Lost Places Berlin

Der "Kulti" könnte 2018 wiedereröffnet werden!

Die S-Bahn Strecke vom Ostkreuz über den Treptower Park führt an einem Lost Place vorbei: Dem "Kulti", dessen Riesenrad aus der Ferne erkennbar ist. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der DDR am 4. Oktober 1969 eröffnet, liegt der einstige Rummelplatz seit dem 5. November 2001 brach. 2018 steht womöglich die Neueröffnung an.
von Praktikant (13.07.2017)

Der "Kulti" erwacht zum Leben

Nur 7 Monate hat es gebraucht, um den einzigen ständigen Rummelplatz der DDR im Plänterwald zu erbauen. Er wurde anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Staatsgründung am 4. Oktober 1969 eröffnet. Star des Rummels war das 40m hohe Riesenrad. Bis zu 216 Personen fanden hier Platz, um die tolle Aussicht über Berlin zu genießen. Bis zur Wende war der "Kulti" ein voller Erfolg: Jährlich konnten bis zu 1,5 Mio Besucher verzeichnet werden.

Schwierigkeiten nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung sanken die Besucherzahlen rapide und der Park fiel zurück in die Zuständigkeit des Berliner Kultursenats. Dieser wollte den Park erhalten und weiter betrieben sehen. Nach einer öffentlichen Ausschreibung erhielt die Betreibergesellschaft "Spreepark GmbH" den Zuschlag. Diese bestand aus der ehemaligen DDR-Betreiberin, Gisela Brederlow, und einem westlichen Investor: der Witte GmbH.

1992 eröffnete der Spreepark Plänterwald mit einigen neuen Attraktionen, darunter die Loopingbahn "Mega-Loop" und die Wildwasserbahn "Grand Canyon". Allerdings gingen die Besucherzahlen so weit zurück, dass die Spreepark GmbH schließlich 2001 Insolvenz anmeldete. Gründe sollen die schlechte Verkehrsanbindung, zu wenig Parkplätze und das aus finanziellen Gründen verkleinerte Grundstück gewesen sein.

Am 8. November 2003 berichtete der Tagesspiegel den Skandal: Norbert Witte, Teil der Witte GmbH, schmuggelte 181 g Kokain in einem Fahrgeschäft. Die Gerüchte bestätigten sich rasch, fünf Männer wurden vor Ort festgenommen, darunter der kranke Norbert Witte. 2008 gab der Insolvenzverwalter das Grundstück aufgrund der hohen Kosten frei und es ging zurück an die ehemalige Eigentümerin Pia Witte.

Ein neuer Versuch

Im Februar 2014 erwarb das Land Berlin, vertreten durch den Liegenschaftsfonds Berlin Projektgesellschaft mbH & Co. KG, das Erbbaurecht am Spreepark. Ab Januar 2016 wurde die Grün Berlin GmbH mit der Projektentwicklung eines Gesamtkonzepts des mittlerweile verwahrlosten Spreeparks beauftragt. Ziel ist die Erschaffung eines neuen Typus eines Kunst- und Kulturparks. Die historische Qualität des Ortes soll dennoch erhalten bleiben. Demnach werden Reste ausgewählter ehemaliger Fahrgeschäfte und Gebäudestrukturen restauriert und ggf. auch reaktiviert. Die Neueröffnung des ehemaligen "Kultis" ist für 2018 angesetzt.

 

Literatur:

Flade, C. & Szabo, S.: Vom Kulturpark Berlin zum Spreepark Plänterwald – Eine VergnügungskulTOUR durch den berühmten Berliner Freizeitpark, Tectum Verlag, Marburg 2011

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/frueherer-ddr-vergnuegungspark-spreepark-im-plaenterwald-koennte-2018-wieder-eroeffnen-24841850

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