Die AGFA-ORWO-Story

Kaum jemand legt heutzutage noch einen Film in seinen Fotoapparat und verknipst bis zu 30 Bilder, die ihm erst zur Verfügung stehen, wenn der Film, die sog. Negative, entwickelt wurden. Die digitale Fotografie hat diese Fotografie und Entwicklungstechnik fast vollkommen abgelöst.Doch viele Menschen erinnern sich noch an die Apparate, die aufgezogen oder weitergedreht werden mussten, um das nächste Bild zu schießen und an „echte Fotos", die man liebevoll in Fotoalben sammelte.
von Admin (28.07.2010)

Kaum jemand legt heutzutage noch einen Film in seinen Fotoapparat und verknipst bis zu 30 Bilder, die ihm erst zur Verfügung stehen, wenn der Film, die sog. Negative, entwickelt wurden. Die digitale Fotografie hat diese Fotografie und Entwicklungstechnik fast vollkommen abgelöst.
Doch viele Menschen erinnern sich noch an die Apparate, die aufgezogen oder weitergedreht werden mussten, um das nächste Bild zu schießen und an „echte Fotos", die man liebevoll in Fotoalben sammelte.

Heutzutage sind Digitalkameras, Camcorder und Fotohandys nicht mehr wegzudenken. Wie muss es erst gewesen sein, keine Farbfotos herstellen zu können? Schwarz-Weiß Fotos und Filme werden als klassisch angesehen - als schöne, althergebrachte Erinnerungsstücke.

Welche aufwendigen technischen Errungenschaften hinter der Entwicklung der modernen Fotografie stehen beschreibt Rainer Karlsch in seinem Buch „Die AGFA-ORWO-Story".
Am gestrigen Abend durften wir ihn erneut zu einer Lesung im Besucherzentrum des DDR Museum begrüßen. Die Inhalte seines Buches, die Geschichte der Filmfabrik Wolfen, präsentierte er den zahlreichen Zuhörern anhand von Bildern und dem Wissen, dass er sich durch umfangreiche Recherche und Forschungsarbeit angeeignet hat.
Hierbei kamen nicht nur Hobby- und Profifotografen auf ihre Kosten. Es war sehr interessant nachzuvollziehen, wie aus der 1909 in Wolfen errichteten Berliner Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation (AGFA) ein Weltunternehmen wurde, das so untrennbar mit den geschichtlichen Ereignissen und dessen zwangsläufiger Einflussnahme verbunden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen enteignet und als Sowjetische Aktiengesellschaft fortgeführt. Als ein Aushängeschild der DDR-Industrie stellte man Versuche an, das Unternehmen von dem westdeutschen Standort in Leverkusen zu distanzieren. Der daraus resultierende deutsch-deutsche Wirtschaftskrimi endete mit dem Übergang zum Warenzeichen ORWO, einer der bekanntesten Markennamen der DDR. Veraltete Technik und ein verpasster Anschluss an das digitale Zeitalter führten nach der Friedlichen Revolution schließlich zum Aus für das geschichtsträchtige Unternehmen, das heute von seinen Nachfolgern anderweitig fortgeführt wird und dessen Name noch immer präsent ist.

Die Lesung am gestrigen Abend war nicht nur eine informative Aufzählung historischer Fakten, sondern eine unterhaltsame Veranstaltung mit kompetenter Wissensvermittlung.

Viele interessierte Gäste suchten nach dem Vortrag das Gespräch mit dem Autor um weiterführende Informationen zum Thema zu erhalten.

Das Buch „Die AGFA-ORWO-Story" ist erschienen im Verlag für Berlin-Brandenburg.



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