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DDR-Hitparade – Die Top 20 an unserer Hörstation

Ein Highlight in unserer WBS 70-Plattenbauwohnung ist die Hörstation im Wohnzimmer, an der Schlager und Hits von Sonja Schmidt, Karat und Silly erklingen. Für alle Neugierigen haben wir die Top 20 der Charts zusammengestellt. (12.08.2025)

Wer unsere WBS 70-Plattenbauwohnung betritt, fühlt sich schnell in den Alltag der DDR zurückversetzt – vom Sofa über die Carat-Schrankwand bis zum Esstisch direkt an der charakteristischen Küchendurchreiche. Ein besonderer Publikumsmagnet ist dabei die Hörstation im Wohnzimmer: Hier können Besucher*innen in die beliebtesten Schlager und Hits der DDR eintauchen, die einst über Radios und Plattenspieler durch die Wohnstuben klangen.

Ob Puhdys, Karat oder Veronika Fischer, die Musikwelt der DDR war vielfältig und emotional. Viele Besucher*innen verweilen lange an der Station, lassen Erinnerungen aufleben oder entdecken die Musik dieser Zeit ganz neu. Immer wieder werden wir gefragt: Welche Titel sind da eigentlich zu hören?

Vier Frauen mit Kopfhörern sitzen auf einer Bank an der Hörstation im DDR Museum

Deshalb stellen wir hier die Top 20 der DDR-Hitparade unserer Hörstation in diesem Beitrag vor. Sie spiegeln musikalische Favoriten aus mehreren Jahrzehnten wider – mal rockig, mal gefühlvoll, mal tanzbar.

Viel Freude beim Wieder- oder Neuentdecken!

Die Top 20 Lieder aus unserer Ausstellung

Platz 1: Ein himmelblauer Trabant – Sonja Schmidt

1970 landete Sonja Schmidt mit ihrem Schlager »Ein himmelblauer Trabant« einen echten Hit. Der Song vereint DDR-Alltag und die Sehnsucht nach Mobilität in eingängiger Melodie – kein Wunder, dass er es in unseren Museums-Charts auf Platz 1 geschafft hat.

Platz 2: Der blaue Planet – Karat

1981 war dieser Pop/Rock-Song seiner Zeit voraus. Eine ökologisch-politische Ballade, die mit sphärischem Sound zu einem der bedeutendsten Musikstücke der DDR wurde.

Platz 3: Schattenkreuze – Karussell

Mit dunkler Atmosphäre und tiefgründigem Text erschien 1989 dieser Pop/Rock-Titel, mit dem die Band den Nerv der Zeit traf. 

Platz 4: 100 mal Berlin – Helga Hahnemann

1987 präsentierte die Kultfigur des DDR-Fernsehens einen humorvollen Schlager über ihre Heimatstadt. Authentisch, direkt und absolut berlinisch.

Platz 5: Sonderzug nach Pankow – Udo Lindenberg

1983 brachte Udo Lindenberg mit seinem frechen Pop/Rock-Song die Mauer musikalisch zum Wackeln. Der West-Export mit DDR-Ziel schaffte es mitten ins Herz des Ostens – und in unsere Top 5.

Platz 6: Perlen im Haar – Omega

Ein ungarisches Original, das 1969 auch in der DDR begeisterte. Dieser Schlager mischt melancholischen Sound mit romantischer Bildsprache – und bleibt ein Dauerbrenner der Ost-Hitparaden.

Platz 7: Spielverderber – Inka

1985 landete Inka Bause mit diesem Schlager einen echten Ohrwurm, der mit keckem Ton und tanzbarem Rhythmus bis heute in den Köpfen bleibt. DDR-Pop in Reinform.

Platz 8: Es gibt ein Leben vor dem Tod – Wolf Biermann

Mit seinem 1975 erschienenen Liedermacher-Titel lieferte Biermann einen poetischen, aber auch politischen Appell ans Leben – ehrlich, unbequem und zeitlos relevant.

Platz 9: Sandmann, lieber Sandmann – Rundfunk-Kinderchor Berlin

Der wohl bekannteste Schlager für die Kleinsten stammt aus dem Jahr 1959 und begleitet Generationen von Kindern bis heute ins Bett. Ein Gute-Nacht-Lied, das es zu Kultstatus brachte.

Platz 10: Mix mir einen Drink – Feeling B

1988 veröffentlicht, bringt dieser Punk-Track anarchischen Charme und wilde Spielfreude auf den Punkt. Feeling B steht exemplarisch für den subversiven Sound der Ost-Punkszene – roh, laut, legendär.

Platz 11: Der Himmel schweigt – Petra Zieger

1984 erschien dieser dramatisch-düstere Schlager, der Petra Ziegers unverwechselbare Stimme in den Fokus rückte – und ihr einen festen Platz in den DDR-Charts sicherte.

Platz 12: Langstreckenlauf – Puhdys

Mit kraftvollem Sound und metaphorischer Tiefe lieferten die Puhdys 1975 einen Pop/Rock-Song, der bis heute nicht an Energie verloren hat.

Platz 13: Als ich fortging – Karussell

1987 erschien dieser Pop-Titel, der bis heute als eine der emotionalsten DDR-Balladen mit Gänsehaut-Faktor gilt. Der Text stammt von Gisela Steineckert, die zu dieser Zeit Präsidentin des Komitees für Unterhaltungskunst der DDR war. Somit war sie Künstlerin und Funktionärin gleichermaßen.

Platz 14: Doch die Gitter schweigen – Puhdys

1979 thematisierten die Pop/Rock-Legenden in diesem Song systemkritisch die Sprachlosigkeit im Alltag. Ein Stück DDR-Geschichte in musikalischer Form.

Platz 15: Bataillon d’Amour – Silly

Mit emotionaler Tiefe und poetischer Kraft begeisterte dieser Song 1986 die Fans der Rock-Band Silly mit Tamara Danz als Frontfrau. Eines der Band-Mischpulte von damals ist heute Teil unserer Sammlung.

Platz 16: Der Mann mit dem Panamahut – Nina Lizell

1973 begeisterte die schwedische Sängerin mit ihrem eingängigen Schlager, der nicht nur modisch ein Bild zeichnet, sondern auch musikalisch ein Klassiker blieb.

Platz 17: Plattengott – Freygang

1987 brachte die Bluesrock-Band Freygang um André Greiner-Pol mit diesem Track musikalische Wut und Gesellschaftskritik auf den Punkt und damit ein echtes Stück Subkultur aus der DDR in die Charts.

Platz 18: Disco in Moskau – Die Toten Hosen

Mit ordentlich Punk-Power und West-Ost-Ironie veröffentlichte die Düsseldorfer Band 1986 diesen Ohrwurm. Der Song zeigt, dass politischer Spott  auch tanzbar sein kann.

Platz 19: Rennsteiglied – Herbert Roth

Ein Klassiker von 1953 und einer der bekanntesten Schlager der DDR. Die Hymne an den Thüringer Wald schaffte es verdient auf Platz 19 unserer Museums-Charts.

Platz 20: Komm doch mit – Amor & die Kids

1987 erschien dieser charmante Schlager, der mit lockerer Melodie und Kinderchor-Sound die Herzen der Fans eroberte. Ideal für Nostalgiker*innen – und überraschend festivaltauglich.

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