Die „FF dabei“ als beliebter Begleiter zum Fernsehprogramm

Das offizielle Fernsehprogramm in der DDR war Zeit seines Bestehens sehr überschaubar. Nach einer mehrere Jahre langen Testphase ging der Deutsche Fernsehfunk (DFF) ab dem 3. Januar 1956 dauerhaft auf Sendung. Die Ära des staatlichen Fernsehens in der DDR begann. Zum 20. Republikgeburtstag wurde das Portfolio 1969 um ein weiteres Programm erweitert. Mit dem Start des zweiten Programms des Deutschen Fernsehfunks (DFF 2) begann in der DDR zudem das Zeitalter des Farbfernsehens.  Wegen dem, vor allem aus heutiger Sicht, sehr begrenzten Medienangebot wurde zu DDR-Zeiten nur eine Programmzeitschrift auf den heimischen Markt gebracht.
von Jörn Kleinhardt (03.12.2015)

Das offizielle Fernsehprogramm in der DDR war Zeit seines Bestehens sehr überschaubar. Nach einer mehrere Jahre langen Testphase ging der Deutsche Fernsehfunk (DFF) ab dem 3. Januar 1956 dauerhaft auf Sendung. Die Ära des staatlichen Fernsehens in der DDR begann. Zum 20. Republikgeburtstag wurde das Portfolio 1969 um ein weiteres Programm erweitert. Mit dem Start des zweiten Programms des Deutschen Fernsehfunks (DFF 2) begann in der DDR zudem das Zeitalter des Farbfernsehens.  Wegen dem, vor allem aus heutiger Sicht, sehr begrenzten Medienangebot wurde zu DDR-Zeiten nur eine Programmzeitschrift auf den heimischen Markt gebracht.

Die „FF dabei“, wie die Zeitschrift ab 1969 genannt wurde, erschien erstmals 1946 unter dem Titel „Der Rundfunk“. Nachdem das Fernsehen als angehendes Massenmedium immer mehr Bedeutung erlangte, wurde die Zeitschrift im Jahr 1959 in „Funk und Fernsehen der DDR“ umbenannt. Den bekannten Namen „FF dabei“ bekam die Zeitschrift im Zuge der Programmerweiterung im Jahr 1969. Zusätzlich zum neuen Namen wurde das Layout der Zeitschrift moderner gestaltet und das Heft im Tiefdruckverfahren mehrfarbig gedruckt. Durch die Mehrkosten der farbigen Gestaltung war es nötig den Verkaufspreis der Zeitschrift anzupassen. Kostete das in Graustufen gedruckte Heft bis dahin lediglich 30 Pfennige, waren ab der Neugestaltung 50 Pfennig für die wöchentlich erscheinende Programmzeitschrift zu berappen.

Durch das Alleinstellungsmerkmal der einzigen Programmzeitschrift der DDR erfreute sich die „FF dabei“ von Anfang an einer großen Beliebtheit. Bereits 1956 betrug die wöchentliche Auflage knapp 450.000 Stück. Auch wegen der vielfältigen Inhalte der Programmzeitschrift waren die wöchentlichen Kontingente, welche in den Handel kamen, bereits wenige Stunden nach Erscheinen vergriffen. Trotz einer Auflage von knapp 1,5 Millionen Exemplaren in den 1980er Jahren wurden knapp eine halbe Millionen Abonnementanfragen für das Heft abgelehnt, da eine Steigerung der Auflage aufgrund des chronischen Mangels an Druckpapier nicht möglich war.

Im Zuge der Wende wurde das Heft im Juli 1990 vom Verlag „Gruner + Jahr“ übernommen und verlor wie so viele andere Printerzeugnisse der DDR rapide an Bedeutung. Der Markt wurde überschwemmt mit Publikationen aus westlicher Produktion und die Neugier der Leute auf das ungewohnt Neue konnte nicht mehr durch die „FF dabei“ befriedigt werden. Obwohl die Zeitschrift gestaltungtechnisch an die neue Zeit angepasst wurde und sich kaum von den westlichen Pendants unterschied, verschwand die „FF dabei“ im Jahr 1996 endgültig vom Markt.

In unserem Sammlungsbestand haben wir zahlreiche Exemplare der „FF dabei“ und ihres Vorgängers der „Funk und Fernsehen der DDR“. Hefte aus den 1950er Jahren haben wir allerdings noch nicht in unserem Bestand. Vielleicht haben Sie ja noch einige Exemplare aus den 1950er oder frühen 1960er Jahren und können uns diese zur Verfügung stellen?! Wir würden uns über Post von Ihnen freuen!

Auf Facebook gibt es zusätzlich zum heutigen Blog eine kleine Bildergalerie mit Beispielheften aus mehreren Jahrzehnten.

 

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