Das Kinder- und Jugendzimmer - Teil 2: Ein Blick auf ausgesuchte Exponate

von Jörn Kleinhardt (08.11.2016)

Denkt man an ein Kinderzimmer, so denkt man automatisch an Spielzeug. Unsere fiktiven Zimmerbewohner sind laut Ausstellungskonzept ein Junge um die 14 Jahre sowie ein kleines Mädchen im Vorschulalter. Natürlich befinden sich auch in unserem Kinderzimmer eine Menge unterschiedlicher Spielsachen die einen deutlichen Bezug zu den jeweiligen Bewohnern haben. So gibt es beispielsweise den berühmten Diaprojektor „Pouva Magica“ mitsamt dem Rollfilm „Der kleine Muck“ zu bestaunen. In dem gleichen Ausstellungsmodul befinden sich neben einem Puppentheater mit vielen Figuren des Kinderfernsehens der DDR, zahlreiche, bunte Kinderbücher. An der Auswahl dieser Spielsachen ist klar der Bezug zu dem kleinen Mädchen zu erkennen.

Im Gegensatz dazu stehen die Exponate welche der Kurator des Zimmers für den halbwüchsigen Jungen herausgesucht hat. Zu den Highlights gehört zweifelsohne der vom VEB Mikroelektronik Erfurt entwickelte Schachcomputer „SC2“. Bei diesem Gerät versuchte man die Entwicklungs- und Herstellungskosten möglichst niedrig zu halten. Zu diesem Zweck bekam der Computer im Gegensatz zu hochwertigeren Modellen ein Gehäuse aus Polyurethan spendiert.

Das Lieblingsobjekt unseres wissenschaftlichen Leiters ist das zusammengebaute Modell des Raumschiffs „Wostok 1“. Zugleich ist es wohl das aufwendigste Objekt in diesem Raum. Das Modell wurde eigens aus einem heutzutage seltenen, noch unberührten und natürlich originalen Modellbausatz aus dem Jahr 1982 in liebevoller Kleinarbeit durch unsere Praktikantin Clara zusammengebaut. Damals kostete der Bausatz vom VEB Plasticart Zschopau faire 13,50 Mark, sicherlich sind die heutigen Sammlerpreise für ein unberührtes Modell um ein Vielfaches höher.

Außer dem futuristischen Raumschiffmodell befindet sich noch eine Auswahl von Spielzeug mit pädagogischem Anspruch in unserem Kinderzimmer. Neben Optik- und Chemiebaukästen gibt es in einer Schublade unter dem Bett das „FORMO“ Bausteinsystem zu entdecken. Die aus Gotha stammenden Plastikbausteine waren sozusagen das Pendant zum dänischen und heute weit verbreiteten „LEGO“ Bausteinsystem.

Neben den typischen Spielsachen aus ostdeutscher Produktion befinden sich einige „Exoten“ in dem Kinderzimmer. Dazu zählt beispielsweise ein „BRAVO“-Poster von „Modern Talking“ oder ein komplettes Diorama, welches dem „Boss“ Bruce Springsteen und seinem Auftritt in Berlin Weißensee am 19. Juli 1988 gewidmet ist. Zu diesem heutzutage als legendär geltenden Konzert sind damals hunderttausende Rockfans aus der gesamten DDR gereist.

Zusätzlich zu dem sorgfältig ausgewählten Spielzeug befinden sich natürlich zahlreiche Statistiken, begleitende Erklärungen und multimediale Inhalte in diesem Ausstellungraum. Viele dieser Elemente gilt es auf eigene Faust zu entdecken!

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