Sammeln mit System: Auf welchem Weg gelangen neue Objekte in den Sammlungsbestand?

Ein Museum hat fünf Kernaufgaben: Ausstellen, Vermitteln, Forschen, Sammeln und Bewahren. Für die letzten beiden Aufgaben ist beim DDR Museum die Sammlungsabteilung zuständig. Sammeln heißt dabei auch, den Bestand stets sinnvoll zu erweitern und neue Objekte in die museale Sammlung aufzunehmen. Auf welche Art das genau von statten geht, lesen Sie im folgenden Blogtext.
von Maria Bartholomäus (24.10.2016)

Ein Museum hat fünf Kernaufgaben: Ausstellen, Vermitteln, Forschen, Sammeln und Bewahren. Für die letzten beiden Aufgaben ist beim DDR Museum die Sammlungsabteilung zuständig. Sammeln heißt dabei auch, den Bestand stets sinnvoll zu erweitern und neue Objekte in die museale Sammlung aufzunehmen. Auf welche Art das genau von statten geht, lesen Sie im folgenden Blogtext.

 

Museale Sammlung vs. Ansammlung

Jedes Museum hat ein bestimmtes Konzept, worauf sämtliche Abteilungen ausgerichtet sind. Das betrifft sowohl die Ausstellung, die Öffentlichkeitsarbeit, den Vetrtrieb als auch die Vermittlung. Selbstverständlich liegt auch jeder Museumssammlung ein entsprechendes Konzept zugrunde. Hier wird festgelegt, nach welchen Kriterien neue Objekte hinzugefügt werden. Diese Kriterien beziehen sich beispielsweise auf den Zustand, die Herkunft, die Geschichte sowie das Alter eines Objekts. Bevor ein neues Objekt in die Sammlung aufgenommen wird, müssen all diese Kriterien sorgsam geprüft und natürlich mit dem bereits vorhandenen Bestand abgeglichen werden – so verhindert man, am Ende vor einer unstrukturierten Ansammlung von Dingen zu stehen. Ein Sammlungskonzept berücksichtigt ebenfalls die Einheit von Sammeln, Ausstellen und wissenschaftlichem Erschließen. Museales Sammeln bedeutet, dass man Dinge aus ihrer ursprünglichen Realität und Beziehung herauslöst und in eine andere Realität aufnimmt um sie mit den bereits gesammelten Dingen in neue Beziehungen zu setzen. die Doch wie genau kommen neue Objekte in die Sammlung eines Museums?

 

Die Spende

Die gängigste Art, auf die ein Objekt in die Sammlung übergeht, ist in Form einer Spende. Das bedeutet, dass der Spender dem Museum ein oder mehrere Objekte übergibt, ohne dafür eine monetäre Gegenleistung zu bekomen. Als Spender kommen Privatpersonen, Institutionen oder Vereine in Frage. In der Regel wird die Sammlungsabteilung von den Spendern kontaktiert - ob per Mail, telefonisch, auf sozialen Netzwerken oder gar persönlich. Handelt es sich bei den potenziellen Spenden um einen größeren Bestand, kann es durchaus auch vorkommen, dass man dem Spender vor Ort einen Besuch abstattet, um sich einen Eindruck von den Objekten zu verschaffen. Häufig jedoch lässt sich aber bereits auf dem digitalen Weg anhand von Fotos klären, ob die angebotenen Dinge als Spende entgegen genommen werden sollen oder nicht. Ganz wichtig hierbei ist stets eine genaue Dokumentation des Spendenvorgangs. Hierfür verfügt das DDR Museum über ein eigenes Formular, auf dem unter anderem Informationen zum Spender sowie zum Objekt und dem entgegen nehmenden Mitarbeiter erfasst werden. Somit lässt sich auch noch Jahre oder gar Jahrzente später die Herkunft jedes einzelnen Objekts in der Sammlung nachvollziehen. Auf der Homepage des DDR Museum findet man eine Liste von Dingen, auf denen wir bisher noch auf der Suche sind. Werfen Sie gern hier einen Blick darauf - die Liste wird regelmäßig aktualisiert.

 

Der Kauf

Unter Umständen kann es auch vorkommen, dass ein Museum bestimmte Objekte für seine Sammlung ankauft. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn ein oder mehrere bestimmte Objekte für einen speziellen Zweck benötigt werden; etwa zur Verwendung in der Ausstellung oder als Ergänzung eines bereits bestehenden Teilbestands. In diesem Fall geht meist das Museum selbst auf die verkaufenden Institutionen zu. Auch hier wird selbstverständlich alles auf einem entsprechenden Formular genauestens dokumentiert.

 

Die Dauerleihgabe

Es ist ebenfalls möglich, dass ein Objekt nur für einen bestimmten Zeitraum in den musealen Bestand aufgenommen wird. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Objekt für eine Dauer- oder Sonderausstellung ausgeliehen wird. Leihgeber können, wie bei der Spende, sowohl Privatpersonen, andere Museen oder Institutionen sein.

Weitere Sammelmethoden sind beispielsweise die Ersteigerung, der Fund (insbesondere für naturkundliche Sammlungen relevant) oder der Tausch.

Wenn Sie sehen möchten, zu welcher Kategorie die Objekte unserer Sammlung gehören, können Sie in unserer Onlinedatenbank stöbern. In jedem Datensatz ist neben vielen anderen Informationen zum Objekt selbstverständlich auch die Herkunft erfasst.

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