Die Garage – Teil 2: Viele Originale auf kleinem Raum

Um den neuen Teil der Dauerausstellung des DDR Museum besser kennen zu lernen, stellen wir Ihnen die einzelnen Räume im Rahmen einer umfangreichen Blogreihe näher vor. In diesem Text geht es um die Garage, die sich direkt neben der Museumswohnung befindet. Als Sammlungsmitarbeiterin stelle ich Ihnen diesen Themenkomplex aus der Perspektive der Objekte und deren Geschichte(n) genauer vor. Einen Beitrag aus der Perspektive der Sammlung zur Museumsküche finden Sie hier.
von Maria Bartholomäus (13.12.2016)

Um den neuen Teil der Dauerausstellung des DDR Museum besser kennen zu lernen, stellen wir Ihnen die einzelnen Räume im Rahmen einer umfangreichen Blogreihe näher vor. In diesem Text geht es um die Garage, die sich direkt neben der Museumswohnung befindet. Als Sammlungsmitarbeiterin stelle ich Ihnen diesen Themenkomplex aus der Perspektive der Objekte und deren Geschichte(n) genauer vor. Einen Beitrag aus der Perspektive der Sammlung zur Museumsküche finden Sie hier.

 

Rückzugsort und Bastelecke

Die Garage steht symbolisch für einen Rückzugsort für die zahlreichen begeisterten Heimwerker, Bastler und Schrauber in der DDR. Diese Freizeitbeschäftigungen hatten zwar auch einen Hobbycharakter; jedoch zwang einen der vorherrschende Material- und Rohstoffmangel oftmals zu Lösungen der Marke Eigenbau – wie etwa selbstgebaute Rasenmäher oder die Reparatur des Trabi-Keilriemens mit einer Feinstrumpfhose. Aus diesem Grund ist unsere Garage auch mit allerlei Werkzeug eingerichtet. Dazu gehören beispielsweise Hammer, ein Tankkanister, eine Kreissäge, eine Handbohrmaschine oder ein Ladegerät für Akkus und Batterien. Alle diese originalen Objekte stammen aus unserer Sammlung und sind als Spende eingegangen.

 

Ausschließlich Originale

Das größte Objekt und Blickfang in der Garage ist das knallgelbe Kleinkraftrad Simson KR 51/2, auch „Schwalbe“ genannt. Die „Simme“ war besonders bei Jugendlichen in der DDR beliebt, da man mit diesem Fahrzeug unkompliziert und selbstständig unterwegs sein konnte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die regelmäßige Pflege und Reparatur einen hohen Stellenwert in der Freizeit vieler DDR-Bürger hatte und somit auch ihren Platz in unserer Garage durchaus verdient hat. Die „Schwalbe“ wurde seit 1964 produziert und war das erste Modell der sogenannten Vogelserie von Simson. Die letzte Baureihe, zu der unser Exemplar gehört, wurde von 1980 bis 1986 produziert. Das Fahrzeug gelangte aufgrund seines guten Zustands als Kauf in die Sammlung des DDR Museum.

 

Bei der Gestaltung der Ausstellung legten die Kuratoren sehr viel Wert auf den Einsatz von möglichst vielen originalen Objekten. Dieser Anspruch ist bei der Umsetzung der Garage gelungen, indem selbst das Tor noch aus DDR-Zeiten stammt. Bis kurz vor Ausstellungseröffnung im August 2016 befand sich das Tor noch an einer Garage auf einem Privatgrundstück in Berlin-Pankow. Die Front wurde abmontiert und trägt nun in der Ausstellung in Kombination mit einer neu gefertigten Rahmenkonstruktion zur authentischen Inszenierung der Museumsgarage bei. Interessant sind auch die Spuren der Witterung, die aufgrund des Standortes im Freien deutlich auf dem Material zu sehen ist. Die Garagenfront ist, wie der Großteil der ausgestellten Objekte im DDR Museum, ebenfalls eine Spende.

 

 

Falls Sie unseren neuen Ausstellungsteil noch nicht besucht haben, laden wir Sie hiermit gern dazu ein. Weitere Einblicke in die Museumswohnung in Form von Blogbeiträgen erhalten Sie zum Beispiel hier (Wohnzimmer) oder hier (Küche).

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