beispiel ist Bob Dylan, der 1987 im Treptower Park auftrat oder auch Depeche Mode, die 1988 in Ost-Berlin spielten. 

Schwarz-Weiß-Cover der AMIGA-Schallplatte »Janis Joplin« von 1981 mit einer Aufnahme der singenden Janis Joplin am Mikrofon.

Welche Interessen hast du neben deiner Arbeit?

In meiner Freizeit bin ich gerne viel unterwegs und treffe mich mit Freund*innen. Ich gehe gerne auf Konzerte, in Ausstellungen oder ins Kino. Als Ausgleich mache ich viel Sport. Im Sommer und Winter spiele ich Beachvolleyball, mache regelmäßig Yoga und probiere mich auch immer wieder gerne in neuen Sportarten aus. Ich mag es, neue Dinge auszuprobieren und dabei immer wieder neue Menschen und Perspektiven kennenzulernen.

Wie verbringst du deine Mittagspausen?

Am liebsten gehe ich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Nic oder Liza raus und wir holen uns etwas beim Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt. Wenn das Wetter schön ist, kann man auch eine Runde über die Museumsinsel laufen. Das mache ich gerne, um ein bisschen Bewegung und frische Luft in den Arbeitsalltag zu bringen.

Welches Buch liest du gerade und warum?

Ich habe kürzlich erst »Die Anomalie» von Hervé Le Tellier angefangen. Eine Freundin hat mir das Buch geschenkt und ich habe mir vorgenommen, wieder mehr französische Literatur zu lesen. Das ist trotz meiner französischen Familienprägung in den letzten Jahren leider etwas zu kurz gekommen.
Da ich erst am Anfang des Buches bin, kann ich noch gar nicht so viel darüber sagen. Die Charaktere sind bisher aber schön skurril und der Auftakt ist schon mal vielversprechend, auch wenn der Schreibstil am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war. 

Wenn du eine Stunde mehr am Tag hättest, was würdest du damit anfangen?

Ich würde wahrscheinlich wieder anfangen, Klavier zu spielen. Außerdem würde ich gerne wieder mehr kreativ arbeiten. Collagen basteln, zeichnen und einfach Dinge ausprobieren, für die im Alltag sonst oft die Zeit fehlt.

Welche historische Person hat einen bleibenden Eindruck bei dir hinterlassen und warum?

Sängerin und Pianistin Nina Simone. Ihre Musik begleitet mich schon lange und ich finde es beeindruckend, wie sie persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Themen und politischen Aktivismus miteinander verbunden hat. Für sie war Musik nicht nur Kunst, sondern es war vor allem auch eine Möglichkeit, Haltung zu zeigen und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

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