Hochwertig in Szene gesetzt: Maßgefertigte Vitrinen für Sonderausstellungen

Die kürzlich erweiterte Dauerausstellung des DDR Museum bekommt von unseren Besuchern stets viel Lob. Viele spannende Themen wie Konsum, Bildung oder Gesundheitssystem in der DDR lassen sich in interaktiv angelegten Ausstellungsmodulen spielerisch nachvollziehen. Zusätzlich zur Dauerausstellung wird das DDR Museum nun wieder Sonderausstellungen präsentieren. In welcher Form, erfahren Sie im folgenden Text.
von Maria Bartholomäus (17.10.2016)

Die kürzlich erweiterte Dauerausstellung des DDR Museum bekommt von unseren Besuchern stets viel Lob. Viele spannende Themen wie Konsum, Bildung oder Gesundheitssystem in der DDR lassen sich in interaktiv angelegten Ausstellungsmodulen spielerisch nachvollziehen. Zusätzlich zur Dauerausstellung wird das DDR Museum nun wieder Sonderausstellungen präsentieren. In welcher Form, erfahren Sie im folgenden Text.

Im Zuge der Ausstellungserweiterung im August 2016 wurde auch ein neuer Gruppeneingangsbereich im DDR Museum gestaltet. Neben einer Gruppenkasse und vielen (selbstverständlich kostenfreien) Schließfächern und Sitzmöglichkeiten ist das Wandbild „Lob des Kommunismus“ ein absolutes Highlight in diesem Bereich. Seit letzter Woche gibt es hier noch einen weiteren Blickfang: Vier maßgeschneiderte Glasvitrinen, die zukünftig als Ausstellungsfläche für Sonderausstellungen genutzt werden. Die Vitrinen sind aus hochwertigem Glas exklusiv für das DDR Museum gefertigt worden.

 

Den Auftakt macht die temporäre Schau mit dem Titel „Extravaganz“. Wie der Begriff schon sagt geht es hier um Objekte, die in einem bestimmten Sinne etwas Besonderes, Exklusives, Einzigartiges sind. Dies ist insofern ein spannendes Thema als dass in der DDR stets das Kollektiv, also nicht das Individuum im Fokus stand und somit ein hohes Maß an Uniformierung, Normen und Regeln herrschte. Umso besonderer war daher alles, was in irgendeiner Weise „aus der Reihe tanzte“; sei es durch den hohen Wert, den Seltenheitswert oder die Einzigartigkeit. Viele strebten nach einem exklusiven Lebensstil. Manche erreichten ihn durch Anpassung an das System. Nur so war es möglich, ins westliche Ausland, gar in exotische Länder, zu reisen. Selbst Kreuzfahrten auf den Urlauberschiffen oder Flüge ins sozialistische Kuba unterlagen strengsten Auswahlkriterien. Wer zu viel Geld gekommen war, versuchte, durch teure Konsumartikel die Mitwelt zu beeindrucken. Andere widmeten sich ausgefallenen Hobbys, kauften ein Mini-Roulette oder bastelten Spiele wie Monopoly, die es im Handel nicht gab. So konnten sie wenigstens abends im Familienkreis jene extravaganten Träume verwirklichen, für die es in der Realität kaum eine Chance gab.

Die Ausstellung behandelt die folgenden Themen: Computer- und Kameratechnik, Selbstgemachtes, Reisen und Lebensmittel.

 

Computertechnik

Zum Thema „Computertechnik“ sind ein Großobjekt und sechs Begleithefte zum „Kleincomputer KC 85“ ausgestellt. Computer für Heimanwender wie der „Kleincomputer KC 85“ oder der Schachcomputer „Chess Master“ setzten sich ab Mitte der 1980er Jahre auch in der DDR durch. Damals erhältliche Geräte waren allerdings sehr teuer und wurden oft nur in unzureichenden Stückzahlen produziert.

 

Kameratechnik

Das Thema „Kameratechnik“ wird veranschaulicht durch wertvolle Kleinkameras aus der DDR. Die 50er, 60er und 70er standen für ungewöhnliche Formen und knallige Farben. Einige der gewagten Entwürfe, wie die ausgestellte minimalistische „Werra“ oder die goldfarbene Halbformatkamera „Penti“, gelten heutzutage als Designklassiker und waren ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus.

 

Lebens- und Genussmittel

Lebens- und Genussmittel sind bereits an verschiedenen Stellen in unserer Dauerausstellung ausgestellt, so zum Beispiel in unserer authentischen Museumsküche in der nachgebauten WBS70 Plattenbauwohnung. Weil es auch hier das ein oder andere exklusive Produkt gab, sind auch einige besondere Lebensmittel Teil der Sonderausstellung. Der Wunsch, kulinarisch aus der Masse herauszustechen, konnte manchmal auch durch hochwertige Genuss- und Lebensmittel realisiert werden. Ob Korn mit Blattgoldeinlage, Ginsengschnaps aus dem fernen Nordkorea, edle Zigarren oder ein Dinner im einzigen Sushirestaurant der DDR. Viele Bürger nutzten die seltenen Angebote um ihren Speiseplan ein wenig aufzulockern.

 

Selbstgemacht

Heutzutage ist „Do it yourself“ ein wiederkehrender internationaler Trend. In der DDR jedoch war Selbstgemachtes jedoch mehr eine aus den Umständen erwachsene Notwendigkeit als ein Zeitvertreib der Mittelklasse des 21. Jahrhunderts. Durch die Knappheit vieler Konsumgüter wurden zahlreiche DDR-Bürger selbst erfinderisch. Dadurch entstanden viele einzigartige Gebrauchsgegenstände wie die Tischlampe aus Streichhölzern oder das selbstgemachte Spiel „Im Zoo“, die einen Hauch Extravaganz in den Alltag brachten.

 

Reisen

Das Reisen an sich, insbesondere ins Ausland, stellte in der DDR schon eine Exklusivität dar. Ein Direktflug von Berlin-Schönefeld nach Peking oder Havanna - ein Privileg, das nur den allerwenigsten DDR-Bürgern zustand. Strenge Auswahlkriterien mussten erfüllt und hohe Summen investiert werden, um sich eine exklusive Flugreise oder einen Platz auf Kreuzfahrtschiffen wie dem FDGB-Urlauberschiff M.S. Völkerfreundschaft leisten zu können. Zu diesem Thema sind ein Fotoalbum mit Fotos einer Kreuzfahrt auf einem FDGB-Schiff sowie Broschüren der DDR-Fluggesellschaft Interflug ausgestellt.

 

Ich hoffe, Sie mit diesem Text neugierig auf unsere Sonderausstellung „Extravaganz“ gemacht zu haben und lade Sie herzlich ein, sich die spannenden Objekte einmal selbst anzuschauen. Die Ausstellung „Extravaganz“ ist noch bis zum 31.12.2016 zu sehen.

 

 

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