20 Jahre DDR Museum feiert man nicht alle Tage. Deshalb war für uns von Anfang an klar, dass wir dieses Jubiläum selbst organisieren. Ohne Eventagentur, dafür mit viel Herzblut, Kreativität und einer großen Portion Teamgeist. Wir wollten uns bei unseren Partner*innen aus Politik, Wirtschaft und Kultur bedanken und gemeinsam einen Abend erleben, der lange in Erinnerung bleibt. Natürlich durfte dabei auch ein Stück Alltagskultur aus der DDR nicht fehlen. Schließlich ist genau das unser Thema. Die ersten Ideen waren schnell gesammelt. Das Budget blieb dabei immer im Blick. Trotzdem war unser Ziel eindeutig. Es sollte eine unvergessliche Geburtstagsparty werden.
Schon bei unserer Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr wurde der Grundstein für das kulinarische Konzept gelegt. Unsere Pressesprecherin kam mit dem Koch von Floris Catering ins Gespräch. Er erzählte, dass er das Kochen bei seiner Oma in Frankfurt (Oder) gelernt habe. Spätestens da war klar, wer unser Jubiläum kulinarisch begleiten würde.
Gemeinsam entwickelten wir ein DDR-inspiriertes Büfett. Schon die Planung machte großen Spaß. Das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen. Broiler von der Wachtel, Miniquiche mit Würzfleisch und Käse, Jägerschnitzel 2.0 als Cannelloni mit Jagdwurst-Tomaten-Füllung, Leipziger Allerlei, Kalter Hund und viele weitere Gerichte sorgten dafür, dass ostdeutsche Erinnerungen auf moderne Küche trafen.
Unser Jubiläum sollte jedoch nicht auf einen einzigen Abend beschränkt bleiben. Deshalb luden wir bereits am Vorabend zu einer besonderen Veranstaltung in unseren Konferenzraum ein. Gemeinsam mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Thüringen Bodo Ramelow sollte der Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk über den Zustand der Demokratie diskutieren. Moderiert wurde der Abend von der Kulturredakteurin Natascha Freundel.
Und obwohl Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk seine Teilnahme leider kurzfristig absagen musste, gestalteten Bodo Ramelow und Natascha Freundel ein ebenso anregendes wie spannendes Gespräch, das das Publikum mit großem Interesse verfolgte. Der Konferenzraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Darüber hinaus kamen zahlreiche weitere Interessierte, um den Abend mitzuerleben. Das große Interesse zeigte, wie sehr die Themen Geschichte und Gegenwart die Besucher*innen bewegen.
Am Abend der Jubiläumsfeier begann alles im Konferenzraum des DDR Museum. Dort wartete bereits eine Smilebox auf unsere Gäst*innen. Mit Postkartengrüßen im DDR-Design entstanden unzählige Erinnerungsfotos. Schnell bildete sich eine lange Schlange. Genauso hatten wir uns das vorgestellt. Von dort führte der Weg über die Uferpromenade in das Museum. Diese Strecke wollten wir nicht einfach nur als Verbindung nutzen, sondern selbst zu einem Erlebnis machen.
Unser Wissenschaftsteam hatte dafür ganze Arbeit geleistet. Zahlreiche Objekte wurden aus unserem Depot in Berlin-Marzahn nach Berlin-Mitte gebracht. Besonders beliebt waren fünf Kleinkrafträder der Simson Vogelserie. Neben der berühmten Schwalbe konnten unsere Gäst*innen auch Spatz, Star, Sperber und Habicht entdecken.
Daneben gab es viele weitere Alltagsgegenstände zu bestaunen. Das Superfest-Glas, den Multiboy LZ 251, Elsterglanz oder die Wellenradwaschmaschine WM 66, die ab 1966 im VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg hergestellt wurde. Eine Waschmaschine ohne Wasseranschluss wirkt heute fast unglaublich und sorgte für viele neugierige Gespräche.
Einige dieser zur Schau gestellten Objekte waren Teil unseres DDR-Quiz. Wer beim Quiz mitmachte und in allen Fragen richtig lag, erhielt die Chance auf attraktive Preise. Dank der Unterstützung des Zentralkonsum eG wurden unter anderem jeweils zwei Übernachtungen in den Konsumhotels Oberhof und Weimar verlost. Entsprechend groß war das Interesse an den Quizkarten.
Im Museum selbst verwandelte sich unsere Museumskasse kurzerhand in eine stilvolle Bar. Mampe Berlin sorgte für die passende Ausstattung und bei sommerlichen Temperaturen waren die erfrischenden Getränke sowie das kühle Bier von Nordberliner besonders gefragt.
Das Büfett fand seinen Platz mitten im Museumsshop. Eine ungewöhnliche Kombination, die hervorragend funktionierte und für viele überraschte Blicke sorgte.
Damit unsere Gäste jederzeit Ansprechpartner*innen fanden, trug das gesamte Team eigens gestaltete Jubiläums-T-Shirts. Das Logo hatte unser Designer Joris Buiks entworfen. Es war an diesem Abend überall präsent.
Normalerweise ist das DDR Museum an sieben Tagen in der Woche von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Sogar montags. An unserem 20. Geburtstag machten wir allerdings eine Ausnahme. Das Museum wurde ab 15 Uhr für den regulären Besuch geschlossen, damit unsere geladenen Gäst*innen die zahlreichen neuen Installationen in Ruhe entdecken konnten. Unser Wissenschaftsteam stand dabei für Fragen und Gespräche bereit.
Obwohl der offizielle Beginn erst um 17.30 Uhr war, herrschte schon seit den frühen Morgenstunden reges Treiben. Das Catering wurde aufgebaut, Fotowände montiert, Blumen geliefert und überall wurde noch einmal Hand angelegt. Zwischendurch standen auch Medientermine auf dem Programm. Das rbb-Abendschau-Team schaute vorbei und wollte wissen, was wir vorbereitet hatten. Unser Direktor Gordon von Godin berichtete gewohnt sympathisch von der Geschichte des DDR Museum und den Plänen für die Zukunft.
Um 18.30 Uhr begann der offizielle Teil auf der Uferpromenade. Zwischen all dem Trubel gelang es, Gordon von Godin, Quirin Graf Adelmann, Dr. Anna Kaminsky und Achim Oelgarth rechtzeitig an einem Tisch zu versammeln. Auch Franziska Giffey traf ein und ließ es sich vorher nicht nehmen, noch schnell am DDR-Quiz teilzunehmen.
Den musikalischen Auftakt übernahm Tante Anne vom ORWOhaus mit Holger Bieges »Sagte mal ein Dichter«.
Anschließend begrüßte Gordon von Godin die Gäste. Es folgten Grußworte von Quirin Graf Adelmann, Dr. Anna Kaminsky und Achim Oelgarth. Den Abschluss bildete Franziska Giffey mit einer frei gehaltenen, persönlichen Rede, die viele Gäst*innen sichtbar bewegte.
Nun wurde gegessen, angestoßen und erzählt. Auf der Uferpromenade herrschte eine entspannte Atmosphäre. Sommerkleider, kühle Getränke, gute Gespräche und überall zufriedene Gesichter. Genauso hatten wir uns unseren Geburtstag vorgestellt.
Um 20 Uhr wurden schließlich die Gewinner*innen des DDR-Quiz ausgelost. Unsere Pressesprecherin griff beherzt in die Losbox und vier glückliche Gewinner*innen konnten sich über ihre Preise freuen.
Als zum Abschluss Dirk Michaelis' »Als ich fortging« erklang, wurde es langsam ruhiger. Rund 200 Gäste machten sich mit vielen Glückwünschen und schönen Erinnerungen auf den Heimweg.
Kaum waren die letzten Gäst*innen gegangen, begann der Umbau. Alle Mitarbeiter*innen packten mit an. Die Bar wurde wieder zur Museumskasse. Aus dem Büfettbereich entstand wieder unser Museumsshop. Die Simson-Fahrzeuge und Pittiplatsch machten sich auf den Weg zurück ins Depot nach Berlin-Marzahn. Bereits gegen 22 Uhr war alles geschafft.
Am nächsten Morgen öffnete das DDR Museum pünktlich um 9 Uhr seine Türen. Unsere Besucher*innen bemerkten kaum, dass hier am Vorabend ein großes Jubiläum gefeiert worden war.
Dieses Fest wäre ohne die vielen engagierten Mitarbeiter*innen des DDR Museum nicht möglich gewesen. Mit großem Einsatz, viel Herzblut und unermüdlichem Engagement haben sie zum Gelingen unseres Jubiläums beigetragen. Ein besonderer Dank gilt Marco Westphal. Er hat die Vorbereitungen von Anfang an begleitet und mit außergewöhnlichem Einsatz maßgeblich dazu beigetragen, dass unser Jubiläum zu einem unvergesslichen Fest wurde.
20 Jahre DDR Museum waren für uns nicht nur Anlass zum Feiern. Sie waren vor allem ein Beweis dafür, was entstehen kann, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen.
Und falls sich noch jemand fragt, ob die Arbeit in einem Museum langweilig sein könnte, können wir nur sagen:
Ganz bestimmt nicht. Bei uns ist immer etwas los!