Aus der Sammlung

Tradition aus Jena: Der optische Großbetrieb Carl Zeiss

Die Geschichte der Firma Carl Zeiss spiegelt gewissermaßen die Geschichte Deutschlands wieder. So wurde auch die optische Firma in zwei Teile gespalten: Der VEB Carl Zeiss im Osten und die Opton Optische Werke Oberkochen GmbH im Westen. von Jörn Kleinhardt (31.08.2017)

Eine gespaltene Firma

Carl Zeiss, eine Firma der fein-mechanischen und optischen Industrie, bestand schon lange vor der DDR. Bereits im Jahr 1846 wurde das Unternehmen in Jena gegründet. In der Werkstätte in der Neugasse wurde das erste Mikroskop der Welt gefertigt.

Nach dem Ende des Kriegs kam es zur Spaltung des Unternehmens Carl Zeiss. Als die amerikanischen Streitkräfte aus Thüringen auszogen, fiel die Region unter die Kontrolle der sowjetischen Besatzungsmacht. Viele Spezialisten sowie die Betriebsleitung wurden von den Amerikanern mit in den Westen genommen. Im Osten wurden die Werkstätten fast völlig demontiert und als Reparationen in die Sowjetunion geschickt. Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Carl Zeiss wurde verstaatlicht und 1965 zusammen mit anderen volkseigenen Betrieben, wie zum Beispiel die Rathenower Optischen Werke, in das neu gegründete Kombinat „VEB Kombinat Carl Zeiss" eingegliedert. Der Großbetrieb wuchs schnell - in den 80er Jahren hatte er schon 25 Teilbetriebe und 70,000 Mitarbeiter.

Optische Qualität

In der Sammlung des DDR Museum befinden sich viele Produkte des ehemaligen Kombinats. Das „Kleinmikroskop C" wird bestimmt vielen Schülern der DDR bekannt sein, denn es wurde häufig im Biologieunterricht genutzt. Das Gerät hat eine beeindruckende 225-fache Vergrößerung. Hergestellt wurde es im VEB Rathenower Optische Werke „Hermann Duncker" und wurde zum subventionierten Preis von 105 Mark verkauft.

Neben Kameraobjektiven waren Ferngläser auch bekannte Produkte des Kombinats Carl Zeiss. Das Modell „Deltrintem" 8 x 30 war im gesamten Ostblock sehr beliebt. Das Modell wurde eigentlich bereits 1920 eingeführt, aber zu DDR Zeiten technologisch weiterentwickelt, beispielsweise durch mehrfach beschichtete Linsen.

Carl Zeiss heute

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden auch die Carl Zeiss GmbH und der VEB Carl Zeiss wieder zusammengeführt. Leider führte das zu mehreren Entlassungswellen in den 90er Jahren. Heutzutage ist Carl Zeiss eine weltweit erfolgreiche Firma und hat Standorte in mehreren Städten Deutschlands, sowie den USA, in Mexiko, Großbritannien, Frankreich, Israel, Indien und China. Weltwelt beschäftigt der Großbetrieb eine viertel Million Menschen.

 

Text von Rebecca Hall

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