Der Gedenkort „Weiße Kreuze“

Wer kennt sie nicht, die weißen Kreuze, die hinter dem Reichstagsgebäude am Ufer der Spree stehen? Und wer hat sich im Vorübergehen nicht auch schon mal gefragt, was Sie zu bedeuten haben und warum diese Kreuze dort stehen? Mir ging es jedes Mal so, wenn ich daran vorbeikam. Ich wusste, sie haben irgendwas mit der DDR-Vergangenheit und mit Toten an der Mauer zu tun, aber was genau, das wusste ich nicht.
von Admin (08.04.2014)

Wer kennt sie nicht, die weißen Kreuze, die hinter dem Reichstagsgebäude am Ufer der Spree stehen? Und wer hat sich im Vorübergehen nicht auch schon mal gefragt, was Sie zu bedeuten haben und warum diese Kreuze dort stehen? Mir ging es jedes Mal so, wenn ich daran vorbeikam. Ich wusste, sie haben irgendwas mit der DDR-Vergangenheit und mit Toten an der Mauer zu tun, aber was genau, das wusste ich nicht.

Wenn man zu diesen weißen Kreuzen recherchiert, so findet man auf der Homepage der Stadt Berlin die Informationen, die man sucht. Genau dort, wo heute die Kreuze stehen, war die Teilung der Stadt Berlin 28 Jahre lang gegenwärtig. Am südlichen Ufer der Spree war West-Berlin, das Wasser gehörte jedoch bereits zum Osten der Stadt.

Ein privater Berliner Bürgerverein richtete am 13.8.1971, zehn Jahre nach dem Bau der Mauer, den  Gedenkort „ Weiße Kreuze“ ein. Genau dort, wo die Grenzmauer stand. Sieben weiße Kreuze erinnern noch heute an die Menschen, die nach der Abriegelung der Grenze versucht hatten, nach West-Berlin zu fliehen. Sie haben bei diesem Versuch ihr Leben verloren.

Die sieben Kreuze am Ufer der Spree sind dabei jedoch nur ein Zeichen, ein Symbol für die um einiges zahlreicheren Opfer an der Mauer. Es wurde dabei eine Auswahl an Namen getroffen, die sowohl auf der Land-  als auch auf der Wasserseite auf den Kreuzen stehen. Diese Auswahl erklärt sich daraus, dass die Kreuze vormals dort standen, wo Flüchtlinge versucht hatten, West-Berlin zu erreichen und dabei verunglückten oder von DDR-Grenzsoldaten erschossen wurden. Außerdem wird auch den unbekannten Opfern an der Mauer mit einem Kreuz gedacht.

Diese Erinnerungszeichen, die über den ganzen Mauerverlauf hinweg verteilt waren, wurden aus praktischen Gründen an zwei zentralen Gedenkorten konzentriert, einmal am Ufer der Spree und einmal an der Bernauer Straße. Eingebettet sind die weißen Kreuze in die Geschichtsmeile Berliner Mauer, eine viersprachige Dauerausstellung mit 30 Informationsstationen.

(Bilder: Manfred Brueckels; Beek100)

 

Mehr zum Thema