Was bleibt von der DDR?

Part XXI: Die Weltfestspiele von 1951 bis 1968

Heute geht es im Blog um die Weltfestspiele der Jugend und Studenten von 1951 bis 1968. von Elke Sieber (09.08.2017)

Die Weltfestpiele in Berlin 1951

Nach den Festspielen in Budapest 1949, wurde 1951 die Jugend nach Berlin eingeladen. Die DDR wollte sich der gesamten Welt als vorbildlicher sozialistischer Staat präsentieren und feierte nicht ohne Personenkult mit 26.000 Gästen aus 104 Nationen und diversen Ehrengästen wie den Schriftstellern Pablo Neruda oder Martin Andersen Nexö.

Doch die Versorgungssituation war schwierig und so zog es die Besucher auch in den westlichen Teil der Stadt, wo Suppenküchen, Jugendheime und die kostenfreie Ausgabe von Kino- und Theatertickets, Zeitschriften und Büchern großen Anklang fanden. Der regierende Bürgermeister Reuter hatte die Jugendlichen und Studenten dazu eingeladen, die Westsektoren zu besuchen, obwohl Ostberlin die S- und U-Bahnverbindungen zeitweilig unterbrochen hatte. Honecker reagierte mit einem Aufmarsch von 10.000 FDJlern in Westberlin, die sich mit der dortigen Polizei anlegten.

Sehnsucht nach Frieden und Koexistenz

Die Bundesrepublik hatte die West-FDJ im selben Jahr als verfassungsfeindlich verboten und hinderte zahlreiche Jugendliche an der Ausreise in die DDR, um an den Weltfestspielen teilzunehmen. 1953 in Bukarest, 1955 in Warschau und 1957 in Moskau waren die Weltfestspiele hingegen bereits durch den neuen Kontext aus Tauwetter und Entstalinisierung geprägt. Die Jugend und die Studenten sprachen sich offiziell für eine friedliche Koexistenz der Systeme aus und auch die Deutschen nahmen als gemeinsame Delegationen an den Festivals teil. Beim wohl größten Festival in Moskau jedoch mit etwa 34.000 ausländischen Teilnehmern entwickelte sich erneut eine Distanz.

Die Weltfestpiele in Wien, Helsinki und Sofia

Eine Abwendung des Westens von der internationalen Festivaltradition zeigte sich auch 1959 in Wien, bei den ersten Weltfestspielen im westlichen Ausland. Die Teilnehmerzahl hatte sich fast halbiert, die Wiener Presse sich gegen eine Berichterstattung entschieden. In Helsinki 1962 fand dann erstmals ein Einschnitt in die kontinuierliche Festivaltradition statt, da die afrikanischen Staaten die geplanten Festivals durch Bürgerkrieg und Putsch nicht abgehalten werden konnten. Erst sechs Jahre später, 1968, im Jahr des Prager Frühlings, kam die internationale Jugend erneut zusammen. Unter neuen Themen wie dem Prager Frühling, der Studentenbewegung und dem Vietnamkrieg diskutierten die Jugendlichen nun informell und formell. Die Auseinandersetzungen in Prag und die Solidarisierung vieler Studentengruppen mit den Reformern überschatteten das sonst friedliche Fest. Zwei Wochen später besetzten Truppen der UdSSR Prag.

Wie es weitergeht, erfahren Sie im nächsten Blogeintrag.

 

Quelle: http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/weltfestspiele-73/65342/die-weltfestspiele-damals-und-heute?p=all

Mehr zum Thema

Tickets ohne Warteschlange ab € 8,50   Jetzt kaufen »