Das Kinder- und Jugendzimmer - Teil 1: Erinnerungen, Bruce Springsteen und ein Raumschiff

Herzlich willkommen zu unserer neuen Blogserie, in der wir immer einen Monat lang einen Raum unseres neuen Ausstellungsteils vorstellen. Verschiedene an der Ausstellung beteiligte Teammitglieder beleuchten einmal in der Woche aus unterschiedlicher fachlicher Perspektive die neuen Ausstellungsräume. Im September stand die Küche im Mittelpunkt, im Oktober drehte sich alles um das Wohnzimmer, im November beleuchten wir das Kinder- und Jugendzimmer der in der Ausstellung gezeigten WBS 70-Wohnung.
von Melanie Alperstaedt (01.11.2016)

Herzlich willkommen zu unserer neuen Blogserie, in der wir immer einen Monat lang einen Raum unseres neuen Ausstellungsteils vorstellen. Verschiedene an der Ausstellung beteiligte Teammitglieder beleuchten einmal in der Woche aus unterschiedlicher fachlicher Perspektive die neuen Ausstellungsräume. Im September stand die Küche im Mittelpunkt, im Oktober drehte sich alles um das Wohnzimmer, im November beleuchten wir das Kinder- und Jugendzimmer der in der Ausstellung gezeigten WBS 70-Wohnung.

Viele Leser und Leserinnen werden sich vermutlich noch an ihre eigene Kindheit in der DDR erinnern. Daher sind der Kindergarten und das hier vorgestellte Kinder- und Jugendzimmer vielleicht auch besonders emotionale Orte der Ausstellung. Man kommt hinein und fühlt vielleicht eine Art Wehmut, ist die Kindheit doch eher eine unpolitische Zeit. Denn im ersten Moment wirkt der Raum wie ein ganz normales Zimmer, das in diesem Moment von den Kindern nicht genutzt wird, weil sie vielleicht draußen spielen. An der Wand hängt ein Poster, am Bett sind Aufkleber der Fußballidole, die Betten sind nicht akkurat gemacht.

Wie in der gesamten Ausstellung heißt es auch hier: Keine falsche Schüchternheit, öffnen Sie die Schränke und Schubladen, schauen Sie hinein und lassen Sie sich überraschen. Entdecken werden Sie Themen, die Kinder und Jugendliche damals in der DDR beschäftigt haben. In insgesamt neun Schubladen werden unter dem Titel „Sag mir wo du stehst“ Themen gezeigt, bei denen sich Jugendliche in ihrem Alter entschieden haben: Anpassung oder Rebellion, Jugendweihe oder Konfirmation, den DDR-Radiosender DT64 oder den Westsender „Rias“ hören?  

In der roten Schrankwand entdecken Sie auch eines der Lieblingsobjekte unseres wissenschaftlichen Leiters Dr. Stefan Wolle. Es handelt sich um das Raumschiff „Sojus“, welches man als Spielzeug selbst zusammenbauen konnte. Als Kind faszinierten ihn die ersten Erfolge der Sowjetischen Raumfahrt und vor allem die Frage: „Was könnte alles sein“? In drei Wochen schreibt er als Kurator selbst über das Kinder- und Jugendzimmer, das sollten Sie nicht verpassen!

Ich bin mir nicht so sicher, welche Installation ich im Raum am liebsten mag. Es ist vielleicht ein Luxusproblem, aber ich schwanke zwischen dem digitalen Fenster mit Blick auf eine Plattenbausiedlung und dem „Boss“ Bruce Springsteen. Ja, ganz genau, dem amerikanischen Sänger! Warum ausgerechnet er der Star einer Vitrine im DDR Museum ist, wird von mir noch nicht verraten, aber Sie sollten die Schranktüren der roten Schrankwand ganz oben links öffnen und die Inszenierung auf sich wirken lassen. Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Kollegen in den nächsten Wochen das Geheimnis lüften werden!

Nach meiner ersten Vorstellung des Raumes heute widmen sich die Kollegen und Kolleginnen aus der Sammlung nächste Woche den Objekten des Raumes. Sie erfahren dann, wo wir die wertvollen Objekte her haben und vielleicht auch, wie viel Geduld das eine oder andere Objekt den Kollegen abverlangte. Am 15.11. schreibt dann Dr. Stefan Wolle aus seiner Kuratorenperspektive über das Kinder- und Jugendzimmer, eine Woche später schreibt unser Social Media Manager über die digitalen Installationen – und vielleicht auch über „meinen Star“ des Raumes!

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